Dazu hat uns Einsamkeitsforscherin Dr. Theresa Entringer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) regionale Durchschnittswerte berechnet. Die Grundlage dafür sind die auch im Einsamkeitsbarometer 2024 genutzten Befragungsdaten des Sozioökonomischen Panels.
Dabei konnten die Befragten 2021/2022 in einem Punktesystem antworten. Sie wurden zu ihrem Alleinsein, ihrer Ausgeschlossenheit und ihren Gefühlen der Isolation befragt und die Antworten wurden wie folgt bemessen: Nie (1), selten (2), manchmal (3), häufig (4), sehr häufig (5).
Das Gesamtbild: Nordrhein-Westfalen liegt im deutschen Mittelfeld. Mit Werten zwischen 2,2 und 2,9 Punkten bewegt sich das Land zwischen "selten" und "manchmal" einsam – vergleichbar mit anderen westdeutschen Regionen. Deutlich höher liegen nur Teile Niedersachsens und Südhessens, während Ostdeutschland besser abschneidet.
Die Region mit der höchsten Einsamkeitsbelastung in Nordrhein-Westfalen ist das das Mindener Land mit 2,35 Punkten. Ebenfalls überdurchschnittlich betroffen: Ostwestfalen, die Eifel und das östliche Münsterland. Das Gegenstück bilden der untere Niederrhein und das westliche Münsterland mit nur 2,2 Punkten.
Bei den Einzelkategorien zeigen sich verschiedene Schwerpunkte. Das Gefühl des Alleinseins trifft Menschen in der Eifel und in Ostwestfalen-Lippe am härtesten (2,9 Punkte), während das Münsterland glimpflicher davonkommt (2,7 Punkte). Ausgeschlossenheit ist vor allem ein Problem im Mindener Land und rund um Aachen. Bei der sozialen Isolation führt das Mindener Land erneut mit 1,95 Punkten, gefolgt von der Eifel und Teilen Westfalens.
Warum sind die Unterschiede relevant? Obwohl es nur geringe Unterschiede auf der Fünf-Punkte-Skala zwischen den Regionen gibt, können diese Nuancen entscheidend dafür sein, ob sich Betroffene gelegentlich oder regelmäßig einsam fühlen. Die Daten zeigen: Einsamkeit ist überall in Nordrhein-Westfalen präsent, aber je nach Wohnort unterschiedlich stark ausgeprägt.