Gibt es die eine, beste Zahlungsmöglichkeit?
Der beste, sicherste und schnellste Zahlungsweg ist immer noch die Barzahlung, also Ware gegen Geld. Das geht aber nur, wenn sich Käufer:in und Verkäufer:in gegenüber stehen – und das ist bei Online-Käufen oft nicht so.
Sehr gut funktioniert die so genannte Echtzeitüberweisung, die inzwischen alle Banken kostenlos anbieten müssen. Das Geld wird hier innerhalb weniger Sekunden überwiesen. Es gibt nur ein Problem: Wenn ich etwas online gekauft habe, will ich meine Kontodaten möglichst keiner fremden Person geben, weil ich nicht genau weiß, was die damit macht. Das gilt auch für die Daten meiner Kreditkarte.
Was kann passieren, wenn ich meine Kontodaten weitergebe?
Man muss nicht fürchten, dass das Konto dadurch einfach so leergeräumt wird. Unberechtigten Abbuchungen kann man bei der Bank widersprechen und das Geld zurückbuchen lassen. Aber: Das ist nervig und zeitaufwändig.
Und: Kriminelle können die Kontodaten missbrauchen, da gibt es diverse Betrugsmaschen. Eine davon: Sie verwenden die IBAN, um z. B. bei Paypal die Gast-Funktion zu nutzen – eine echte Sicherheitslücke. Sie kaufen etwas ein, obwohl sie kein Paypal-Benutzerkonto haben und geben dann eine fremde IBAN ein – z. B. meine, die ich vorher irgendwann mal angegeben habe. Dann wird mir das Geld abgebucht, obwohl ich nichts gekauft habe. Aber auch hier gilt: Ich kann das Geld zurückbuchen lassen: Wichtig ist also, immer die Kontoauszüge genau zu prüfen.
Paypal: Kundenservice und Datensicherheit lassen zu Wünschen übrig
PayPal ist praktisch, geht schnell und ist bequem. Aber: Das alles gilt eben nur, solange alles glatt läuft. Paypal ist ein US-Unternehmen, das zwar auch eine Niederlassung in Deutschland hat, Nutzende berichten aber, dass man oft nur sehr schlecht einen Menschen bei Paypal erreicht, wenn es mal Probleme gibt.
Und: Es gibt nicht nur jede Menge Betrugsmaschen in Verbindung mit Paypal, es hat auch schon Datenlecks gegeben oder die Daten von Nutzenden werden im Internet gehandelt.
Welche Alternative habe ich?
Das Portal "Kleinanzeigen", früher Teil von eBay, heute eigenständig, hat einen eigenen Zahlungsdienstleister ("OPP"), der wie ein Treuhänder arbeitet. Wer etwas kauft, muss seine Kontodaten nicht herausgeben, sondern bezahlt an OPP. Der Verkäufer bekommt sein Geld erst, wenn der Käufer die Ware bekommen hat und alles OK damit ist. Das meldet der dann über die Plattform.
Allerdings gibt es auch dort Schwachstellen: Der Käufer kann einfach "ein Problem melden", es wird nicht nachgeprüft, was da genau los ist. Aber: der Verkäufer bekommt dann zunächst sein Geld nicht. Der Kundenservice reagiert mitunter eher schleppend, berichten Nutzende.
Was genau macht der neue Dienst "Wero"?
Wero soll die europäische Alternative zu Paypal werden, dahinter stecken alle großen Banken. Es ist der Nachfolger von Giropay, das sich ja nie durchsetzen konnte. Leider scheint aber auch Wero nicht so recht in Fahrt zu kommen, denn eigentlich sollten schon ab Sommer zahlreiche Online-Shops angeschlossen sein.
Immerhin: Seit Anfang November kann man bei einem großen Ticket-Anbieter seine Veranstaltungstickets mit Wero bezahlen, wenn man sein Konto bei der Sparkasse oder einer Volksbank/Raiffeisenbank hat. Man bekommt nach dem Kauf einen QR-Code angezeigt, scannt den und landet in der Banking-App seiner Bank und bezahlt da. Bald sollen zwei große Online-Händler und die Bahn dazu kommen.
Autor: Michael Stein
Redaktion: Jan Friese
Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.