Margot und Heinrich van den Berg leiten den Weidenhof in Xanten
Das ist der Weidenhof
Die Augen geschlossen, den Kopf an den der Kuh geschmiegt, sitzt Heinrich van den Berg vor dem Stall. Die Kühe sind gerade zum Fressen in den offenen Stall gelaufen und freuen sich über das frische Heu und van den Berg über eine Kuscheleinheit mit seinen Lieblingstieren. "Kühe haben so eine besondere Ruhe, die sie ausstrahlen", sagt er und krault einer Kuh ausgiebig den Kopf.
Was schätzt Heinrich van den Berg vor allem an den Kühen?
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Der Bauer betreibt gemeinsam mit seiner Frau Margot den Weidenhof in Xanten, nur wenige Meter vom LVR-Archäologischen Park entfernt. Seit über 100 Jahren ist der Hof in Familienbesitz. Neben den Kühen gibt es Hühner, drei Pferde, Gänse, Meerschweinchen, Ziegen und Schafe. Früher gehörten auch noch Schweine dazu, doch im Laufe der Jahre hat sich hier viel verändert.
"Nachhaltigkeit ist für uns ein ganz besonders wichtiger Faktor", erklärt Heinrich van den Berg. Auf dem ehemaligen Schweinestall gibt es eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher. "Somit erzielen wir einen hohen Anteil eigener Energie." Die Wiesen werden nur mit organischem Dünger und nur in einem kleinen Umfang gedüngt, damit die Artenvielfalt, egal ob Pflanzen oder Insekten, erhalten bleibt und Lebensraum finden. Sogar die Kühe sind nachhaltig.
Das "Gelbvieh" ist eine bedrohte Kuhrasse
"Wir züchten eine bedrohte, alte Rasse. Das Gelbvieh, das in diesem Jahr auch die bedrohte Haustierrasse des Jahres ist. Dafür nehmen wir an einem gesteuerten Zuchtprogramm teil, um sie zu erhalten", erklärt der Bauer. Dennoch ist der wirtschaftliche Hauptteil auf dem Weidenhof nicht mehr Ackerbau und Viehzucht, sondern die Vermietung von Ferienwohnungen und der Erlebnishof.
"Jeder wird hier ernst genommen"
2008 standen Margot und Heinrich van den Berg vor der Entscheidung, wie es mit dem Hof weitergehen soll. "Wir haben viel überlegt und uns beraten lassen und uns dann dafür entschieden, Ferienwohnungen anzubieten." Die fünf voll eingerichteten Wohnungen befinden sich im ehemaligen Schweinestall. Wenn man aus der Tür tritt, ist man direkt mitten im Geschehen. Die drei Ponys Esprit, Charlie und Sanny leben in einem Offenstall, gemeinsam mit ein paar Ziegen. Die Besucher-Kinder dürfen jederzeit zu ihnen gehen, sie striegeln und mit ihnen schmusen.
Die Kinder und Tiere kommen sich auf dem Weidenhof ganz ohne Zwang näher
Gleich daneben befindet sich das großzügige Meerschweinchengehege. Hier sitzen über den Tag verteilt immer ein paar Kinder. Sie füttern die Tiere, machen den Stall sauber oder sitzen einfach nur ganz still mit einem Meerschweinchen auf dem Schoß dort und streicheln es.
"Das ist wie Meditation, wenn man die Tiere so auf dem Schoß sitzen hat und ihnen beim Mümmeln zuguckt", sagt Margot van den Berg, die gerade einem Tier das Fell schneidet, "damit es nicht so verfilzt". Die 57-Jährige ist bei den Kindern mindestens genauso beliebt wie die Tiere auf dem Hof. Sie merkt sich sofort alle Namen und erklärt ihnen geduldig alles über die Tiere und deren Haltung.
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"Es ist so herzlich und persönlich hier, so achtsam. Das ist total schön", sagt Joanna aus Hennef. Sie kommt mit ihrer Familie schon seit ein paar Jahren auf den Weidenhof nach Xanten. "Das Programm ist so abwechslungsreich und den Kindern zugewandt. Jeder wird ernst genommen."
So geht Kuhkuscheln
Margot und Heinrich van den Berg haben selbst drei Söhne, die mittlerweile erwachsen sind. Man könnte denken, dass die beiden schon immer Landwirte waren. Tatsächlich hat Margot aber früher in einer Großküche gearbeitet. "Und ich hatte bis vor zwei Jahren noch einen guten Job bei der Bank. Über 30 Jahre habe ich dort gearbeitet", berichtet Heinrich van den Berg.
- Auch diese beiden Olfener lieben Tiere und haben sich ihren Traum erfüllt: ein eigener kleiner Zoo. Mehr dazu hier.
Seit zwei Jahren ist er ganz für seine Tiere und Gäste da, hat sogar eine Fortbildung in Bauernpädagogik absolviert. Und bietet professionelles Kuhkuscheln an. Kuhkuscheln ist eine entspannte Begegnung mit den Tieren. Dafür geht Heinrich van den Berg mit den Teilnehmern für etwa anderthalb Stunden über die Wiese zu den Kühen. Vorsichtig nehmen sie Kontakt zu ihnen auf, streicheln sie, stehen still neben ihnen oder liegen sogar aneinander gekuschelt auf dem Boden.
Dabei kommt es immer wieder zu berührenden Interaktionen zwischen Tier und Mensch. "Vorhin hat sich eine Besucherin zu einer liegenden Kuh hingehockt. Dann kam ein Jungtier von hinten, hat sein Maul leicht in den Rücken der Frau gedrückt und dort minutenlang verharrt", erzählt der Bauer.
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Aber die Landwirte haben sich noch mehr einfallen lassen. Zum Beispiel für die Abende. Dann macht Heinrich van den Berg ein offener Feuer an und alle setzen sich zusammen. Dazu gibt es Marshmallows, Stockbrot und schöne Gespräche. Die Favoriten der Kinder sind aber definitiv das Ponyreiten und das Treckersurfen. Dabei sitzen oder stehen die Kinder auf einem riesigen Teppich, der vom Trecker über die Wiese gezogen wird.