Darum geht's
Eigentlich geht es nur um ein neues Bühnenkleid, dass sich Popikone "Mother Mary" für ihr Comeback wünscht. Ihre langjährige Kostümbildnerin Sam soll es für sie entwerfen.
Doch als Mary nach zehn Jahren Funkstille auf Sams abgelegenem Hof bei London auftaucht, ist ihre ehemalige rechte Hand gar nicht erfreut über das Wiedersehen.
Die berufliche und private Trennung der beiden hat auch nach Jahren tiefe Wunden hinterlassen. Sam will sich nicht ohne weiteres in die alte toxische Beziehung begeben und fordert zur Heilung besondere Mittel ein.
Darum geht's wirklich
Das Machtgefälle eines Megastars zu seinen Angestellten auszuloten, das keinen Widerspruch kennt.
Die spielen mit
Anne Hathaway spielt den Popstar "Mother Mary", die Rolle der Kostümbildnerin Sam hat Michaela Coel übernommen.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
Regisseur David Lowey erzählt die Geschichte zweier Künstlerinnen, die unerledigte Rechnungen aufarbeiten. Für den riesigen Popstar "Mother Mary" habe er sich Taylor Swift in gut 15 Jahren vorgestellt.
Unter aufwändigem Kopfschmuck und in monströsen Kostümen erinnert Mother Mary an eine Mischung aus Madonna und Lady Gaga. Jeder ihrer Bühnenevents ist eine minutiös choreographierte Show, an der ein ganzes Team arbeitet.
Vor zehn Jahren hat sie Designerin Sam fallengelassen, um "mal was Neues auszuprobieren". Bis der Film diese Erkenntnis freilegt, müssen sich Zuschauer allerdings eine Weile gedulden.
Lowey beginnt mit Marys eindrucksvoller Bühnenshow, an deren Synthiepop-Songs Anna Hathaway mitgearbeitet hat. Die Schauspielerin singt wie in "Les Misérables" ihre Lieder selbst.
Auf den atemberaubenden, perfekt inszenierten Einstieg folgt ein schlichtes Kammerspiel: In dem bedeutungsschwangeren Schlagabtausch zwischen den beiden Frauen über ihre gemeinsame Vergangenheit wird viel angedeutet, aber wenig ausgesprochen. Sam ist tief verletzt.
Ihr Mitgefühl wird blitzschnell zur Waffe, die sie gegen ihre ehemalige Chefin einsetzt. Im letzten Drittel verwandelt sich der psychologische Thriller zu einer Geistergeschichte, die vor Symbolen strotzt.
Und ja: Es gibt im Finale ein besonderes Kleid und eine außerordentliche Bühnenshow zu sehen - die haben sich die Zuschauer nach dem Psychotrip dann auch redlich verdient.
Funfact: Gedreht wurde unter anderem auf Burg Adendorf in Nordrhein-Westfalen.
Die Bewertung auf einen Blick
Drei von fünf Sternen
Drama 2026 USA/Finnland/Deutschland/Irland
Regie: David Lowery
Länge: 112 Minuten
Ab 12 Jahren
Kinostart: 21.05.2026
Sendung: WDR 2 Der Nachmittag, 21.05.2026, ab 15:05 Uhr