Klimaanlage mit Thermostat

Hitzewelle in NRW Worauf man bei einer Klimaanlage für Zuhause achten muss

Stand:

Um sich gegen Hitzewellen zu wappnen, kann eine Klimaanlage für Zuhause eine Option sein. Worauf man achten sollte.

Es ist heiß in NRW und die Hitzewelle wird auch in den kommenden Tagen anhalten. Noch bis Ende der Woche sollen die Temperaturen im Westen täglich auf über 30 Grad steigen. Das ist nicht nur für hitzeempfindliche Menschen eine Belastung.

Benommenheit, Schwindel, Schwäche, Kopfschmerzen sind laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) nur einige der Symptome, die bei starker Hitze auftreten können. In Extremfällen kann Hitzebelastung auch zu Übelkeit, Krämpfen, erhöhter Körpertemperatur, Fieber, Erbrechen, Bewusstlosigkeit oder Kreislaufkollaps führen. "All diese Symptome können Vorboten eines lebensbedrohlichen Hitzschlags sein", heißt es auf der Website des BIÖG.

Wie bleibt die Wohnung kühl?

WDR 22.06.2026 02:08 Min. Verfügbar bis 21.06.2028 WDR Online

Download

Gerade Menschen, die vulnerablen Gruppen angehören, sind besonders gefährdet. Vor allem sie sollten nicht nur ausreichend trinken, sondern auch ihre Wohnung und Innenräume kühlen.

Was sind vulnerable Gruppen?

  • Menschen ab 65 Jahre
  • ältere alleinlebende Menschen, die Probleme mit ihrer Mobilität haben
  • pflegebedürftige Menschen
  • schwangere Frauen
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • Menschen mit akuten Erkrankungen
  • Menschen, die im Freien arbeiten und die körperlich schwer arbeiten
  • Menschen in besonderen Lebenslagen (z. B. Obdachlose, Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen)

Eine Möglichkeit dafür sind Klimaanlagen. Doch worauf muss man bei der Anschaffung achten? Hier kommen Fragen und Antworten.

Sonnenschutz für Fenster

Auch mit Jalousien kann man Innenräume kühler halten.

Um die Temperatur in den eigenen vier Wänden zu senken, gibt es viele Möglichkeiten. Es geht vom Lüften über Schatten mit Jalousien, Rollos und Rollläden bis hin zum Einsatz von Ventilatoren.

Letztere sind laut BIÖG aber nur bis 35 Grad sinnvoll. "Danach stoßen sie an ihre Grenzen, da die durch den Ventilator zugeführte warme Luft die Haut nicht mehr kühlen kann", heißt es auf der Website des BIÖG. Demnach bestehe dann die Gefahr, dass ein Ventilator die Überhitzung fördere.

Auch in NRW wird die Zahl der Hitzewellen und ihre Dauer aufgrund des Klimawandels zunehmen, wie ein Fachbericht zur Klimaentwicklung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima zeigt.

Als Hitzewelle definiert der Deutsche Wetterdienst mindestens drei aufeinanderfolgende Tage, an denen die Temperatur über 28 Grad liegt.

Wenn die Temperaturen, wie am vergangenen Wochenende und in den kommenden tagen deutlich über 30 Grad liegen, empfiehlt das BIÖG als letzte Maßnahme den Einsatz einer Klimaanlage. Doch worauf muss man bei der Anschaffung einer solchen achten? Fragen und Antworten.

Es gibt zwei unterschiedliche Typen von Klimaanlagen: mobile Kompaktgeräte, die auch als Monoblock bezeichnet werden, und sogenannten Split-Geräte.

Monogeräte sind in Sachen Anschaffung und Installation simpel. Man kann sie im Baumarkt oder Elektromarkt kaufen. Um sie zu betreiben, braucht man lediglich einen Stromanschluss in Form einer Steckdose.

Mobile Klimageräte in einem Elektro Fachgeschäft zu Verkaufen

Kompakte Geräte brauchen nur eine Steckdose.

Das Gerät saugt Luft an, die im Inneren des Monoblocks herunterkühlt und dann wieder an den Raum abgegeben wird. Die entzogene Wärme wird durch einen Abluftschlauch aus dem Fenster geleitet.

Dieser Schlauch ist die Schwachstelle der Geräte. Denn dadurch, dass die warme Luft aus dem Raum geleitet wird, steht meist ein Fenster offen, durch das gerade an heißen Tagen wieder warme Luft in den Raum strömen kann.

"Insbesondere bei großen Zimmern, Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung oder bei schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen können Monoblock-Geräte Schwierigkeiten haben, ausreichend zu kühlen", schreibt dazu die Verbraucherzentrale NRW.

Eine Klimaanlage hängt an der Hauswand eines Mehrfamilienhauses

Für Split-Geräte muss ein Loch in die Hauswand gebohrt werden, um das Außengerät mit der Anlage im Haus zu verbinden.

Dieses Problem haben die sogenannten Split-Geräte nicht. Sie bestehen aus zwei Teilen: einem im Inneren des Gebäudes und einem, das sich außerhalb des Gebäudes befindet. Das Gerät innen kühlt die Raumluft herunter, das außen gibt die dabei entstehende Wärme ab. Um die beiden Geräte zu verbinden, muss ein wenige Zentimeter großes Loch in die Hauswand gebohrt werden.

Split-Geräte sind wesentlich effizienter als Monoblöcke. In einem Test von Stiftung Warentest brauchten Monoblöcke zwischen 30 und 45 Minuten, um einen 14 Quadratmeter großen Raum von 30 auf 24 Grad Celsius zu kühlen. Die getesteten Split-Geräte brauchten dafür weniger als fünf Minuten.

Nicht nur bei der Leistung unterschieden sich die zwei unterschiedlichen Typen von Klimaanlagen. Während man ein Kompakt-Gerät bereits für einen Preis zwischen ca. 200 und 1.000 Euro kaufen kann, liegt der Preis für ein Split-Gerät wesentlich höher.

Die günstigsten Modelle starten bei etwa 850 Euro und können laut Verbraucherzentrale NRW bis etwa 2.600 Euro kosten. Dazu kommt, dass man Split-Geräte von Fachpersonal installieren lassen muss, wofür man ein zusätzliches Budget einplanen muss.

Was die Kosten für den Stromverbrauch angeht, ist das Split-Gerät die bessere Wahl. Laut Stiftung Warentest verbrauchen sie innerhalb eines Sommers nicht mehr als 100 kWh. Bei einem Hausstrompreis von 30 Cent sind das Betriebskosten von weniger als 30 Euro.

Ein Techniker repariert eine Klimaanlage in einer Wohnung

Split-Geräte müssen von Fachleuten gewartet werden.

Allerdings müssen die Geräte regelmäßig gewartet werden. "Und auch die Wartung muss durch Fachpersonal durchgeführt werden, was zu zusätzlichen Kosten für den Betrieb führt", so die Verbraucherzentrale NRW.

Was die Wartung angeht, sind Kompaktgeräte weniger aufwändig. Allerdings haben sie im Betrieb einen höheren Stromverbrauch. Bei den weniger effizienten Monoblöcken ermittelte Stiftung Warentest einen Verbrauch von 140 bis 250 kWh, was Kosten von etwa 42 bis 75 Euro pro Sommer entspricht.

Ein weiterer Faktor, der bei der Entscheidung für eine Klimaanlage eine Rolle spielt, ist die Wohnsituation. Wer zur Miete wohnt und eine Split-Klimaanlage installieren will, muss seinen Vemieter um Erlaubnis bitten. Denn für die Installation muss die Außenwand durchbohrt werden.

Wer in den eigenen vier Wänden lebt, kann jederzeit eine eigene Klimaanlage installieren. Gefördert wird diese Anschaffung allerdings nicht. Zwar gibt es noch bis Ende 2026 eine Förderung des Umweltbundesministeriums. Diese gilt jedoch nicht für Privatpersonen.

Abgesehen davon, dass Klimaanlagen Strom verbrauchen und durch ihre Abluft dazu beitragen, die Umgebung außerhalb des Gebäudes zusätzlich zu erwärmen, werden noch viele der Geräte mit Difluormethan (R32) betrieben. Das Gas ist 675 mal so klimaschädlich wie CO2. Der Verkauf von Split-Klimaanlagen mit R32 ist in der EU deshalb ab 2029 verboten. Für Monoblock-Geräte gilt das Verbot bereits ab 2027.

Unsere Quellen:

  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • Verbraucherzentrale NRW
  • Stiftung Warentest
  • Greenpeace
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK)
  • Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Sendung: WDR 5, Der Tag um 12, 22.06.2026, 12:00 Uhr

Weitere Beiträge aus NRW

1 / 2