Bauern haben zu viele Kartoffeln
WDR. 03:20 Min.. Verfügbar bis 22.04.2028.
Landwirt Antonius Maas öffnet das große Tor zu seinem Kartoffellager auf dem Birkenhof in Geseke-Störmede. Kalte Luft und der typische Kartoffelgeruch strömen heraus. "Das sind 1200 Tonnen, die eigentlich darauf warten, dass sie in die Fritten gehen", sagt Maas.
Wie die meisten Kartoffelanbauer in NRW verkauft Maas den weitaus größten Teil seiner Kartoffeln an Industrieunternehmen, die Pommes und Chips herstellen. Doch in diesem Jahr läuft der Absatz an Industriekartoffeln extrem schleppend. Der Markt ist von Kartoffeln immer noch überschwemmt.
Anbaufläche deutlich gestiegen
Für die Kartoffelbauern in der Soester Börde hat die Haupt-Pflanzzeit begonnen
Das Überangebot liegt zum einen daran, dass die Ernte im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gut war. Außerdem waren die Preise jahrelang hoch, dass viele Betriebe neu in den Kartoffelanbau eingestiegen sind. Die Anbaufläche ist deutlich gewachsen. Und das alles führt zu einem zu großen Angebot.
Außerdem stellen die Kartoffelbauern fest, dass die Nachfrage nach Kartoffeln gerade bei jungen Menschen nachlässt. "Wenn alle ganztags arbeiten, steht auch schon mal Convenience auf dem Plan. Und Nudeln und Reis muss man nicht schälen", sagt Landwirt Maas.
Landen Kartoffeln in der Biogasanlage?
Aktuell schließen die Kartoffelbauern für den Verkauf der Industriekartoffeln die neuen Verträge für dieses Jahr. Die stehen wegen des hohen Angebots stark unter Druck. Landwirt Antonius Maas erzählt, dass er nur noch die Hälfte des Vorjahrespreises bekommt.
Der Kartoffelanbauer schaut auf die Kisten mit Kartoffeln. Wenn er die nicht los wird, wird er sie an Tiere verfüttern oder die Kartoffeln landen in der Biogasanlage: Warum pflanzt er dann jetzt wieder? "Wir sind quasi mit Kartoffeln verheiratet. Haben investiert und müssen am Ball bleiben."
Unsere Quellen:
- Landwirtschaftskammer NRW
- Landwirt Antonius Maas
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, "Es gibt zu viele Kartoffeln", 21.04.2026, 06:01 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 21.04.2026, 19:30 Uhr
