Bürgerentscheid: Kosten und Risiken Olympischer Spiele in Köln
03:09 Min.. Verfügbar bis 27.03.2028.
Olympische Spiele ja oder nein - in Köln können gut 800.000 Menschen per Ratsbürgerentscheid eine Bewerbung unterstützten - oder sich dagegen aussprechen. Nach Angaben der Stadt sind inzwischen alle Abstimmungsunterlagen verschickt. Bis zum 19. April 2026 können die Menschen abstimmen, ob Köln sich als „Leading City“ mit 16 weiteren Kommunen an Rhein und Ruhr als deutscher Austragungsort ab 2036 bewirbt.
Die Durchführungskosten der Spiele schätzt der Deutsche Olympische Sportbund DOSB die gesamte Region "Köln-Rhein-Ruhr" auf 4,8 Milliarden Euro. Die Einnahmen, so heißt es, würden diese Ausgaben aber übersteigen: Werbung, Ticketverkäufe, TV-Rechte und Weiteres sollen laut DOSB 5,2 Milliarden einbringen. Das ist aber erstmal nur eine Prognose. Die letzten Spiele in Paris vor zwei Jahren zum Beispiel wurden teurer als gedacht.
Unklar: Kosten für die Infrastruktur
Unklar ist bislang, welche Kosten auf Köln beim Ausbau von Infrastruktur zukommen, sagt Sven Stolz, Leiter des Kölner Sportamtes: "Da haben wir aktuell noch keine Zahl, weil wir haben sowieso Planungen in die Infrastruktur bis 2036, 40 und 44." Heißt also: Beim Ausbau von Straßen oder dem Bus- und Bahnnetz kommt es letztlich darauf an, ob es Fördergelder wegen der Olympischen Spiele gibt - und wie hoch diese ausfallen.
"Olympia" als Schub für Sportvereine
Schon jetzt macht sich nach Ansicht von Stolz bezahlt, dass die Stadt Fördergelder für die Sport-Infrastruktur bekommt. „Genau wegen der Bewerbung haben Bund und Land Förderprogramme initiiert, ein ganz klares Signal in den Breitensport, in die Sportstätten-Infrastruktur! Ein Programm vom Bund 1 Milliarde Volumen für Sanierung kommunaler Sportstätten und auch das Land hat 600 Millionen Euro bereitgestellt." Davon, so Stolz würden die vielen Kölner Sportvereine profitieren. Denn viele Kölner Vereine kritisieren, dass ihre Hallen und Trainingsplätze in der Stadt in einem schlechten Zustand sind.
Plakate, Flyer, Infostände: Die Stadt Köln will erreichen, dass sich viele am Ratsbürgerenscheid beteiligen.
Die Wettkämpfe der Olympischen und Paralympischen Spiele würden in den großen Hallen und Stadien in der Stadt stattfinden. Das Stadion käme für Fußball und Rugby in Frage, die Arena für Turn-Wettbewerbe. Das ist ein Punkt, der aus Sicht der Befürworter für Köln spricht: die meisten der für die Wettkämpfe benötigten Sportstätten seien schon vorhanden. Die Kampagne wirbt daher auch mit den „nachhaltigsten Spielen“. Gegner der Bewerbung kritisieren unter anderem die Kosten und Risiken eines solchen Groß-Projektes.
300.000 Euro für Werbung zum Bürgerentscheid
Der nun laufende Ratsbürgerentscheid kostet nach Angaben der Stadt Köln rund 2,5 Millionen Euro. 85 Prozent dieser Kosten trägt das Land NRW. Um Menschen für die Abstimmung zu mobilisieren, hat die Stadt außerdem rund 300.000 Euro für Werbung investiert. Online informiert sie unter anderem mit einem FAQ über Fragen rund um die Olympischen Spiele und die geplante Umsetzung.
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- Interview Sportamt Stadt Köln
- Deutscher Olympischer Sportbund
- Bündnis "NOlympia"
Sendung: WDR.de, Bürgerentscheid: Kosten und Risiken Olympischer Spiele in Köln, 27.03.2025, 15.58 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 27.03.2026, 19.30 Uhr