Es geht wieder los in der Fußball-Regionalliga West - mit dem ersten Spieltag der Saison 2025/26 am kommenden Freitag. Gab es in den vergangenen Jahren immer einen Top-Favoriten auf den Aufstieg, könnte der Kampf um die 3. Liga in dieser Saison so spannend wie lange nicht mehr sein.
Duisburg weg, Aachen nicht mehr da, Essen und Münster - längst in Liga drei oder sogar höher. Die Regionalliga West geht ohne den ganz großen Namen in die neue Saison. Da bleibt die Frage offen: Wer wird um den Aufstieg mitspielen und wer um den Klassenerhalt?
Wer macht den Auftakt?
Zum Saisonauftakt am Freitag treffen gleich einmal zwei Traditionsvereine aufeinander. Der Wuppertaler SV empfängt Fortuna Köln (19 Uhr). Zwei Mannschaften mit einer großen Historie, zwei Mannschaften mit ganz unterschiedlichen Saisonzielen. Der WSV geht laut eigener Aussage mit einem der kleinsten Etats in die neue Spielzeit und schaut in aller erster Linie nach unten. "Zunächst einmal wollen wir die 40 Punkte erreichen und in ruhige Gewässer kommen", sagte Wuppertals sportlicher Leiter Gaeto Manno im Interview mit "Reviersport".
Während der WSV in der Saison 2023/24 als Tabellendritter noch im Kampf um den Aufstieg mitgemischt hatte, beschäftigte man sich bereits in der abgelaufenen Spielzeit ausschließlich mit dem Ligaerhalt. Mit Fortuna Köln erwarten Manno und sein Team eine Mannschaft, die zuletzt selbstbewusst das Ziel Aufstieg ausgerufen hat.
Zwar zeigt sich das Trainerteam um Matthias Mink noch zurückhaltend, Präsident Hans-Jörg Westendorf gab sich beim Stadtduell mit dem 1. FC Köln (2:2) deutlich angriffslustiger: "Wir müssen uns nicht vor der Saison hinstellen und sagen, dass wir Fünfter werden wollen. Natürlich wird es eine harte Saison, aber wir haben einen guten Kader und wollen uns ambitionierte Ziele setzen. Wir wollen aufsteigen."
Wer zählt noch zu den Aufstiegskandidaten?
Das Aufstiegsrennen könnte so spannend wie lange nicht mehr werden. Der Grund: In den vergangenen Jahren gab es jeweils einen großen Favoriten, der am Ende souverän das Rennen gemacht hat. In der kommenden Saison scheint es einen solchen klaren Anwärter auf Platz eins nicht zu geben. In der Trainerumfrage des "Kicker" wurden gleich elf mögliche Kandidaten für den Aufstieg genannt.
Mit zwölf Stimmen führt der 1. FC Bocholt mit Trainer Christopher Schorch die Umfrage an. "Der 1. FC Bocholt hat die Transfers mit den größten Namen getätigt, ist daher für mich ein klarer Titelkandidat", sagt Güterslohs Trainer Julian Hesse. "Der Kader ist gespickt mit hohem Regionalliga-Format", ergänzt Wiedenbrücks Trainer Sascha Mölders.
Es folgen die U23 von Borussia Dortmund mit zehn Stimmen sowie die Sportfreunde Lotte und Vizemeister Gütersloh (jeweils neun Stimmen). "Das Feld der Titelanwärter wird sehr ausgeglichen sein - und wir wollen dazugehören", sagt Fabian Lübbers, Trainer der Sportfreunde Lotte. Lotte avancierte in der vergangenen Spielzeit zur Überraschungsmannschaft und war der einzige Aufsteiger, der nicht gleich wieder abstieg.
- 1. FC Bocholt (12 Stimmen)
- Borussia Dortmund II (10 Stimmen)
- Sportfreunde Lotte (9 Stimmen)
- FC Gütersloh (9 Stimmen)
- Fortuna Köln (8 Stimmen)
- RW Oberhausen (8 Stimmen)
- SV Rödinghausen (5 Stimmen)
- 1. FC Köln II (4 Stimmen)
- Borussia Mönchengladbach II (4 Stimmen)
- Sportfreunde Siegen (2 Stimmen)
- Schalke 04 II (eine Stimme)
Für wen wird es eng?
Nachdem in der abgelaufenen Saison drei von vier Aufsteigern wieder zurück in die Oberliga gehen mussten, wird es vor allem auch für die drei Aufsteiger SSVg Velbert, Bonner SC und VfL Bochum II eine schwere Saison. "Für uns ist es eine super Sache, schon im ersten Jahr den Sprung in die Regionalliga West geschafft zu haben. Da kommt ein großer Schritt auf uns zu. Wir wollen uns in der Liga etablieren", sagt Bochums Übungsleiter Heiko Butscher.
Auch für die Bonner, die zuletzt 2021/22 in der Regionalliga am Start waren, geht es ausschließlich um den Klassenerhalt. "Anders als viele Ligakonkurrenten trainieren wir nicht unter Profibedingungen. Wir glauben aber an unsere Arbeit und sind davon überzeugt, dass wir in der Liga bleiben können", sagt Trainer Sascha Glatzel.
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Lokalzeit aus Bonn. 07.07.2025. 21:44 Min.. Verfügbar bis 07.07.2027. WDR. Von Tobias al Shomer.
Von den Nicht-Aufsteigern geht der Blick neben dem Wuppertaler SV vor allem für den SC Wiedenbrück in erster Linie nach unten. "Wir wollen möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wenn alles zusammenkommt, wäre ein einstelliger Tabellenplatz eine Riesensache", sagt Wiedenbrücks Mölders.
Wie sieht der Spielplan aus?
Nach dem Saisonauftakt am Freitag in Wuppertal finden am Samstag zu gewohnter Uhrzeit um 14 Uhr sieben weitere Partien statt. Mit Bocholt gegen den 1. FC Köln II sowie Oberhausen gegen Gütersloh kommt es bereits zu zwei Duellen möglicher Aufstiegskandidaten. Am Sonntag (14 Uhr) schließen Paderborn und Dortmund den ersten Spieltag ab. In die Winterpause geht es dann nach dem 18. Spieltag am 6. Dezember. Weiter geht's im neuen Jahr am 24. Januar. Der Aufsteiger steht spätestens am 16. Mai fest.
Freitag (19 Uhr)
- Wuppertaler SV - Fortuna Köln
Samstag (14 Uhr)
- 1. FC Bocholt - 1. FC Köln II
- Borussia Mönchengladbach II - Fortuna Düsseldorf II
- VfL Bochum II - Bonner SC
- Sportfreunde Lotte - SSVg Velbert
- Sportfreunde Siegen - SV Rödinghausen
- SC Wiedenbrück - FC Schalke 04 II
- Rot-Weiß Oberhausen - FC Gütersloh
Sonntag (14 Uhr)
- SC Paderborn II - Borussia Dortmund II
Was ist in dieser Saison besonders?
Zum ersten Mal sind in der Regionalliga West sieben Reserve-Mannschaften mit dabei. Drittliga-Absteiger Dortmund sowie Aufsteiger Bochum ergänzen das Feld der U-Mannschaften. Die weiteren Zweitvertretungen stellen der 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und der SC Paderborn.
Das ist ein Grund dafür, dass ein Einbruch bei den Zuschauerzahlen droht. Zweitvertretungen mobilisieren üblicherweise wenig Fans bei Heim- wie Auswärtsspielen.
Die Zuschauer-Magneten sind weg
In der vergangenen Saison hatte die Regionalliga West noch einen Zuschauer-Rekord gefeiert mit einem Schnitt von 2.379 Zuschauern pro Spiel. Mit 16.884 Zuschauern stellte der MSV Duisburg den mit Abstand besten Schnitt. In den Jahren davor waren das Alemannia Aachen (23/24: 19.708, 22/23: 9.297) und Rot-Weiss Essen (2021/22: 9.366).
Alle drei Klubs sind nun weg. In der kommenden Saison wird voraussichtlich kein Verein einen Schnitt von mehr als 5.000 Zuschauern erreichen.
Unsere Quellen:
- Reviersport
- Kicker-Umfrage
- Kölner Stadt-Anzeiger