Host und Buchautorin Ruth-Maria Thomas erzählt von ostdeutschen Frauen, die nach dem Ende der DDR, im Umbruch der Wiedervereinigung ihr Leben in die Hand genommen haben. Sie mussten schwere Entscheidungen treffen – für sich und für andere. Sie mussten sich in einer neuen Welt zurechtfinden. Sie haben viel verloren, aber auch gewonnen. Und die Erfahrungen, die sie damals gemacht haben, sind heute aktueller und wertvoller denn je.
So viel von dem, was ostdeutsche Frauen nach dem Mauerfall erlebt haben, ist noch unerzählt, ungewürdigt. Zeit, ihre Geschichten sichtbar zu machen!
„Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt“ ist ein Podcast von Jana Kalms und Henrike Möller, im Auftrag des rbb, in Zusammenarbeit mit nbStudios.
Alle Folgen schon jetzt in der ARD Audiothek hören:
Der Bruch: Brigitte – arbeitslos oder Risiko? (1/5)
1990 kommt die Treuhand in Brigittes Betrieb. Um sich vor der Arbeitslosigkeit zu retten, geht sie in die Selbstständigkeit und übernimmt die Betriebskantine. Doch die Belegschaft schrumpft immer weiter. Die Kantine rentiert sich nicht mehr. Brigitte muss den großen Saal irgendwie anders nutzen, aber wie?
Ein junger Kollege bringt sie auf die Idee, eine Disco zu eröffnen. Brigitte nimmt einen gigantischen Kredit auf, setzt alles auf eine Karte. Bis auf einmal ein Unternehmer aus Westdeutschland auftaucht, der denselben Plan hat.
Der Bruch: Hayk – Kämpfen oder aufgeben? (2/5)
Am 23. Dezember 1990 erfährt Hayk: Ihr Arbeitgeber, das Landambulatorium Golßen – eine Art Polyklinik – wird es in einer Woche nicht mehr geben. Hayk und die anderen Ärzte müssen sich von jetzt auf gleich mit eigenen Praxen niederlassen. Doch Hayk hat keine Ahnung, wie das geht. Und überhaupt sieht sie sich nicht als Unternehmerin, sie ist Ärztin! Aber hat sie eine Wahl? Die Alternative wäre Arbeitslosigkeit und Hayk hat zwei kleine Kinder…
Hayk setzt alles dran, um im neuen Gesundheitssystem zu überleben. Doch dafür zahlt sie einen hohen Preis und verliert etwas, was ihr niemand zurückgeben kann.
Der Bruch: Mai – Gehen oder bleiben? (3/5)
Mai kommt 1981 als Vertragsarbeiterin aus Vietnam in die DDR, genauer nach Rostock. Gerade hat sie sich ein Leben aufgebaut, da fällt die Mauer. Sie und die anderen Vertragsarbeiter müssen zurück in ihre Heimatländer. Doch Mai will nicht. Und außerdem ist sie schwanger. Während Mai versucht, in Deutschland zu bleiben, ändert sich um sie rum die Stimmung im Land. Auf einmal sind da unangenehme Blicke, laute Rufe und dann: brennt ein Haus.
Der Bruch: Heidi – Verbittern oder machen? (4/5)
Heidi ist SED-Funktionärin und überzeugte Sozialistin. Im Herbst 1989 wird sie auf einmal zum Feindbild. Leute, die sie bisher für ihre Freunde gehalten hat, beleidigen und diskriminieren sie. Ihr Mann, damals Bürgermeister von Wittstock, wird bei einer Montagsdemo von Demonstranten angegriffen. Doch Heidi gibt nicht auf. Sie will die DDR von unten reformieren. Bis die ersten freien Wahlen vom März 1990 sie eines Besseren belehren: Ihre Landsleute wollen die Wiedervereinigung und Heidi muss einen Weg finden, mit der neuen Realität klarzukommen.
Der Bruch: Ina – Stolz oder Arbeit? (5/5)
Als die Mauer fällt, ist Ina im Babyjahr mit ihrem dritten Kind. Ihr Mann bekommt die Chance die LPG, in der beide arbeiten, in eine Genossenschaft zu überführen. Denn nur so hat der Betrieb im neuen Wirtschaftssystem eine Chance. Doch Inas Mann kneift und verfällt zunehmend in Lethargie. Nun liegt es an Ina, die Familie über Wasser zu halten. Dafür muss sie ihren Stolz hintenanstellen und Jobs annehmen, die ihr bis heute Bauchschmerzen bereiten.
Ausstrahlung WDR 5 Samstag 17. Januar bis 14. Februar um 13:30 Uhr
Wiederholung WDR 5 Sonntag 18. Januar bis 15. Februar um 15:30 Uhr
Von: Henrike Möller & Linh Tran
Ton: Benjamin Ihnow & Ulrich Hieber
Story-Editor: Johannes Nichelmann
Regie: Nele Dehnenkamp
Redaktion im WDR: Greta Hey
Produktion: rbb 2025
Sendung: WDR5, Tiefenblick, 17.01.2026, 13.30 Uhr bis 15.02.2026 18:30 Uhr