Schnäppchen oder Abzocke?: Black-Friday-Woche
Aktuelle Stunde . 24.11.2025. 24:59 Min.. UT. Verfügbar bis 24.11.2027. WDR. Von Alexa Schulz.
Für Schnäppchenjäger ist diese Zeit im Jahr etwas ganz Besonderes: Die Aktionstage rund um den Black Friday, der in diesem Jahr auf den 28. November fällt, versprechen etliche Rabatte. Viele Menschen in Deutschland nutzen sie, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. In einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmen YouGov geben 38 Prozent der deutschen Verbraucher an, dass sie wahrscheinlich gezielt am Black Friday etwas kaufen wollen, im Jahr 2024 lag der Wert noch bei 30 Prozent. Häufigstes Motiv: Sparen.
Doch auch Betreiber von Fake Shops wittern gerade jetzt fette Beute – denn wer gerade im Kaufrausch ist und sich schnell Rabatte sichern will, schaut vielleicht nicht ganz so genau hin wie sonst. Hier kommen die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:
Wie groß ist das Problem mit Fake Shops?
Wer auf Schnäppchensuche ist und unbedingt in einem bestimmten Zeitfenster shoppen will, schaut vielleicht bei der Wahl des Onlineanbieters nicht so genau hin. Und manchmal hilft selbst das nicht, so täuschend echt kommen Fake Shops daher. Laut Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ist nahezu jeder achte Online-Shopper ist in den vergangenen zwei Jahren auf die falschen Angebote reingefallen. Fake Shops erreichen über Werbung bei Google, Facebook oder Instagram Millionen potentielle Kunden.
"Mit bloßem Auge fällt es immer schwerer, einen Fakeshop zu erkennen", sagt Oliver Havlat von der Verbraucherzentrale. "Oftmals stehen auch echte Daten von Firmen dahinter, die natürlich gestohlen sind."
"Es werden Dinge angeboten, die niemals ausgeliefert werden" Oliver Havlat, Chefredakteur Verbraucherzentrale
Laut des Finanzguru-Fake Shop-Reports fielen 2023 rund 301.000 Deutsche auf solche Shops herein. Der geschätzte Schaden: über 94 Millionen Euro.
Wie kann ich selber Fake Shops erkennen?
Es wird immer schwieriger, Fake Shops zu erkennen. Die Webseiten sehen oft täuschend echt aus. Dennoch gibt es ein paar Dinge, auf die man grundsätzlich achten sollte:
- Ein Warnzeichen: Auffällige Internetadressen. Bei zusätzlichen Buchstaben in den Links, zum Beispiel der Endung ".de.com", solltet ihr genauer hinschauen.
- Das Bezahlen sollte über verschiedene, gängige Zahlungsarten funktionieren. Man sollte auf keinen Fall per Vorkasse zahlen.
- In einem seriösen Impressum muss eine E-Mail-Adresse und ein Verweis auf das Handelsregister stehen.
- Unbekannte Shops kann man nachschlagen und die Bewertungen checken: Gibt es zweifelhafte oder gar keine? Das ist ein schlechtes Zeichen.
- Siegel wie zum Beispiel "Trusted Shops" gelten als Beleg für die Seriosität eines Händlers. Nur wenn sich beim Klick auf das Siegel die Seite des Zertifikates öffnet und der Shop dort in grün "als gültig" aufgeführt ist, ist das Siegel echt.
- Helfen kann außerdem der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale
Wie funktioniert der Fakeshop-Finder?
Fake Shop-Finder der Verbraucherzentrale
Der Fakeshop-Finder wurde 2022 von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gestartet. Das KI-Tool überprüft die Website eines Shops innerhalb von Sekunden auf auffällige Merkmale. Kopiert man den Internetlink des Shops in die Suchzeile des Finders, erhalten Kunden dann eine grüne, gelbe oder rote Ampel und weitere Hinweise. Es gibt auf der Seite auch eine Liste mit Shops, die bereits aufgefallen sind. 86.000 gefälschte Online-Shops hat der Fakeshop-Finder bereits identifiziert. Und jeden Monat kommen rund 1.200 neue Shops dazu.
Die Betrüger erstellen ihre Shops mittlerweile durch KI weitestgehend automatisiert.
"Wir haben Fake Shop-Cluster gefunden, wo ein Betreiber hunderte oder auch tausende Fake Shops gleichzeitig betreibt." Oliver Havlat
Übrigens: Kein anderes Hilfsangebot der Verbraucherschützer wurde so oft genutzt wie der Fakeshop-Finder: 2,9 Millionen Mal wurde er im Jahr 2024 aufgerufen, fast doppelt so oft wie im Jahr 2023.
Was, wenn ich auf einen Fake Shop reingefallen bin?
Eine schnelle Reaktion ist wichtig – Rückbuchungen über die eigene Bank klappen oft noch innerhalb weniger Stunden. Im nächsten Schritt empfiehlt die Polizei Beweise zu sichern: Beispielsweise Kaufbestätigung, Mails und Screenshots der Website. Denn: All das kann danach bei der Ermittlung helfen. Unbedingt sollte so ein Betrug auch bei der Polizei angezeigt werden. Das geht auch über die "Internetwache" der Polizei. Über die kann man digital mit der Polizei Kontakt aufnehmen und online eine Strafanzeige erstatten.
Unsere Quellen:
- Interview mit Oliver Havlat
- Verbraucherzentrale
- Fakeshop-Finder
- Polizei NRW
- Marktforschungsunternehmen YouGov
- Internetwache der Polizei
- Finanzguru