Nach neuntägiger Pflichtspielpause hat für die Kölner Haie am Mittwochabend die entscheidende Phase auf dem Weg zum ersten DEL-Titel seit 2002 begonnen. Die begann für die Haie mit einer Premiere gegen die Schwenninger Wild Wings, auf die sie erstmals in den Playoffs trafen.
Haie-Keeper Juvonen vereitelt erste Großchance der Schwenninger
Als souveräner Gewinner der Hauptrunde, in der sie einen DEL-Punkterekord aufgestellt und alle vier Spiele gegen die Wild Wings gewonnen hatten, gingen die Kölner als klarer Favorit in die erste Partie der "Best of seven"-Viertelfinalserie. Die Schwenninger starteten allerdings mit Rückenwind - diesen bescherte ihnen das Heimspiel zum Auftakt und das gewonnene Pre-Playoff-Duell mit den Grizzlys Wolfsburg.
Die Wolfsburger hatte das Team von Trainer Steve Walker am vergangenen Sonntag im entscheidenden dritten Spiel mit 3:2 nach Verlängerung niedergerungen. Die Wild Wings begannen auch gegen Köln stark: Nach einem kurz zuvor wegen Torwartbehinderung nicht gegebenen Treffer musste Janne Juvonen im Kasten der Haie, bester Keeper der Hauptrunde, sein ganzes Können zeigen, als er gegen den vorm Tor von Sebastian Uvira frei gespielten Alex Trivellato glänzend hielt (7. Minute).
Wild-Wings-Keeper Eriksson patzt bei Treffer der Kölner
Dominik Uher treibt den Puck für Köln nach vorne.
Viel Glück hatte Juvonen beim Pfostentreffer von Philip Feist nach einem durch diesen selbst eingeleiteten Solo-Gegenstoß (11.). Mitten in diese Drangphase der Schwenninger sorgten die Haie nicht nur kurz für Entlastung, sondern mit der Effizienz eines Titelanwärters für die Führung. Bei einem Schuss von der blauen Linie von Oliwer Kaski hatte Wild-Wings-Keeper Joacim Eriksson freie Sicht und sah nicht gut aus (13.). Dass die Hausherren vor der Drittelsirene keinen weiteren Treffer kassierten, hatten sie dem Pfosten zu verdanken, den Nate Schnarr im ersten Powerplay der Kölner traf (16.).
Ihren Playoff-Schwung nahmen beide Mannschaften mit in den Mittelabschnitt, wo erst Eriksson gegen Louis-Marc Aubry und anschließend Juvonen auf der Gegenseite bei einem von Feist abgefälschten Puck gefordert war (25.). Glücklos blieb auch Kölns Patrick Russell, dem alleine vor Eriksson kurz vorm Abschluss die Scheibe versprang (27.).
Pfosten rettet erneut für Kölner Haie
Als das erste Powerplay der Schwenninger angezeigt war, hatten diese die große Chance zum Ausgleich. Wieder war Feist beteiligt, der mit seinem Querpass Will Weber fand. Dessen Schuss stand indes erneut der Pfosten im Weg (28.). Die Strafe gegen Moritz Müller überstanden die Kölner unbeschadet. Dasselbe galt anschließend für die Schwenninger, die ihrerseits Glück hatten, nicht in doppelter Unterzahl spielen zu müssen, als ein Beinstellen ihres Torhüters Eriksson gegen Juhani Tyrväinen nicht geahndet wurde (36.). Das Drittel blieb ohne Treffer.
Das Schlussdrittel eröffnete Russell mit einem energischen Vorstoß von der linken Außenbahn vor das Tor der Gastgeber, wo Eriksson den Puck letztlich unter sich begrub (41.). Die Partie wogte wie in den ersten 40 Minuten auf Augenhöhe hin und her, wobei sich die Gefahr für Juvonen im Haie-Kasten zunächst in Grenzen hielt - beim zweiten Überzahlspiel der Gastgeber musste er nicht einmal eingreifen (46.).
Juvonen macht auch die letzte Chance der Gastgeber zunichte
Dasselbe galt für Eriksson, als die Kölner wieder mal mit einem Mann mehr auf dem Eis standen - Trivellato war auf die Bank geschickt worden (50). Mit einer der besseren Chancen scheiterte Veli-Matti Vittasmäki aus kurzer Distanz an Eriksson (55,). Der Favorit musste allerdings auch keinen Treffer nachlegen, weil Juvonen einen ganz starken Abend erwischte. Der Finne gönnte den Schwenningern nach ihren Schüssen kaum mal einen Abpraller und hielt nahezu jede Scheibe fest.
In der 58. Minute beorderte Walker erstmals den Keeper aus dem Kasten, doch die Gastgeber blieben in Überzahl glücklos - auch weil Juvonen in der Schlussminute noch einmal gegen Alexander Karachun glänzend parierte. Köln brachte die knappe Führung über die Zeit und hat in der Serie nun am kommenden Freitag die Chance vor heimischem Publikum auf 2:0 zu erhöhen.
Unsere Quellen:
- Playoff-Viertelfinal-Partie der Schwenninger Wild Wings gegen die Kölner Haie bei Magenta Sport am 25.03.2026
- Kölner Haie
- Deutsche Eishockey Liga (DEL)
Sendung: WDR.de, "Kölner Haie siegen knapp gegen Schwenningen", 25.03.2026, 22.20 Uhr