Die Stadt Langenfeld will zu einem zentralen Schauplatz der Energiewende werden. Gleich zwei Unternehmen planen dort Großbatteriespeicher. Solche Speicher sind ein entscheidender Baustein, um die Klimaziele zu erreichen.
In den Anlagen wird in großen Dimensionen Strom aus Sonne und Wind zwischengespeichert. Wenn es dunkel ist oder kaum Wind weht, kann dieser gespeicherte Strom wieder ins Netz eingespeist werden.
Netzüberlastung und Blackout verhindern
Der Hintergrund: Erneuerbare Energien liefern nicht gleichmäßig Strom. Großbatteriespeicher nehmen überschüssige Energie auf, wenn Wind und Sonne mehr Strom liefern, als das Netz aufnehmen kann. So wird verhindert, dass Anlagen wegen Netzüberlastungen abgeschaltet werden müssen oder dass es im Extremfall zum Blackout kommt.
Abends, wenn besonders viel Strom gebraucht wird, oder bei Flaute, geben Großbatteriespeicher den Strom wieder ab.
In Langenfeld soll die Kapazität so groß sein, dass damit laut Stadt rund 40.000 Haushalte mehrere Tage lang versorgt werden könnten.
"Wir wollen Klimaneutralität 2035 erreichen, dafür müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen. Wenn das in Langenfeld funktioniert oder sogar noch schneller geht, umso besser." Thomas Küppers, Umweltdezernent Stadt Langenfeld
Langenfeld als Standort
Aus Sicht der der Unternehmen biete Langenfeld besonders gute Bedingungen für Großbatteriespeicher. Anlagen dieser Größenordnung brauchen einen leistungsstarken Anschluss an das Hochspannungsnetz, damit sie ausreichend Strom aufnehmen und abgeben können. Genau das biete das Umspannwerk in Langenfeld-Reusrath – und dort stünde zudem genügend Fläche für den Bau der Speicher zur Verfügung.
Große Pläne
Ein Großbatteriespeicher ist ungefähr so groß wie ein Schiffscontainer. Auf rund 13.500 Quadratmetern will das Unternehmen Kyon Energy 46 solcher Batteriecontainer aufstellen. Sie bilden das Herzstück der Anlage. Dazu kämen 23 Mittelspannungsstationen und ein eigenes Umspannwerk, die den Strom so umwandeln, dass er mit dem Hochspannungsnetz ausgetauscht werden kann.
Auch das Unternehmen Acton Energy plant, in Langenfeld in großem Umfang grünen Strom zu speichern und einzuspeisen.
Bis zum Baustart wird es noch dauern – denn die Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren sind langwierig.
Großbatteriespeicher in der Natur
Die Stadt hat nach eigenen Angaben bereits erste Ideen, wie sich die Anlagen möglichst gut in die Landschaft im Langenfelder Süden einfügen lassen, erklärt Umweltdezernent Thomas Küppers. Geplant sind unter anderem Erdwälle und Hecken als Sichtschutz.
Thomas Küppers, Umweltdezernent Stadt Langenfeld
Gleichzeitig will der Umweltdezernent auch die Erzeugung von grünem Strom vorantreiben. Zum Beispiel durch mehr Photovoltaikanlagen auf Dächern. Außerdem sei der Zusammenschluss zweier Windkraftanlagen zu einer großen, leistungsstärkeren Anlage bereits genehmigt.
Bürger können sich beteiligen
Die Menschen in Langenfeld können sich ab sofort beteiligen, Fragen stellen und Kritik oder Anregungen einbringen. Das offizielle Beteiligungsverfahren hat begonnen. Am Mittwochabend hat die Stadt die Pläne bei einer ersten Informationsveranstaltung interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt.
Die Stadt Langenfeld stellt die Pläne vor
Unsere Quellen:
- Stadt Langenfeld
- Kyon Energy Solutions GmbH
Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 07.05.2026, 06.31 Uhr