Ein Supermarktregal voller Schokoladentafeln. Auch Milka steht in diesem Regal

Milka im Angebot: Preiskampf bei Schokolade vor Weihnachten

Stand:

Kurz vor Weihnachten unterbieten sich Supermärkte und Discounter beim Preis für Milka-Schokolade. Was dahinter steckt.

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Eine Tafel Milka-Schokolade für 79 Cent. Für viele Süßigkeiten-Liebhaber war diese Preis-Ansage von Lidl und Rewe in der vergangenen Woche eine gute Nachricht. Denn obwohl der Schokoladen-Preis seit Jahren steigt, verkauften sowohl Discounter als auch Supermarkt die lila Tafel für nur 40 Prozent des üblichen Preises.

Der Discounter Aldi setzt morgen noch eine ganz kleine Schippe drauf und reduziert den Preis für eine Tafel Milka-Schokolade auf 77 Cent. Bei Rewe und Lidl gibt es ab dann ausgewählte Sorten von Milkas Konkurrenten Ritter-Sport Schokolade für 1,11 Euro (Rewe) beziehungsweise 95 Cent (Lidl) statt 1,99 Euro.

Preiskampf bei Schokolade vor Weihnachten

WDR Studios NRW 14.12.2025 01:06 Min. Verfügbar bis 14.12.2027 WDR Online

Lidl: Milka-Schokolade für 79 Cent

Unter anderem könnten die Preissenkungen eine Reaktion auf den gefallenen Kakaopreis sein. So sanken die Preise für Rohkakao im Laufe des Jahres wieder, nachdem sie im vergangenen Jahr auf Rekordniveau lagen. Im Januar 2025 erreichte der Kakaopreis laut der International Cocoa Organization (ICCO) einen Höchstwert von mehr als 10.000 Euro pro Tonne, ist aber seitdem wieder gefallen.

Laut Marktforschungsexperten handelte es sich bei diesem Rückgang um eine "Korrektur nach der Überhitzung", wie Finn Ole Semrau vom Kiel Institut für Weltwirtschaft der dpa im November sagte. Mitte Oktober 2025 lag der Preis bereits wieder unter 5.000 Euro pro Tonne.

Laut der Schokoladenhersteller dauert es jedoch, bis sich der gesunkene Rohstoff-Preis auch auf die Verbraucherpreise auswirkt. Die Unternehmen verweisen auf hohe Kosten für Personal, Energie und Transport.

Verbraucherzentrale Hamburg reicht Klage gegen Milka ein

In den vergangenen Monaten hat der hohe Preis der Schokolade laut Marktforschern wie YouGov dazu geführt, dass weniger Schokolade gekauft wurde. Im Fall von Milka könnte es dafür noch eine weiteren Grund geben: Die versteckten Preiserhöhungen, mit denen das Unternehmen Anfang des Jahres Schlagzeilen machte. Damals stieg nicht nur der Preis der lila Tafel von 1,49 auf 1,99 Euro, die Füllmenge sank gleichzeitig von 100 auf 90 Gramm.

Viele Kunden und Kundinnen fühlten sich von Milka getäuscht. Die Verbraucherzentrale Hamburg reichte sogar Klage wegen unlauteren Wettbewerbs gegen den Mutterkonzern Mondelez beim Landgericht Bremen ein.

Lind & Sprüngli arbeitet nicht mit Lidl und Aldi zusammen

Während auch Milkas Konkurrent Ritter Sport bei dem Preiskampf vor Weihnachten mitmacht, gibt es andere Unternehmen, die sich dem verweigern. So lehnt der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli eine Zusammenarbeit mit den deutschen Lebensmitteldiscountern Aldi und Lidl ab.

Im Interview mit der "Zeit" sagte Unternehmenschef Adalbert Lechner: "Sonst enden wir bei immer mehr und stärkeren Sonderangeboten und entwerten unsere Marke."

Unsere Quellen:

  • Wochenprospekte von Aldi, Lidl, Rewe mit Angeboten vom 8.12. - 20.12.2025
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Verbraucherzentrale Hamburg
  • The International Cocoa Organization (ICCO)

Sendung: WDR.de, "Preiskampf bei Schokolade vor Weihnachten", 14.12.2025, 13.04 Uhr.

Kommentare zum Thema

36 Kommentare

  • 36 Jörg Müller 16.12.2025, 12:24 Uhr

    Letzte Woche 79 Cent, Montag 1,99 Euro. Die verarschen die Kunden. Der Kakaopreis ist angeblich schuld. Im TV hört man allerdings, dass es daran nicht liegen kann.

  • 35 Franziska 1 15.12.2025, 23:39 Uhr

    Ja, die Schoko-Preise gingen nach oben. Ein Rippchen weniger merkt doch kein Kunde, damit war man mit der Annahme falsch gelegen. Beim Einkaufen sollte jeder seine Lesebrille heutzutage nicht vergessen, die Druckmaschine der Hersteller stempeln ein neues Gewicht. Jetzt startete eine Werbung- Propaganda der Discounter mit Schokoladenpreis runter, enttäuscht die Kunden nicht mit euren Berg und Talfahrt- Preis. Wobei es oft heißt: Solange der Vorrat reicht am Tag vom Angebot!

  • 34 Lutscher 15.12.2025, 23:05 Uhr

    Flutschfinger

  • 33 Franziska 1 15.12.2025, 20:25 Uhr

    Circa die Hälfte vom Rohstoff Kakao kommt von der Elfenbeinküste nach Deutschland. Die wenigsten kennen dort Schokolade und die Kakaobohnen ernten überwiegend Kinder von Bauern dort. Bezahlung für die Arbeit für sie? Selten oder keine! Reich werden die armen Pflücker und die Besitzer von den Plantagen nicht. Aber der Einzelhandel in Deutschland, der manch hohe Preise setzt bei einer Tafel Schokolade. Der Konsument der viel Schokolade isst, der hilft der Armut dort kaum. Weniger Süßes sollte jeder essen, dann wäre Fair Trade -Schokolade die teurer ist, die bessere Wahl. Dafür halt weniger konsumieren an Schokolade. Der Handel, die Märkte, die Discounter machen doch jedes Jahr das gleiche Verwirrspiel mit Preis- Kämpfe, wenn es um Schokolade oder andere Süßigkeiten geht.

  • 32 Justin 15.12.2025, 19:25 Uhr

    Knoppers ist auch lecker

    Antworten (1)
    • Daniel 15.12.2025, 22:58 Uhr

      Ein Steak vom Grill noch viel besser

  • 31 Kurt Stenten 15.12.2025, 17:10 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 30 Wähler 15.12.2025, 11:55 Uhr

    Wieder ein Vorschlag der Leute mit wenig Einkommen überproportional trifft mit Bevormundung die mit einer freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist. Steuern müssen radikal gesenkt werden aber nicht durch Sparen am Sozialstaat. Unsere Oberschicht verliert zunehmend jegliches Maß des Zumutbaren und es passt nichts mehr zusammen.

    Antworten (1)
    • Wähler 15.12.2025, 15:15 Uhr

      Das mit dem Vorschlag bezog sich auf den Beitrag, in dem Gassen (KV-Chef) mehr Steuern auf Alkohol, Nikotin und Zucker fordert. Das Bild oben war ähnlich, daher der Irrtum. Aber so ganz falsch ist der Kommentar auch hier nicht. Es zeigt wie der Verbraucher von Bevormundung und Verbrauchertäuschung in die Zange genommen wird, beim Leckerli (und legalen Drogen). Wobei unlauterer Wettbewerb gesetzlich geregelt ist, darüber wird ein Gericht entscheiden. Über die zunehmende Bevormundung werden die Wähler entscheiden, daher mein Pseudonym. Eines passt zu beiden Fällen, es trifft „Leute mit wenig Einkommen überproportional“.

  • 29 Michael 15.12.2025, 08:22 Uhr

    Milka Schokolade ist für mich nicht mehr kaufbar, können sie behalten, egal wie billig sie die Schokolade verkaufen.

  • 28 Johann 15.12.2025, 07:23 Uhr

    Es ist ein grundsätzliches Problem. Ob nun Milka oder nicht. Wie hier schon angemerkt, ist die Beschäftigung mit und Information über die verarbeiteten Zutaten wichtig. Möchte ich ein qualitativ einwandfreies Produkt, muss ich den entsprechenden Preis dafür zahlen. Kein Hersteller kann hochwertige Produkte im Sonderangebot verschleudern. Ich habe meine Ausbildung in der Nahrungsmittelindustrie gemacht und empfehle jedem, der auf der Suche nach "billiger Schokolade" ist sich mal mit den Rohstoffen, den Zutaten und der Verarbeitung zu beschäftigen. Welche Anbaumethoden, Arbeitsbedingungen in den Anbauländern für Kakao, welche Zutaten später hinzugefügt werden und zu welchem Zweck? "Richtige" Schokolade besteht nur aus DREI Zutaten: gemahlene Kakaobohnen (Kakaomasse), Kakaobutter und einem "Hauch" Zucker. Alles Andere dient dem "Strecken", macht die Schokolade "billiger" und mindert die Qualität. Schokolade, welche diese Bezeichnung verdient, kann es niemals im "Sonderangebot" geben.  

    Antworten (1)
    • Franziska 1 15.12.2025, 22:34 Uhr

      @Johann, genau so ist es! Danke, für den klaren Kommentar!

  • 27 Ralph 15.12.2025, 06:38 Uhr

    Milka schmeckt eh grottig! Weniger und seltener Schokolade und andere Sachen genießen und dafür in besserer Qualität, so mache ich es lieber.

  • 26 Ariane 15.12.2025, 06:23 Uhr

    Gut! (Was wir aber auch x überlegen sollten,wie geht es den Kühen und den Kälbern, die für die enorme Milchproduktion für diese Vollmilchschokolade notwendig sind?)

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