Markus Bieder von den Stadtwerken Münster kann die erste Probebohrung nach heißem Wasser planen. 2028 könnte es schon soweit sein. Denn die seismologischen Untersuchungen haben ergeben, dass es in Münster einige Orte gibt, an denen Bohrungen nach heißem Thermalwasser erfolgreich sein könnten. "Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen", bilanziert der Fachmann für Wärme- und Stromerzeugung.
Heißes Thermalwasser aus der Tiefe
Das Prinzip ist relativ einfach: Man zapft heißes Wasser aus großer Tiefe an, führt es an die Oberfläche, entzieht dem Wasser die Wärme und leitet es dann wieder in die Erde zurück. In einem Heizwerk wird so dann Fernwärme für Haushalte produziert. Bis 2045 soll so die Hälfte der Fernwärme für Münster produziert werden.
Finanziell nicht ohne Risiko
Ob das Ganze profitabel wäre soll eine Forschungsbohrung im nächsten Jahr klären. Etwa 5 Millionen Euro kostet eine Bohrung. "Da können wir uns natürlich nicht viele Fehlschüsse erlauben", so Markus Bieder. Er bleibt aber optimistisch: auf dem Gelände der Stadtwerke soll die erste Bohrung stattfinden, im Stadtteil Gievenbeck eventuell eine zweite.
Markus Bieder und Projektleiter Dr. Carsten Lehmann blicken optimistisch auf die kommende Bohrung.
Wichtiges Pilotprojekt für NRW
Das Projekt hat Vorzeigecharakter für NRW. Denn im ganzen Land gibt es kein geothermisch betriebenes Heizwerk. Münster ist also Pilotprojekt für diese Art der Energiegewinnung. Bundesweit wird die erneuerbare Wärmequelle sonst nur in München und Berlin betrieben.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Pressegespräch bei den Stadtwerken Münster
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 29.04.2026, 14:31 Uhr