Eine Frau und ein Junge schauen sich Enten auf einem See an

Jeder Fünfte hat kein Geld für Urlaub: Das sind Gründe und Alternativen

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Viele Familien haben kein Geld, um in den Urlaub zu fahren. Diese Angebote gibt es für Menschen mit weniger Einkommen.

Koffer packen und in den Urlaub fahren: Viele freuen sich auf die bevorstehenden Sommerferien in NRW. Doch für manche Familien in Deutschland ist eine Reise unbezahlbar. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach lebte im Jahr 2024 gut jede fünfte Person (21 Prozent) in einem Haushalt, der sich eigenen Angaben zufolge keine einwöchige Urlaubsreise leisten konnte. Das sind nach Berechnungen der Statistiker insgesamt 17,4 Millionen Menschen.

Alleinerziehende können sich in NRW am seltensten Urlaub leisten

Kein Geld für Urlaub. Das ist auch in NRW ein Thema - besonders unter Alleinerziehenden: 42,8 Prozent von ihnen können sich nach eigenen Angaben keinen einwöchigen Urlaub an einem anderen Ort leisten. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts für 2024. Auch Menschen, die alleine leben, sind überdurchschnittlich betroffen – hier kann sich nach eigenen Angaben jeder Dritte (33,3 Prozent) keinen Urlaub leisten.

Jeder Fünfte hat kein Geld für Urlaub

WDR Studios NRW 24.06.2025 00:15 Min. Verfügbar bis 26.06.2027 WDR Online

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Urlaubsarmut in NRW allerdings in allen Haushalten leicht zurückgegangen. Insgesamt können sich hierzulande 22,9 Prozent der Menschen in NRW keinen einwöchigen Urlaub leisten - etwas mehr als im bundesweiten Durchschnitt. 2023 waren es noch 25,5 Prozent. Am besten können sich Paare ohne Kinder einen Urlaub leisten – hier müssen nur 16,4 Prozent aus finanziellen Gründen auf einen Urlaub an einem anderen Ort als zu Hause verzichten.

Hinweis: In einer ersten Version dieser Grafik waren versehentlich die Prozentzahlen von 2023 und 2024 jeweils vertauscht. Wir bitten das zu entschuldigen.

Kein Geld für einen Urlaub? Für Greta Lutterbach vom Landesverband NRW des Sozialverbands Deutschlands sind die Gründe offensichtlich: "Es liegt an den gestiegenen Lebenshaltungskosten", sagt sie im Interview mit dem WDR.

Greta Lutterbach, Landesgeschäftsführerin Sozialverband Deutschland

Greta Lutterbach vom Landesverband NRW des Sozialverbands Deutschlands

Ein Großteil des Einkommens gehe heutzutage allein für die gestiegenen Wohnkosten drauf. Hinzu komme, dass die Lebensmittelpreise teils enorm gestiegen seien. "Wenn eine Familie mit zwei Kindern vor der Frage steht, ob sie sich lieber eine neue Waschmaschine kauft oder in den Urlaub fährt, dann fällt die Entscheidung zumeist für die Waschmaschine aus", so Lutterbach.

"Familienzeit NRW": Antragsfrist für die Sommerferien abgelaufen - für die Herbstferien bald möglich

Fürs Verreisen bleibt dann kaum Geld übrig. Zwar gibt es seitens der NRW-Landesregierung seit dem Jahr 2021 das Programm "Familienzeit NRW", das sich an Familien mit geringem Einkommen richtet und einen preisgünstigen Aufenthalt in einer Familienferienstätte ermöglicht. Wer sich dafür interessiert, muss einen Antrag beim Reisedienst der Diakonie Ruhr-Hellweg stellen. Allerdings: Für die Sommerferien 2025 ist die Antragsfrist bereits am 30. April 2025 abgelaufen. Ab dem 1. Juli können Interessierte jedoch einen Antrag für die Herbstferien stellen. Weitere Infos gibt es hier:

Weitere Optionen:

  • Angebote von kirchlicher Seite: "Die Caritas hat zum Beispiel kostengünstige Urlaubsangebote für Familien mit geringem Einkommen“, sagt Lutterbach. Dazu zähle ein Mobilheim auf einem Campingplatz in den Niederlanden zu besonders günstigen Preisen.
  • Angebote von Verbänden: In den mehr als 81 Familienferienstätten der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung e.V. gibt es noch freie Plätze. Bei der Bundesarbeitsgemeinschaft handelt es sich um gemeinnützige Einrichtungen, die nach eigenen Angaben "besonders familienfreundliche Erholungsangebote zu erschwinglichen Preisen" ermöglichen.
  • Natur und Abenteuer erleben: Der Umweltverband WWF Deutschland bietet in den Sommermonaten Natur- und Erlebnis-Camps zu günstigen Preisen an - sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Familien an.

Urlaub zu Hause - diese Möglichkeiten gibt es:

Wenn es mit einer Reise nicht klappt, muss der Urlaub daheim nicht langweilig sein. Drei Tipps:

#Tipp 1 - Kostenlose Ausflugstipps: Heute lieber ins Museum oder in den Tierpark? Oder mal mit Rangern auf Tour gehen? Auch wer wenig Geld hat, kann in NRW schöne Ausflüge machen. Viele Einrichtungen laden regelmäßigen zu einem eintrittsfreien Besuch ein. Einen Überblick gibt es bei Tourismus NRW:

#Tipp 2 - Stadtranderholung: Viele Kommunen in NRW bieten Kindern und Jugendliche eine sogenannte Stadtranderholung. Das sind unterschiedliche Aktivitäten an verschiedenen Standorten. In der Regel werden Teilnahmegebühren erhoben, die jedoch oft für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien reduziert oder erlassen werden. In Düsseldorf beispielsweise gibt es in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen ein täglich wechselndes Programm sowie Tagesausflüge.

#Tipp 3 - Spontan aktiv werden: In vielen Städten werden kostenlos Anzeigenblätter verteilt, in denen sich häufig Veranstaltungshinweise in den jeweiligen Kommunen finden.

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