Diagnostizierte Welt
Früher mit Scham behaftet, heute Smalltalk-Thema: Immer mehr Menschen gehen in Therapie, um sich bei ihren Seelenleiden helfen zu lassen. Eigentlich eine positive Entwicklung. Doch die zunehmende Therapieerfahrung führt dazu, dass medizinische Fachbegriffe Teil unserer Alltagssprache geworden sind. Schnell wird jemandem Narzissmus unterstellt, ADHS-Diagnosen bekommt man per Smartphone am Frühstückstisch. Und auch die Grenzen dessen, was wir zwischenmenschlich auszuhalten bereit sind, verschieben sich.
Welcher Umgang ist angemessen?
Welche Gefahren birgt der leichtfertige Umgang mit Vokabular aus der Psychotherapie? Wo liegen die Chancen und Grenzen der Entstigmatisierung mentaler Gesundheit?
Autor: Marcus Latton
Übernahme vom RBB
Redaktion im WDR: Wassilios Nikitakis
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