Der Landwirt und Waldbesitzer Torsten Dörmbach steht auf seinem Waldgrunstück. Er ist umgeben von Bäumen und Pflanzen und lächelt zufrieden.

Landwirt und Waldbesitzer Torsten Dörmbach ist für den Waldpreis nominiert

Gesunde Bäume: So will ein Waldbesitzer dem Klimawandel trotzen

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Seit Generationen bewirtschaftet die Familie von Torsten Dörmbach rund 45 Hektar Wald in Wipperfürth. Ein Familienbesitz, von dem alle leben konnten. Doch der Klimawandel macht jetzt das Generationenversprechen zunichte. Wie schafft es Dörmbach, den Wald zukunftssicher zu machen?

Von Gaby van den Boom

Kahle Fichtenstämme reihen sich aneinander. Verteilt im ganzen Waldgebiet ragen sie wie Mahnmale aus dem grünen Dickicht. "Das Ökosystem ist ganz schön aus dem Takt gekommen und jetzt ist es genauso mühsam, es wieder in Takt zu kriegen", sagt Torsten Dörmbach, während er seinen Blick über die Landschaft schweifen lässt. Ihm gehören die Flächen, auf denen das Totholz steht. Borkenkäfer und Dürre zerstörten im Jahr 2018 seine gesamten Fichtenbestände. Ein Schaden von mindestens einer Million Euro. Doch Aufgeben war für den 39-Jährigen keine Option.

Dörmbach entscheidet sich dafür, seinen Wald naturnah und klimabeständig zu erneuern. Der studierte Forstingenieur zieht auf seinem Areal in Wipperfürth einen Laub-Mischwald mit großer Baumvielfalt auf. Fast 60.000 Baumsetzlinge hat er in die Erde gebracht, 39 verschiedene Baumarten wachsen hier wieder. "Diese Käferkatastrophe hat uns in die Zwangslage gebracht, dass wir ad hoc aufforsten mussten. Das war sehr schmerzhaft, doch es war auch die Chance des Jahrhunderts", sagt Dörmbach rückblickend. "Nur so haben wir den Waldumbau weg von der Fichte hin zu gemischten Beständen in relativ kurzer Zeit hingekriegt."

Landwirt Torsten Dörmbach ist begeistert von der Artenvielfalt in seinem Wald

00:18 Min. Verfügbar bis 27.06.2027

Dafür wurde Dörmbach für den Deutschen Waldpreis in der Kategorie Waldbesitzer nominiert. Der Preis wird seit 2018 jährlich von einem Verband von Forst- und Landwirtschaftszeitschriften vergeben und zeichnet Menschen aus, die sich in besonderer Weise für die Forstbranche stark machen. Die Gewinner werden am 10. Juli bei der Preisverleihung in Berlin bekannt gegeben.

Deutscher Waldpreis: Nominierung als Chance

Als Dörmbach von seiner Nominierung erfuhr, konnte er es kaum glauben. Er möchte die Aufmerksamkeit dafür nutzen, dass auch andere Waldbesitzer seinem Beispiel folgen. "Ich will zeigen, dass es auch im kleinen Privatwald funktioniert, dass man da auch sinnvolle Waldbilder hinkriegt und wir mit mehreren etwas tun können für die kommenden Generationen."

Auf dem Bild ist der Wald des Landwirtes Torsten Dörmbach zu sehen. Neben einer großen grünen Wiese sieht man auch verschiedene Bäume und andere Pflanzen.

Torsten Dörmbachs Wald ist durch eine hohe Pflanzenvielfalt gekennzeichnet

Auf seinem Rundgang durch die Waldgebiete, die direkt am Hof der Familie liegen, bleibt Dörmbach immer wieder stehen und streicht liebevoll über junge, heranwachsende Bäume. Inzwischen muss er keine teuren Setzlinge mehr kaufen. "Das hat die Natur uns geschenkt", sagt er und zeigt auf ein grünes Feld. Eine junge Eiche neben der anderen. "Die haben sich selbst vermehrt. Das haben die Baumarten seit der mittleren Eiszeit alle gemacht und sich so über die generative Vermehrung an den Standort angepasst", erklärt Dörmbach. "Durch den Klimawandel geht das jetzt natürlich in einem schnelleren Tempo. Ich kann nicht sagen, ob das auch so klappt, aber so wie es aussieht, bekommen die Bäume das hin".

Einen halben Kilometer weiter wächst alles bunt durcheinander. Der Familienvater zeigt auf eine Vogelbeere. "Die wurden früher als Unkraut rausgenommen", erzählt er. "Zum Glück sind wir jetzt auf einem anderen Wissensstand und ich kann das durchsetzen, was ich im Studium gelernt habe."

Schutz der jungen Bäume

Zum Schutz der Bäume hat Dörmbach auch die Jagd wieder übernommen. Gegen viel Widerstand und Anfeindungen. Aber das Jagen sei notwendig, um den Bestand unter Kontrolle zu bekommen. Denn auch Rehe und das eigentlich hier nicht heimische Damwild fressen die jungen Bäume, erklärt der Waldbesitzer. Wie diese Form der Jagd bei der traditionellen Jägerschaft ankommt und ob sie sich wirtschaftlich trägt, zeigen wir auch auf unserem YouTube-Kanal WDR Lokalzeit LandSchafft!

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Dörmbach erklärt, dass zum Schutz vor Tieren auch die abgestorbenen Fichten nicht gefällt werden. Die Stämme dienen als Landepunkt für die Greifvögel. Von dort aus jagen sie die Mäuse, die Wurzeln junger Bäume wegfressen könnten. Sie haben sich in der Vergangenheit stark vermehrt.

Bis sich Dörmbachs Arbeit auch für ihn rentiert, wird es noch dauern. "Ich vermute mal, dass ich zum Ende meiner Karriere vielleicht wieder positive Erträge einfahren werde", sagt er. Doch der Vater von drei Kindern weiß, warum und für wen er es auch macht: "Ich weiß, wenn ich es jetzt vernünftig mache, dass meine Enkel einen sehr positiven Nutzen haben. Meine direkten Nachkommen werden hier Holz verkaufen können."

Landwirt Torsten Dörmbach über das Privileg, den Wald schützen zu dürfen

00:13 Min. Verfügbar bis 27.06.2027

Und auch die ganze Region werde profitieren. "Wenn wir in 50 Jahren wieder ein funktionierendes Waldökosystem stehen haben, werden auch die Ökosystem-Leistungen wie Trinkwasserspeicherung, Luftreinigung, Erosionsschutz und Klimapufferung funktionieren. Und so auch den Lebensraum im Bergischen lebenswert halten."

Über dieses Thema haben wir auch am 30.05.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Bergisches Land, 19.30 Uhr.

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