Der Haupteingang des Lohrheidestadions (Archivfoto)

Saison 2026/2027 Regionalliga West - das sind die vier Aufsteiger

Stand:

Das Starterfeld für die Fußball-Regionalliga West steht fest. Einer der vier Aufsteiger gehörte früher der Bundesliga an, ein anderer spielt nun zum ersten Mal in der Regionalliga - wir stellen die Liga-Neulinge näher vor.

Die Regionalliga-Saison 2026/2027 beginnt bereits am 31. Juli. Vier Aufsteiger sind in der neuen Saison mit dabei: Aus Westfalen sind Westfalia Rhynern und die SG Wattenscheid 09 aufgestiegen, vom Mittelrhein ist der SV Bergisch Gladbach 09 und vom Niederrhein der VfB 03 Hilden neu mit dabei.

SG Wattenscheid 09

Die SG Wattenscheid 09 ist der prominenteste Verein unter den vier Aufsteigern. Der im Westen des Bochumer Stadtgebiets beheimatete Klub spielte von 1990 bis 1994 erstklassig, doch die Bundesliga-Zeiten sind seit Längerem vorbei. 1999 verabschiedeten die Wattenscheider aus dem Profifußball, spielten zeitweise nur noch sechstklassig.

Durch den zweiten Platz in der abgelaufenen Saison der Oberliga Westfalen schaffte die SG Wattenscheid 09 den Aufstieg in die Regionalliga West. Die Schwarz-Weißen überzeugten vor allem mit einer starken Defensive, ließen im Schnitt weniger als ein Gegentor pro Spiel zu.

Zuletzt in der Regionalliga: 2022/2023. Seit der Regionalliga-Reform 2012 startet die SG Wattenscheid 09 nun zum neunten Mal in eine Saison in der vierthöchsten Spielklasse, wobei man die Spielzeit 2019/2020 wegen einer Insolvenz bereits im Oktober 2019 abbrechen musste.

Heimspielstätte: Die SG Wattenscheid 09 trägt ihre Heimspiele traditionell im Lohrheidestadion aus. Das ehrwürdige Stadion wurde 1954 erbaut, die jüngste Renovierung ist erst 2025 abgeschlossen worden. Aktuell ist dort Platz für 16.233 Fans.

Zuschauerschnitt 2025/26: Immerhin lag die SG bei den Zuschauerzahlen in der Oberliga im vierstelligen Bereich - auch wenn das Lohrheidestadion bei voller Auslastung sogar eine bundesligareife Kulisse ermöglichen würde. Rund 1.500 Fans waren in der abgelaufenen Spielzeit pro Spiel dabei, gegen den SV Lippstadt feierten sogar rund 4.300 Anhänger den Aufstieg mit.

Westfalia Rhynern

Die abgelaufene Saison war für den SV Westfalia Rhynern überaus erfolgreich: Der Klub aus dem Süden der Stadt Hamm erreichte durch 96 Tore und 25 Siege in 36 Spielen den ersten Tabellenplatz in der Oberliga Westfalen. Damit sicherte sich die Westfalia nicht nur den Aufstieg in die Regionalliga, sondern auch einen Startplatz in der DFB-Pokal-Hauptrunde.

Zuletzt in der Regionalliga: 2017/2018. Zum ersten und bisher einzigen Mal stieg die Westfalia im Jahr 2017 in die Regionlliga auf. Nach nur fünf Siegen in 34 Punktspielen musste Rhynern aber schon ein Jahr später wieder den Weg in die Fünftklassigkeit antreten.

Heimspielstätte: Das heimische Spielfeld der Blau-Weißen liegt im Westfalia-Sportpark, am Rande des Hammer Stadtteils Rhynern gelegen. Nach Klubangaben bezog die Westfalia das neu errichte Stadion im September 2022. Das Fassungsvermögen wird auf 2.500 Fans beziffert.

Zuschauerschnitt 2025/26: So richtig in die Höhe treiben wird Rhynern die Zuschauerzahlen in der Regionalliga wohl nicht. In der Oberliga kamen rund 500 Zuschauer zu den Spielern des Klubs in Hamm. Der Westfalia-Sportpark war also mitnichten ausgelastet. Zum Aufstiegsspiel sahen immerhin rund 1.400 Zuschauer zu.

SV Bergisch Gladbach 09

Mit einem 10:0-Sieg am letzten Spieltag sicherte sich der SV Bergisch Gladbach 09 den Meistertitel in der Mittelrheinliga 2025/2026 und damit das Regionalliga-Ticket. Nur drei Punktspiele verloren die Bergischer Gladbacher in der abgelaufenen Saison und kassierten in den 30 Mittelrheinliga-Spielen lediglich 28 Gegentreffer.

Zuletzt in der Regionalliga: 2020/2021. Seit 2012 spielten die Bergisch Gladbacher in drei Spielzeiten viertklassig, und zwar 2012/2013, 2019/2020 und 2020/2021.

Heimspielstätte: Das Stadion des SV Bergisch Gladbach 09 ist an der Paffrather Straße gelegen, nordwestlich des Stadtzentrums. Es bietet Platz für 10.500 Fans.

Zuschauerschnitt 2025/26: 10.500 Fans hat Bergisch Gladbach quasi nie zu Gast. Der Klub spielte in der Mittelrheinliga vor im Schnitt 168 treuen Anhängern - eine Atmosphäre fast wie im unterklassigen Amateurfußball und weit unter dem schlechtesten Besuch der Regionalliga West. Dort sahen beim FC Schalke 04 II immerhin rund 350 Leute pro Spiel zu. Ob die Zahl der Fans in Bergisch Gladbach in der Regionalliga deutlich ansteigt, bleibt abzuwarten.

Das sind die vier Aufsteiger in die Regionalliga West

NRW-Sport 15.06.2026 01:42 Min. Verfügbar bis 14.06.2028 WDR Online

VfB 03 Hilden

Am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison in der Oberliga Niederrhein machte es der VfB 03 Hilden spannend: Im Auswärtsspiel beim SC St. Tönis kam der Spitzenreiter nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Doch weil Verfolger Ratingen 04/19 sein Spiel verlor, durfte Hilden am Ende die Niederrhein-Meisterschaft und den Aufstieg feiern.

Zuletzt in der Regionalliga: noch nie. 1977/1978 spielten die Hildener für eine Saison in der damals drittklassigen Verbandsliga Niederrhein - dennoch ist der Aufstieg in die Regionalliga nun der vielleicht größte Erfolg in der mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte des VfB.

Heimspielstätte: Eigentlich trägt der VfB seine Heimspiele auf dem Sportplatz an der Hoffeldstraße aus. Weil diese Anlage aber nicht regionalligatauglich ist, muss der Klub in sein Ausweichstadion Am Bandsbusch umziehen, das sich auch auf Hildener Stadtgebiet befindet. Allerdings muss auch die Anlage Am Bandsbusch baulich erst noch für die Regionalliga hergerichtet werden. "Es geht dabei vor allem um einen eigenen Block für die Gästefans", so Daniel Wittke, erster Vorsitzender des VfB 03 Hilden gegenüber dem WDR.

Der Zaun, der den Gästeblock umfasst, müsse eine Mindeshöhe erfüllen und auch der Gang vom Eingang zum Gästeblock müsse mit einem Zaun gesichert werden. Das Stadion brauche außerdem ein neues Kassenhäuschen und eine Internetverbindung, die die problemlose TV-Übertragung garantiere. Die Baumaßnahmen haben bereits begonnen und werden laut Wittke vom Verein und der Stadt Hilden gemeinsam finanziert.

Das Stadion rechzeitig regionalligatauglich zu machen, sei herausfordernd: "Die Saison beginnt ja schon am 31.7., der Westdeutsche Fußballverband möchte, dass die Umbauarbeiten Mitte Juli abgeschlossen sind", so Wittke. Trotz des engen Zeitplans ist er zuversichtlich, dass die Maßmnahmen fristgerecht umgessetzt werden. Man habe den Umbau mit den Dienstleistern und der Stadt zügig und unkompliziert absprechen können. In das Stadion passen Wittke zufolge rund 2.500 Personen.

Zuschauerschnitt 2025/26: Auch der VfB wird wohl kein großer Fan-Magnet werden: Ganze 262 Fans pilgerten im Durchschnitt an die Hoffeldstraße. Das ist immerhin mehr als bei Mitaufsteiger Bergisch Gladbach, aber für die Regionalliga trotzdem arg wenig. Eventuell steigert sich die Zahl, wenn es an der "neuen" Anlage Am Bandsbusch nun gegen bekanntere Klubs wie Rot-Weiß Oberhausen, Sportfreunde Siegen oder den FC Gütersloh geht.

Unsere Quellen:

  • Internetseiten der SG Wattenscheid 09
  • Website von Westfalia Rhynern
  • Internetseite des Westdeutschen Fußballverbands
  • Onlineportal www.kicker.de
  • Ergebnisse/Tabellen vom DFB-Amateurfußball-Portal fussball.de
  • transfermarkt.de
  • Gespräch mit Daniel Wittke, erster Vorsitzender VfB 03 Hilden

Sendung: WDR.de, "Das sind die vier Aufsteiger in die Regionalliga West", 15.06.2026, 16:10 Uhr

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