Dem Dortmunder Chip-Hersteller Elmos kann die aktuelle Wirtschaftskrise nichts anhaben - 2026 könnte das nächste Rekordjahr werden. Die Geschäftszahlen zeigen nach oben. Das Unternehmen mit rund 1.000 Beschäftigten im Dortmunder Technologiepark ist an der Börse jetzt mehr als drei Milliarden Euro wert.
Diese Kurs-Explosion nutzten auch zwei der drei Elmos-Gründer beziehungsweise ihre Erben. Sie verkauften kürzlich zehn Prozent der Anteile und kassierten dafür fast 330 Millionen Euro.
Gründung in der Stahlkrise: Wie drei Forscher Elmos vor 40 Jahren starteten
1984 litt Dortmund unter dem Rückgang von Bergbau und Stahlindustrie. Da gründeten Günter Zimmer, Klaus Weyer und Norbert Ellenberger - Mitarbeiter der Universität Dortmund - ein kleines Unternehmen für die Herstellung von Mikrochips. Das kannte man damals nur aus den berühmten Silicon Valley in Kalifornien. In Deutschland war das Neuland.
Erster Mieter im Technologiepark: Elmos als Pionier der Dortmunder IT-Szene
Elmos war das erste Unternehmen im 1985 gegründeten Technologiepark. In klinisch sauberen Reinräumen stellten die Mitarbeiter die Halbleiter her - die Herzstücke für Sensoren und andere elektronische Bauteile. Schwerpunkt: die Autoindustrie. Das ist bis heute so geblieben.
Aktuell liefern die Dortmunder zum Beispiel 360-Grad-Ultraschallsensoren für autonomes Fahren oder für die Steuerung von Elektromotoren.
Chips für Autos statt KI - und trotzdem erfolgreich
Das erklärt laut Firmensprecher Ralf Hoppe zum einen auch den jüngsten Erfolg. Zum anderen profitiere Elmos vom weltweiten Boom der Halbleiter-Industrie. "Obwohl wir keine Chips für Roboter oder die Künstliche Intelligenz herstellen", so Hoppe. Sondern vorwiegend für Autos. Einer Branche also, die derzeit lahmt, was Elmos aber nicht schadet.
Auf Augenhöhe mit Porsche und Thyssenkrupp
Elmos wurde in den MDAX aufgenommen.
Die Aufnahme in den MDAX der mittelgroßen Unternehmen dürfte den Dortmundern noch mehr Aufmerksamkeit bringen. Das ist schließlich die "zweite Börsenliga" hinter den 40 Top-Konzernen im "großen" DAX. Elmos ist damit auf Augenhöhe mit Unternehmen wie Porsche oder Thyssenkrupp und dürfte das Interesse von ausländischen Anlegern wecken. Das könnte den Börsenkurs weiter in die Höhe treiben.
Zur Freude der Elmos-Gründer: Ihnen gehören auch nach dem Teil-Verkauf noch immer 45 Prozent der Firma.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Elmos-Sprecher Ralf Hoppe
- Auskunft der Deutsche Börse AG
Sendung: WDR.de, Elmos-Aktie in den MDAX aufgenommen, 04.06.2026, 5:00 Uhr
