Tankrabatt kommt: ab wann wirkt er?

Aktuelle Stunde 24.04.2026 43:37 Min. Verfügbar bis 24.04.2028 WDR Von Henry Bischoff

Bundestag beschließt Tankrabatt ab Mai So geht es weiter mit den Spritpreisen

Stand:

Der Tankrabatt ist beschlossen. Ab 1. Mai gilt er zwei Monate für Benzin und Diesel. Doch: Am Freitag gehen die Preise erstmal hoch.

Der Tankrabatt kommt - trotz aller Kritik. Ab dem 1. Mai geht die Energiesteuer damit um 17 Cent runter, entsprechend soll dann auch der Preis an den Tankstellen fallen.

Franziska Giffey spricht im Bundesrat

Franziska Giffey (SPD) spricht vor der Abstimmung im Bundesrat.

Im Bundesrat stellte sich die Mehrheit der Länderregierungen hinter den Tankrabatt - in vielen Reden wurde aber auch gefordert, dass das nur ein Anfang seien könne. "Es braucht ein klares Bekenntnis, dass wir unsere Resilienz, unsere Souveränität dadurch voranbringen, dass wir selbst den Strom erzeugen", forderte Franziska Giffey (SPD), Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. "Wir müssen unsere erneuerbaren Energien voranbringen, wo wir können.“

Tankstellen: Preise könnten verzögert runter gehen

Das Bundeskartellamt geht davon aus, dass die Mineralölkonzerne diese Vergünstigung auch an die Kunden weitergeben. Sollten sie das nicht tun, kann die Behörde aber erstmal wenig machen - denn verpflichtend ist das nicht. Erst nachträglich kann geprüft werden, ob die Preise gerechtfertigt waren.

Ab 0.01 Uhr am 1. Mai könnten die Preise runtergehen. Zumindest für die ersten Tage drücken die Tankstellen aber auf die Bremse: Weil der 1. Mai ein Feiertag ist und dann ein Wochenende folgt, könnten die Tankstellenbetreiber erst Montag zum ersten Mal zu den vergünstigten Preisen einkaufen, so der Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler.

In den ersten drei Tagen könne es noch bei den alten Preisen bleiben. Danach soll die Steuersenkung aber voll weitergeben werden: Das hat der Wirtschaftsverband Fuels und Energie angekündigt - wies aber darauf hin, dass dies auch von anderen Preisentwicklungen überlagert werden könne.

Nach Abstimmung: Spritpreise steigen

2022 gab es ebenfalls einen Tankrabatt aufgrund der hohen Preise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals stiegen im Vorfeld die Benzinpreise deutlich, sagt ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer der dpa. Das führte zu dem Verdacht, "dass die Preise vor dem Start des Tankrabatts erhöht wurden, um ein Polster zu schaffen, von dem aus die Preise gesenkt wurden."

Heute passierte auf jeden Fall ähnliches: Nach zwei Wochen mit sinkenden Spritpreisen, ging es um 12 Uhr so stark nach oben wie noch nie seit dem Start der 12-Uhr-Regel. Der ADAC ermittelte bei Superbenzin der Sorte E10 ein Plus von 14,1 Cent, bei Diesel von 16,3 Cent. 

Wer mehr verbraucht, spart mehr

Aber selbst wenn die Steuererleichterung bei den Kunden ankommt, profitieren nicht alle gleichermaßen. Die RWTH-Aachen hat zuletzt berechnet, das vor allem besserverdienende Haushalte profitieren, weil die meist auch mehr Sprit verbrauchen.

Die einkommensschwächsten zehn Prozent sparen dagegen nur 6,48 Euro in zwei Monaten - der Tankrabatt gilt für Mai und Juni. Zudem mache der Tankrabatt den Anreiz kaputt, den Verbrauch möglichst zu reduzieren, so der RWTH-Ökonom Aaron Praktiknjo. Dabei sei genau das angesichts der aktuellen Knappheit wichtig.

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Spediteure wünschen sich mehr Hilfe

Die Bundesregierung sagt: Der Tankrabatt ist gut, denn er wirkt schnell und er hilft gleichzeitig Privathaushalten und Wirtschaft. Und die wünscht sich dringend Hilfe, vor allem die Branchen, die viel Benzin verbrauchen - wie Spediteure. Mathias Schneider ist einer von ihnen, doch mit dem Tankrabatt hadert er trotzdem:

"Es wäre ein Anfang gewesen, wenn man da schneller reagiert hätte. Aber jetzt ist es etwa sechs Wochen her, dass die Preise explodiert sind, und das ist eine verdammt lange Zeit für solche Beträge." Mathias Schneider, Spediteur mit Niederlassungen in Mettmann und Wülfrath

Auch die Verbände der Branche sagen, die Maßnahmen greifen zu kurz und fordern unter anderem zusätzliche Erleichterungen.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • WDR-Reporter vor Ort
  • RWTH-Aachen

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 24.04.2026, 18:45 Uhr

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