Natürlich: Als die Kölner Haie am Sonntag (29.03.2026) mit dem 4:2 in Schwenningen den dritten Sieg in der Play-Off-Serie gegen die Schwarzwälder holten, war vor allem auf einen Verlass: Torwart Janne Juvonen. Der 31-jährige Goalie entnervte die Angreifer der Wild Wings in der Schlussphase beim Stand von 3:2 mit einer Parade nach der anderen - man kennt es vom Finnen.
Juvonen wurde nach Ablauf der DEL-Hauptrunde schon als bester Spieler der Saison in der DEL ausgezeichnet. Gut möglich, dass seine Paraden die Basis sind für den ganz großen Traum der Kölner: Endlich mal wieder die deutsche Meisterschaft feiern. Zuletzt gelang das 2002 - vor 24 Jahren.
Kluge Transferpolitik
Dass die Kölner wieder so groß denken können, hat ganz sicher mit der klugen Transferpolitik der Verantwortlichen zu tun. Der finnische Coach Kari Jalonen lotste im Zusammenspiel mit Haie-Sportdirektor Matthias Baldys in den letzten Jahren eine ganze Reihe von seinen Landsmännern an den Rhein.
Einen Assistenz- und den Torwarttrainer, einen Betreuer, sechs Spieler: Torwart Juvonen, die Verteidiger Oliwer Kaski, Valtteri Kemiläinen, Markus Nutivaara und Veli-Matti Vittasmäki sowie Stürmer Juhani Tyrväinen. "Eishockey ist kein Einzelsport, das Team muss immer an erster Stelle stehen. Die Finnen sind darauf trainiert", sagte Jalonen kürzlich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Vergrößerte Breite im Kader
Schon in der Hauptrunde, die die Kölner souverän als Tabellenerster abschlossen, wurde deutlich: Jalonen und Baldys haben die letzten Defizite gegenüber der deutschen Konkurrenz auf dem Transfermarkt eindrucksvoll aufgeholt. Als man letztes Jahr die Finalserie erreichte, war Endspielgegner Berlin noch erheblich besser aufgestellt. Die Haie waren chancenlos, verloren damals die letzten drei Partien jeweils mit 0:7. "Berlin war einfach besser, wir hatten unsere Probleme, wir hatten nicht die Tiefe", sagt Jalonen.
Das hat sich geändert. Das Team der Haie wirkt in der Breite gefestigt, spielt erwachsenes Eishockey und hat Spieler in seinen Reihen, die wissen, wie man Titel gewinnt.
Finnische Verteidiger von Weltklasse-Format
Weltklasse: Valtteri Kemiläinen
Valtteri Kemiläinen ist so einer. 2017, 2023 und 2024 gewann der 34-Jährige, der in Köln als Schlüssel-Transfer bezeichnet wird, mit Tappara Tampere die finnische Meisterschaft. 2022 und 2023 gewann er mit Tappara Tampere ebenfalls die Champions Hockey League. Den größten Erfolg seiner Karriere feierte er im Frühjahr 2022. Mit der finnischen Nationalmannschaft gewann der Verteidiger bei den Olympischen Winterspielen in Peking die Goldmedaille.
Neben sich in der Verteidigung weiß Kemiläinen in Oliwer Kaski einen ebenso erfahrenen wie selbstsicheren Landsmann. Der 1,90 Meter große "Schrank" wurde mit Finnland 2019 Weltmeister, sammelte Kluberfahrung in der us-amerikanischen NHL, der russischen KHL, in der Schweiz und Schweden, bevor er 2025 zu den Haien wechselte.
Trainer verlässt das Team
Es ist klar, dass solch gestandene Profis in der DEL ihre Spuren hinterlassen. Seit Oktober ist bereits bekannt, dass Erfolgstrainer Jalonen den Verein am Saisonende verlassen wird. Einen Bruch im Team hat das nicht verursacht. "Als ich die Entscheidung getroffen hatte, bin ich sofort in die Kabine gegangen. Die Jungs haben respektiert, dass ich zu der Zeit des Jahres so ehrlich war", sagt Jalonen.
Am liebsten würde er sich natürlich mit dem Deutschen Meistertitel verabschieden. Seine Landsleute auf dem Eis sind dafür seine größten Trümpfe.
Unsere Quellen:
- Kölnische Rundschau
- Kölner Stadtanzeiger
- Homepage Kölner Haie
- sportinformationsdienst
- Frankfurter Allgemeine Zeitung
Sendung: WDR.de, "Die Kölner Haie und die Geheimwaffe Finnland", 30.03.2026, 11.45 Uhr
Quelle: oja