Der NRW-Wahlabend im Liveticker zum Nachlesen - strahlender Sieger CDU

Hier berichten unsere Reporterinnen und Reporter aus Düsseldorf über die Ereignisse des Wahlsonntags. Ergebnisse, Gewinner, Verlierer und Analysen.

Schluss für heute


Ein langer Wahltag neigt sich dem Ende zu. Die CDU kann sich als klarer Sieger der Landtagswahl fühlen. Doch in den nächsten Tagen geht es darum, eine Koalition zu schmieden. Allzu leicht werden es die Grünen dem Wahlgewinner nach ihrem historisch besten Ergebnis nicht machen. Bei SPD und FDP wird es am Montag darum gehen, das schlechte Abschneiden aufzuarbeiten. Doch für heute verabschieden wir uns an dieser Stelle und wünschen eine gute Nacht.

Kutschaty wird Essener Wahlkreis gewinnen


Auch Thomas Kutschaty wahrt die Chance auf das Amt des Ministerpräsidenten - zumindest theoretisch. Kurz vor Ende der Auszählung liegt der SPD-Spitzenkandidat in seinem Wahlkreis Essen I uneinholbar mit über 48 Prozent vorne. Sollte es doch noch eine Ampel-Koalition statt Schwarz-Grün geben, erfüllt Kutschaty zumindest die Voraussetzungen dafür, Ministerpräsident zu werden. Denn dafür ist ein Landtagsmandat nötig. 

Scharrenbach ohne Direktmandat


Als Armin Laschet im vergangenen Herbst nach Berlin gegangen ist und sein Ministerpräsidenten-Amt abgegeben hat, kam sie nicht für die Nachfolge in Frage, weil sie kein Landtagsmandat hatte: Bauministerin Ina Scharrenbach. Stattdessen wurde Hendrik Wüst neuer Ministerpräsident. Nun hat Scharrenbach einen direkten Einzug in den Landtag verpasst. Der SPD-Abgeordnete Rainer Schmelzer entschied den Wahlkreis Unna II für sich und erreichte 37,3 Prozent der Erststimmen. Trotzdem hat Scharrenbach ihren Platz im Landtag sicher: Sie steht bei der CDU auf Listenplatz 2.

8.759 Kölner haben Ursula Heinen-Esser gewählt


Mitten im Wahlkampf ist Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) wegen ihrer Mallorca-Reise nach der Flut zurückgetreten. Ihre Kandidatur für den Wahlkreis Köln VI konnte sie aber nicht mehr zurücknehmen. Deshalb stand Heinen-Esser heute trotzdem auf den Wahlzetteln. Und obwohl sie im Vorfeld bereits angekündigt hatte, dass sie ein mögliches Mandat nicht annehmen würde, haben trotzdem noch zahlreiche Wählerinnen und Wähler für die CDU-Frau gestimmt. Genauer gesagt waren es 8.759. Damit kommt Heinen-Esser immer noch auf 14,5 Prozent.

Gewonnen hat in Köln VI die Grüne Berivan Aymaz. Damit gehen insgesamt vier von sieben Kölner Wahlkreisen an die Grünen. Die SPD kann zwei Wahlkreise gewinnen, die CDU einen.
Rainer Striewski
Rainer Striewski

Wahlanalyse in Zahlen: Wer wanderte wohin?


Wohin sind die Wählerinnen und Wähler der FDP gewandert? Und wie stark war der Kandidatenfaktor von CDU-Spitzenkandidat Hendrik Wüst? Der Blick in die Zahlen verrät interessante Details.

Wahlkreis-Schlappe für Stamp


Neben der Schlappe für die FDP hat Spitzenkandidat Joachim Stamp auch in seinem Wahlkreis Bonn II deutlich Stimmen eingebüßt. Nach Auszählung aller Wahlbezirke erhielt der Familienminister und stellvertretende Ministerpräsident 8,9 Prozent der Erststimmen. 2017 hatte Stamps Ergebnis noch bei 14,3 Prozent gelegen. Das Direktmandat in dem Wahlkreis holte der CDU-Kandidat Christos Katzidis.
IMAGO/Political-Moments
Nina Magoley
Nina Magoley

Grüner Arndt Klocke sticht Prominenz in Köln aus

  
Kurz nach der Verkündung der ersten Hochrechnung um 18 Uhr wollte sich der Grüne Arndt Klocke schnell auf den Heimweg nach Köln machen. Seine Hoffnung: Dass er in seinem Wahlkreis Köln III ein Direktmandat gewinnen würde, "historisch erstmals für die Grünen in NRW". 

Klocke hat nicht nur seinen Wahlkreis gewonnen - er hat dabei mit 41,6 Prozent auch prominente Konkurrenz besiegt: Der ehemalige SPD-Landesvorsitzende Jochen Ott kam im selben Wahlkreis nur auf 25,9 Prozent und der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski, für die CDU sogar nur auf 13,8 Prozent.

Wüst sichert sich erneut ein Landtagsmandat


Auch wenn vieles danach aussieht, ist noch nicht ganz klar, dass Hendrik Wüst Ministerpräsident bleibt. Dafür muss er erst eine neue Koalition schmieden. Die Voraussetzung dafür, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden, erfüllt Wüst jedenfalls schon mal. Denn die NRW-Landesverfassung will es so, dass nur ein Mitglied des Landtages zum Regierungschef gewählt werden kann. Und Wüst hat sein Direktmandat tatsächlich wieder gewonnen. Im Wahlkreis Borken I gewann er mit 60,7 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 52,9 Prozent gewesen.

AfD verliert in Ruhrgebiets-"Hochburgen"


Die AfD hat bei der Landtagswahl auch in ihren "Hochburgen" im Ruhrgebiet deutlich an Stimmen verloren. In Wahlkreisen wie Herne, Recklinghausen II, Oberhausen I und Duisburg II sackte sie um jeweils bis zu vier Prozentpunkte ab und rutschte auf unter zehn Prozent der Zweitstimmen. In Gelsenkirchen II und Duisburg III blieb die Partei nach vorläufigen Angaben des Landeswahlleiters zwar knapp zweistellig, verzeichnete jedoch Einbußen von mehr als vier Prozentpunkten.

Für das Land sieht die derzeitige Hochrechnung die AfD bei 5,5 Prozent. Bei ihrem Einzug in den Landtag 2017 hatte die Partei 7,4 Prozent erreicht.
Rainer Striewski
Rainer Striewski

Hochrechnung 22:55 Uhr: FDP liegt knapp vor AfD


Nina Magoley
Nina Magoley

Direktmandate auch für Grüne Kandidaten


Beim Erfolgskurs der Grünen war es zu erwarten, dass einige Kandidaten ein Direktmandat erringen würden - anders als bei der letzten Landtagswahl 2017. Kurz vor elf Uhr Abends sind die ersten beiden Wahlkreise mit grünen Direktmandaten ausgezählt: Dorothea Deppermann siegte mit 34,7 Prozent ganz knapp über die CDU-Konkurrenz im Wahlkreis Münster III/Coesfeld III. Robin Korte zieht per Direktmandat für den Wahlkreis Münster II in den Landtag.

SPD-Generalsekretärin gewinnt gegen Verkehrsministerin


Im Wahlkreis Dortmund III sind zwei bekannte Gesichter der Landespolitik gegeneinander angetreten. Gewonnen hat SPD-Generalsekretärin Nadja Lüders. Sie hat sich mit 38,7 Prozent unter anderem gegen die bisherige Verkehrsministerin Ina Brandes von der CDU durchgesetzt. Brandes hatte erst im Oktober 2021 das Verkehrsministerium von Hendrik Wüst übernommen und zum ersten Mal für den Landtag kandidiert.

Frenetischer Empfang für Wüst


Nach unzähligen Interviews ist Hendrik Wüst am Abend zur Wahlparty in der CDU-Zentrale zurückgekehrt. Dort wurde er frenetisch empfangen. "So sehen Sieger aus, Schalalala", stimmten Parteifreunde an, als Wüst die Bühne betrat. Mit ihm dabei: Unter anderem Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Verkehrsministerin Ina Brandes, Ehefrau Katharina und Ex-Ministerpräsident Armin Laschet. 

Wüst sprach von einem "glasklaren Regierungsauftrag" und gratulierte den "zweiten Gewinnern" des Abends - den Grünen. Wüst betonte erneut, dass eine künftige Koalition Klimaschutz und Arbeitsplätze zusammen bringen müsse.
Tobias Schwarz/AFP
Nina Magoley
Nina Magoley

"Lucky Lutz" holt Rhein-Kreis-Neuss III


Auch Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) holte seinen Wahlkreis Rhein-Kreis Neuss III mit klarem Ergebnis: 45 Prozent für "Lucky Lutz", wie er von seinen Parteikollegen oft genannt wurde - in Anspielung auf "günstige" Umstände, dank derer der Finanzminister sich als besonders sparsam präsentieren konnte. Es ist bereits das dritte Mal, dass Lienenkämper nach einer Landtagswahl in NRW per Direktmandat ins Parlament einzieht.

Neubaur verpasst Direktmandat - aber ein Bier gibt es trotzdem


Als Spitzenkandidatin der Grünen ist Mona Neubaurs Einzug in den Landtag über die Landesliste sicher. Gerne hätte sie auch in ihrem Wahlkreis ein Direktmandat gewonnen. Doch das hat nicht geklappt. Im Wahlkreis Düsseldorf I liegt ihr CDU-Mitbewerber Olaf Lehne kurz vor dem Ende der Auszählung uneinholbar vorne. Grund zum Feiern gibt es für Neubaur angesichts des Wahlergebnisses für ihre Grünen trotzdem. Auf der Wahlparty am Rhein stieß Neubaur am Abend mit einem Bier darauf an.
Reuters/Max Brugger

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