Rekordleistung bei Strom aus Windrädern in NRW | WDR aktuell
00:24 Min.. Verfügbar bis 21.10.2027.
Noch nie wurde in Nordrhein-Westfalen so viel Windstrom-Leistung neu installiert wie in diesem Jahr. 907 Megawatt (MW) gingen bis Mitte Oktober neu in Betrieb. Das ist das Ergebnis einer Statistik, die der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE NRW) am Vormittag veröffentlicht. Dem WDR liegt sie vor.
Bund und Land haben Bedingungen für Windkraftanlagen verändert
Damit wird erstmals das bisherige Rekordjahr 2017 übertroffen, in dem Windräder mit 881 MW Leistung ans Netz gingen. "Dass Nordrhein-Westfalens Uralt-Ausbaurekord endlich fällt, ist auf die von der früheren Ampelregierung verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene, aber auch auf die Anstrengungen von Seiten der amtierenden NRW-Landesregierung zurückzuführen", kommentiert der LEE-Vorsitzende Hans-Josef Vogel.
Er spricht von politischem "Rückenwind aus Düsseldorf". Sein Verband vertritt die Interessen der Unternehmen in der Erneuerbare-Energien-Branche. Weil in den rund zehn Wochen bis Jahresende noch weitere Windräder hinzukommen werden, rechnet der LEE NRW mit "deutlich über 1.000 MW" neuer Windstrom-Leistung bis Ende des Jahres.
Neubaur: "Trendwende beim Windenergie-Zubau"
"Die Trendwende beim Windenergie-Zubau zeigt: Es kann gelingen, Dinge über politische Ebenen hinweg in gutem Tempo zu ermöglichen", teilt Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Grüne) auf WDR-Anfrage mit. "Ohne die Verantwortlichen in den Regionen, Städten und Gemeinden wäre dieser Erfolg nicht denkbar", so Neubaur. Dabei nehme man "die Menschen mit" und verbinde "Ambition mit einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung".
Mehr Strom aus weniger Windrädern
Bei Betrachtung der Daten fällt auf, dass für große Strommengen inzwischen weitaus weniger Windräder erforderlich sind als früher. Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren 311 der Turbinen nötig, um die knapp 900 MW zu produzieren. Inzwischen reichen für die vergleichbare Leistung 180 Windräder aus, denn die Anlagen werden immer größer und damit effizienter gebaut. So ist mehr Strom aus weniger Windrädern möglich.
Aus Sicht seiner Branche müsse die Landespolitik weiter Tempo machen, betont LEE-Chef Vogel: "Derzeit liegt der Anteil Erneuerbarer Energien an der NRW-Stromerzeugung bei gut 30 Prozent, Ziel der Bundesregierung sind 80 Prozent bis Ende dieser Dekade. NRW muss sich deshalb noch mehr anstrengen, weshalb ein dynamischer Windenergieausbau weiterhin unverzichtbar ist", appelliert er. Es brauche außerdem "ein klares Bekenntnis der Bundesregierung und vernünftige Regelungen bei der im kommenden Jahr anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes".
Für Ministerin Neubaur dagegen "liegt Nordrhein-Westfalen klar auf Kurs." Für "Planungssicherheit und Verlässlichkeit bei der Energiewende" setze sich NRW "beim Bund entschlossen ein", teilt sie mit.
Unsere Quellen:
- Mitteilung und Statistik des LEE NRW
- Stellungnahme Mona Neubaur
