Schilder von Aldi Nord und Aldi Süd

Aldi Nord und Aldi Süd wollen offenbar enger zusammenarbeiten

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Schon seit einigen Jahren arbeiten Aldi Nord und Aldi Süd immer enger miteinander zusammen. Laut einem Medienbericht steht nun offenbar sogar eine Wiedervereinigung im Raum.

Der so genannte "Aldi-Äquator" verläuft quer durch Nordrhein-Westfalen - vom Westmünsterland, über Mülheim an der Ruhr, Wermelskirchen, Gummersbach und Siegen bis nach Ostdeutschland. Diese imaginäre Grenze teilt das Hoheitsgebiet der Discounter in Aldi Nord und Aldi Süd.

Mehrere Szenarien für eine Fusion

Die Wirtschaftswoche berichtet von "geheimen Fusionsgesprächen" der Eigentümerfamilien. Demnach liegen mehrere Szenarien auf dem Tisch. Eines davon sei eine gemeinsame Holding, die die bisher unabhängige Konzerne vereinen könnte. Bisher kontrolliert die Familie Albrecht über mehrere Stiftungen Aldi Nord, die Familie Heister lenkt ebenfalls über Stiftungen Aldi Süd.

Einkaufstüten von Aldi

Eine Tüte von Aldi Nord, eine von Aldi Süd: Gibt es bald mehr Zusammenarbeit?

Die Konzerne haben sich auf WDR-Anfrage bisher nicht zu dem Bericht geäußert. Die Bildzeitung zitiert einen "Insider aus der oberen Firmenzentrale" von Aldi Nord, demnach planen die Schwesterkonzerne zwar in einigen Bereichen eine engere Zusammenarbeit, wollen grundsätzlich aber weiterhin getrennt auftreten - etwa, wenn es um das Personal, das Sortiment oder das Auslandsgeschäft geht.

Kartellrechtliche Bedenken gegen Fusion

Ein kompletter Zusammenschluss von Aldi Nord und Aldi Süd zu einem großen Discounter sei schon aus Wettbewerbsgründen nicht möglich, so der Insider. Laut Daten des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI für das Jahr 2023 ist Aldi Süd mit einem Nettoumsatz von 18,8 Milliarden Euro hinter Lidl (28,7 Milliarden Euro) die Nummer zwei auf dem deutschen Discountermarkt, Aldi Nord ist mit einem Umsatz von 14,3 Milliarden Euro hinter Netto bundesweit die Nummer vier.

Auch ohne komplette Fusion sind die beiden Discounter in den vergangenen Jahren in mehreren Geschäftsbereichen enger zusammengerückt. Ende 2020 wurde ein Großteil der Eigenmarken vereinheitlicht, um Kosten bei Einkauf und Produktion zu sparen. Außerdem kooperieren die Konzerne beim Marketing und schalten etwa gemeinsame TV-Spots.

Fusion Aldi Nord und Süd

WDR Studios NRW 02.06.2025 04:39 Min. Verfügbar bis 02.06.2027 WDR Online

Aldi hat seine Wurzeln im Ruhrgebiet

Die Geschichte von Aldi begann als gemeinsames Unternehmen. 1945 hatten Theo und Karl Albrecht das kleine Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern in Essen übernommen und schnell zu einer großen Handelskette ausgebaut. Schon nach zehn Jahren gab es mehr als 100 Läden.

Aldi schließt Filiale im Essener Stammhaus

Die erste Aldi-Filiale im Geburtshaus von Theo und Karl Albrecht 1930 in Essen.

Das Konzept: Schlichte Filialen, ein überschaubares Sortiment, dafür aber niedrige Preise - die Erfindung des Discounters. Zur Trennung des Unternehmens kam es im Jahr 1961, Theo Albrecht bekam den Norden, Karl Albrecht den Süden.

Aldi-Filiale im Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht

Im Jahr 2020 wurde die Aldi-Filiale im Geburtshaus der Albrechts geschlossen.

Spekulationen über die Gründe für die Trennung

Über die Gründe für die Trennung wird viel spekuliert. Mal heißt es, die Brüder waren sich nicht einig, ob sie in ihren Filialen Zigaretten verkaufen wollen. Mal heißt es, die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Unternehmer hätten zur Trennung geführt. Ein Unternehmenssprecher hat einmal schlicht "betriebswirtschaftliche Gründe" für die Trennung angegeben.

Klar ist: Mehr als 60 Jahre nach der Trennung nähern sich Aldi Nord und Aldi Süd wieder an - wie nah sie sich am Ende tatsächlich kommen, wird sich zeigen.

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