NRW und der Traum von Olympia

die story 15.04.2026 43:13 Min. UT Verfügbar bis 31.12.2099 WDR Von Marion Försching, Daniela Becker und Fritz Sprengart

NRW sagt Ja zu Olympia

Wie es jetzt nach der Abstimmung weitergeht

Stand:

Es steht fest: NRW will sich mit der Region "KölnRheinRuhr" um die Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen bewerben. Doch wie geht es nach den positiven Bürgerentscheiden in den 17 NRW-Städten weiter mit der Olympia-Bewerbung.

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Hier gibt's die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Olympia-Bürgerentscheiden am Wochenende:

Worum ging es bei den Bürgerentscheiden am 19. April?

In 17 NRW-Kommunen wurde darüber abgestimmt, ob sich die jeweilige Stadt an der Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um Olympische und Paralympische Spiele beteiligen soll. Es geht um die Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Köln ist die sogenannte "Leading City" der Bewerbung. Weitere Austragungsorte in der Bewerbung sind Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal.

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Im Rahmen des Bürgerentscheids konnten die Bürger in den potenziellen Kommunen abstimmen, ob die Region mit diesem Konzept überhaupt ins Rennen gehen soll.

Wie ging die Abstimmung aus?

Laut den Ratsbürgerentscheiden ist die Mehrheit der Menschen in den beteiligten Städten für eine Bewerbung. In allen 17 Kommunen stimmten mehr Wahlberechtigte für eine Bewerbung als dagegen. Allerdings wurde in Herten nicht das nötige Quorum erreicht. Statt den notwendigen 15 Prozent stimmten nur 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten zu. Damit fällt Herten, wo gemeinsam mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, vollständig aus der NRW-Bewerbung heraus.

Wie geht es jetzt weiter?

Dass die Bürgerentscheide positiv ausgefallen sind, führt nicht automatisch dazu, dass "KölnRheinRuhr" vom Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) für die offizielle Bewerbung für die olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ausgewählt wird. Mit welchem der vier deutschen Konzepte (München, Berlin, Hamburg oder "KölnRheinRuhr") Deutschland ins internationale Bewerbungsverfahren geht, will der DOSB am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden. Dabei bewertet der DOSB alle vier Kandidaten mithilfe einer Matrix, in der neben der Zustimmung der Bevölkerung weitere Faktoren gewichtet werden. Der DOSB rechnet mit einer Entscheidung des IOC über die Sommerspiele 2036 nicht vor 2027.

Neben NRW bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin für eine Ausrichtung. In München gab es bereits ein positives Votum für eine Bewerbung, in Hamburg steht die Abstimmung am 31. Mai an, in Berlin stimmt das Abgeordnetenhaus ab.

Wie lief die Abstimmung ab?

Kölner Stimmzettel zum Olympia-Bürgerentscheid | Bildquelle: WDR / Rainer Striewski

Die Bürgerentscheide wurden als Briefabstimmungen durchgeführt. Die Unterlagen wurden den Abstimmungsberechtigten schon vor Wochen zugeschickt. Am Sonntag (19. April) wurden die Stimmen dann ausgezählt.

Abstimmen durfte, wer auch bei Kommunalwahlen wahlberechtigt ist: also deutsche Staatsangehörige und EU-Bürgerinnen und -Bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens dem 03. April (16 Tagen vor dem Entscheid) in ihrer Kommune wohnen und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Das Statistische Landesamt IT.NRW hat mehr als vier Millionen Wahlberechtigte in den 17 Bewerberkommunen errechnet. Abgestimmt haben laut Landesregierung mehr als 1,4 Millionen.

Der WDR berichtet am Sonntag ausführlich über den Verlauf und die Ergebnisse der Abstimmungen.

  • In Web und App informieren wir mit einem Liveblog aus den 17 Kommunen und am Abend über die zentrale Veranstaltung in Köln.
  • Das WDR Fernsehen ist in allen aktuellen Sendungen dabei. Um 21.45 Uhr gibt es eine Sondersendung mit allen Ergebnissen.
  • Im WDR Hörfunk berichten die Nachrichten fortlaufend. WDR 2 widmet der Olympia-Entscheidung eine Sondersendung ab 20 Uhr.

Welche Regeln gab es die Bürgerentscheide?

Für die Zustimmung reichte nicht allein die Mehrheit der Stimmen. Zusätzlich musste ein "Zustimmungsquorum" erreicht werden, also eine bestimmte Menge an Ja-Stimmen. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mussten mindestens zehn Prozent aller Stimmberechtigten mit Ja stimmen, damit ihre Stadt in der Olympiabewerbung bleibt. In mittelgroßen Kommunen brauchte es 15 Prozent Ja-Stimmen, in kleineren 20 Prozent.

Wie wird das Gesamtergebnis am Ende vom DOSB berechnet?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) berücksichtigt in seinem Gesamtergebnis nur die Städte mit einem positiven Votum. Städte, in denen das "Zustimmungsquorum" nicht erreicht wurde, fallen heraus. Im Fall von NRW trifft das nur für Herten zu, wo nur 12,55 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja stimmten.

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Was spricht für, was gegen Olympia in NRW?

Logo der Olympiabewerbung NRW | Bildquelle: Land NRW

Befürworter sehen in Olympischen und Paralympischen Spielen einen Schub für das Image von NRW: Auch Investitionen in Nahverkehr, Digitalisierung, barrierefreie Infrastruktur und Sportstätten könnten der Region über die Spiele hinaus zugutekommen. Dazu kommt die Hoffnung auf einen positiven gesellschaftlichen Effekt, weil ein internationales Sportereignis dieser Größe viele Menschen zusammenbringt.

Kritiker verweisen vor allem auf die finanziellen Risiken, weil Olympische Spiele in der Vergangenheit oft deutlich teurer wurden als geplant. Hinzu kommen Umweltbedenken, etwa weil für olympische Bauten im Kölner Norden bislang unbebaute Flächen versiegelt würden, die nach Ansicht von Umweltschützern wichtig für Landwirtschaft und Stadtklima sind.

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WDR 5 Westblick - aktuell 13.04.2026 06:02 Min. Verfügbar bis 13.04.2027 WDR 5

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Unsere Quellen:

  • Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB)
  • Land NRW
  • Stadt Köln
  • IT.NRW

Sendung: WDR 5, Westblick, 14.04.2026, 17:05 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, NRW und der Traum von Olympia, 15.04.2026, 22:15 Uhr (und in der ARD Mediathek)
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 15.04.2026, 18:45 Uhr

Kommentare zum Thema

  • qwertz 21.04.2026, 19:37 Uhr

    Diese Art der Berichterstattung grenzt schon an bewußtes Lügen. Erstens waren nur die Einwohner von 19 Kommunen abstimmungsberechtigt. Zweitens reichte es im Extremfall, wenn 5 % (7,5 % / 10 %) plus einer der stimmberechtigten Bürger mit Ja stimmten. Aus Erfahrung weiß man, daß sich bei derartigen Abstimmungen die Befürworter eines Projekts stärker beteiligen als die Gegner. Das verzerrt das Abstimmungsergebnis zusätzlich. Und peinlicherweise wird die Wahlbeteiligung nur bei Herten genannt. (Man kann aber davon ausgehen, daß in allen beiteiligten Kommunen nur eine Minderheit dafür war.) Unter "NRW sagt Ja zu Olympia" stelle ich mir was anderes vor!

  • Martin Schmidt 21.04.2026, 16:04 Uhr

    Naja, bleibt noch die Hoffnung, dass dieser Unsinn nicht nach NRW geht sondern in irgendein Diktatoren geführtes Land, dass verzweifelt versucht sein Image aufzupolieren. Was soll eigentlich das Bewerbungsverfahren an Steuergeldern kosten? Würde mich mal interessieren. Alleine diese Abstimmung hat ja schon mehr als 11 Millionen gekostet.

  • Helmut 21.04.2026, 11:07 Uhr

    So ein Quatsch, nicht NRW ist für Olympia, sondern die Bürger in den beteiligten städten. Wir, die das ja bezahlen müssen, werden nicht gefragt. Wie wirkt sich denn Olympia aus? in dden beteiligten Städten wird es zu einschränkungen im öffentlichen Leben kommen, wegen den Sicherheitsvorkehrungen, dem Verkehr, und den Besucher der Wettkämpfe. Die anderen dürfen daffür bezahlen, einerseits durch Steuern, andererseits durch Inflation. Denn man wird Olympia nicht entkommen können. Jeder kleine Kiosk wird sich Werbetechnisch an Olympia dranzuhängen versuchen, und die Werbeausgaben werden auf die Preise geschlagen werden. Und egal ob man radio hört, Fernsehen schaut oder sich im Internet bewegt, wird man mit dem Mobbing Mist erschlagen. Denn letztlich ist eine Olympiade die Feier des Mobbings, wo jeder vorgeführt wird, der eben nicht das Talent zu einer Medaillie hat. wenn einer gerne Sport macht, soll er es machen, wollen sich Sportler messen, bitteschön. Aber lasst den Rest in Ruhe damit!