Schutz vor Sonnenbrand : 7 Tipps rund um Sonnencreme
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Sonnenbrand? Verblasst schnell - aber die Haut vergisst nichts. Schon wenige Sonnenbrände reichen aus, um langfristig ernsthafte Schäden zu verursachen. Das größte Risiko: Hautkrebs, vor allem das maligne Melanom, die gefährlichste Form von Hautkrebs.
- Muss guter Sonnenschutz teuer sein?
- Welchen Hauttyp habe ich - und warum spielt er in der Sonne eine Rolle?
- Was bedeuten UVA und UVB eigentlich?
- Was ist der UV-Index - und ab wann wird die Sonne gefährlich?
- Was ist der Unterschied zwischen chemischem und mineralischem UV-Schutz?
- Wie creme ich mich richtig ein - und welche Stellen werden besonders oft vergessen?
- Kann Sonnencreme schädlich sein?
- Fazit
Jeder Sonnenbrand hinterlässt bleibende Schäden in der DNA, dem Erbgut, der Hautzellen. Zwar verfügt der Körper über Reparaturmechanismen, doch diese sind nicht immer vollständig oder fehlerfrei. Mit jedem weiteren Sonnenbrand steigt die Wahrscheinlichkeit, dass DNA-Schäden bleiben und sich in Krebszellen umwandeln. Besonders gefährlich sind Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter.
"Sonnenbrand ist deshalb keine harmlose Rötung, sondern immer eine Verletzung der Haut", so Prof. Dr. med. Silke Hofmann, Direktorin des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie, DKV zertifiziertes onkologisches Zentrum am Universitätsklinikum Helios Wuppertal.
Dieser Sonnenbrand ist nicht harmlos
Prof. Dr. med. Thomas Dirschka, Facharzt für Dermatologie, vom Dermatologie-Zentrum Wuppertal CentroDerm sagt: "Jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 300.000 neue Hautkrebsfälle. Deshalb ist das Hautscreening so wichtig. Bislang übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung dieses alle zwei Jahre." Wie wendet man Sonnencreme richtig an und schützt sich vor der Sonne? Das haben wir die Experten gefragt.
Muss guter Sonnenschutz teuer sein?
Guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein: Im jüngsten Sonnencreme-Test der Stiftung Warentest (06/2025) erhielten acht Produkte die Bestnote "sehr gut". Darunter finden sich gleich vier günstige Eigenmarken von Lidl, Müller, dm und Aldi.
Welchen Hauttyp habe ich - und warum spielt er in der Sonne eine Rolle?
Wie lange die Haut ungeschützt Sonne verträgt und keinen Sonnenbrand entwickelt, hängt vom Hauttyp ab.
- Hauttyp 1 (sehr helle Haut, oft Sommersprossen): etwa 5 bis 10 Minuten
- Hauttyp 2 (helle Haut): etwa 10 bis 20 Minuten
- Hauttyp 3 (mittlere Hautfarbe): etwa 20 bis 30 Minuten
- Hauttyp 4 (olivfarbene bis hellbraune Haut): etwa 30 bis 45 Minuten
- Hauttyp 5 (dunkelbraune Haut): etwa 60 Minuten
- Hauttyp 6 (sehr dunkle bis schwarze Haut): etwa 90 Minuten
Je nach Hauttyp muss der Schutz angepasst werden
Wer beispielsweise eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten hat und Sonnenschutz mit LSF 30 verwendet, ist theoretisch bis zu 300 Minuten geschützt.
Es gibt keinen Hauttyp, der vor Hautkrebs geschützt ist. UV-Schäden können bei jedem Menschen entstehen, weshalb ein guter Sonnenschutz für alle wichtig ist.
Was bedeuten UVA und UVB eigentlich?
"UVB-Strahlen sind vor allem für Sonnenbrand verantwortlich und können das Erbgut der Hautzellen schädigen. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein, beschleunigen die Hautalterung und tragen ebenfalls zur Entstehung von Hautkrebs bei." Prof. Silke Hofmann
Deshalb lautet der Rat: Sonnencreme sollte immer einen UVA- und UVB-Schutz bieten.
Was ist der UV-Index - und ab wann wird die Sonne gefährlich?
Der UV-Index zeigt an, wie stark die UV-Strahlung an einem Tag ist - auch bei bewölktem Himmel. Je höher der Wert, desto schneller kann die Haut Schaden nehmen. "In Deutschland liegt der UV-Index meist zwischen 6 und 8", so Prof. Thomas Dirschka.
Schon ab UV-Index 3 empfiehlt er, sich vor der Sonne zu schützen. Also Schatten suchen, Kleidung tragen, Sonnencreme auftragen und am besten die Mittagssonne ganz meiden.
Was ist der Unterschied zwischen chemischem und mineralischem UV-Schutz?
Chemische UV-Filter sind löslich - mineralische UV-Filter dagegen nicht löslich. Die mineralischen können einen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Dafür schützen sie aber schneller als die löslichen UV-Filter.
Wie creme ich mich richtig ein - und welche Stellen werden besonders oft vergessen?
Viele Sonnenbrände entstehen durch falsche Anwendung von Sonnencreme. Diese drei Punkte sind entscheidend:
1. Genügend Sonnencreme verwenden und rechtzeitig auftragen: Für den ganzen Körper braucht ein Erwachsener etwa vier Esslöffel (ca. 40 ml) - nur dann wird der angegebene Lichtschutzfaktor erreicht. Für Gesicht und Hals ist das etwa die Menge, die auf Zeige- und Mittelfinger passt.
Wichtig: Die Creme sollte 20-30 Minuten vor dem Sonnenkontakt aufgetragen werden. Produkte mit mineralischem Filter wirken dagegen direkt nach dem Auftragen.
2. Häufig vergessene Körperstellen schützen: Oft werden bestimmte Bereiche ausgelassen, obwohl sie besonders sonnenempfindlich sind:
- Füße und Zehen
- Kniekehlen
- Lippen
- Ohren
- Kopfhaut bei Scheitel, sehr dünnem Haar oder Glatze
3. Regelmäßig nachcremen: Alle zwei Stunden sowie nach dem Baden oder Abtrocknen erneut eincremen.
Prof. Thomas Dirschka rät außerdem zum Nachcremen, vor allem nach dem Schwitzen. Das hält den Schutz aufrecht, verlängert aber nicht die maximale Schutzzeit.
Kann Sonnencreme schädlich sein?
Kurz gesagt: Sonnencreme ist wichtig und schützt vor Hautkrebs. Es gibt einen Inhaltsstoff, der als problematisch im Fokus steht: Octocrylene. In alten Sonnencremes kann sich darin der Stoff Benzophenon bilden. Dieser steht im Verdacht, möglicherweise krebserregend zu sein und kann außerdem Allergien auslösen.
Das bedeutet: Man kann durch einen Blick auf die Inhaltsstoffe Sonnencremes mit Octocrylene vermeiden. Nach Angaben von Prof. Dirschka werde Octocrylen heute kaum noch verwendet. In jedem Fall ist es ratsam, Sonnencremes nur eine Saison lang aufzubewahren, weil sich der problematische Stoff erst nach längerer Lagerung bildet. Außerdem lässt die Schutzwirkung der Sonnencreme nach 12 bis 24 Monaten nach.
Fazit
Intensive Sonnenstrahlung meiden - vor allem zur Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr.
Kleidung tragen - am wirkungsvollsten sind langärmelige Hemden mit Kragen, ein breitkrempiger Hut und eine Sonnenbrille.
Sonnencreme auftragen - Rechtzeitig, auf allen unbedeckten Hautstellen und nachcremen.
Wer diese Reihenfolge kennt und beherzigt, schützt sich vor Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und vermindert das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
Unsere Quellen:
- Prof. Dr. med. Silke Hofmann, Direktorin des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie, DKV zertifiziertes onkologisches Zentrum, Universitätsklinikum Helios Wuppertal
- Prof. Dr. med. Thomas Dirschka, Facharzt für Dermatologie vom Dermatologie-Zentrum Wuppertal CentroDerm
- Stiftungwaren-Test, Sonnencremetest 06/25
Sendung: WDR.de, Schutz vor Sonnenbrand: 7 Tipps rund um Sonnencreme, 18.06.2026, 05.01 Uhr