Kirsten Stich im WDR 5-Studio

Abgeordnet - Wer sitzt eigentlich im NRW-Landtag? Kirsten Stich (SPD)

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Engagiert für Schule und Soziales: Seit 2022 sitzt Kirsten Stich aus Wetter an der Ruhr im Landtag. Die Sozialarbeiterin bringt langjährige Erfahrung aus dem Alltag mit.

Kirsten Stich ist seit ihrer Jugend politisch aktiv. Mit 16 trat sie in die SPD ein – geprägt durch eine Familie mit langer sozialdemokratischer Tradition.

Ihr Urgroßvater war im Widerstand gegen die Nazis, der Vater saß früh im Stadtrat. Dieses Umfeld habe sie gelehrt, Verantwortung für andere zu übernehmen und für Gerechtigkeit einzutreten.

Von der Schulsozialarbeit in die Politik

Nach dem Studium der Sozialarbeit arbeitete Stich seit 2004 an verschiedenen Hauptschulen im Ruhrgebiet – in Herdecke, Witten und Hagen. Dort betreute sie Kinder und Familien, die oft wenig Chancen hatten: von Schülern, die ohne Frühstück in die Schule kamen, bis zu Jugendlichen mit sprachlichen Hürden. "Da galt es, Unterstützung zu geben – für Kinder, Eltern und Lehrerinnen gleichermaßen", sagt Stich. Diese Erfahrungen prägen ihre politische Arbeit bis heute.

Im Landtag im Schulausschuss

2022 wurde sie in den Landtag gewählt. Dort ist sie Mitglied im Schulausschuss und bringt ihre praktische Erfahrung in die Debatten ein. Ein zentrales Thema ist für sie der Lehrermangel. Rund 8.000 Stellen seien unbesetzt, die Situation werde sich verschärfen.

Kirsten Stich (SPD)

WDR 5 Westblick - aktuell 27.08.2025 12:18 Min. Verfügbar bis 27.08.2026 WDR 5

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Statt mehr Tests fordert sie gezielte Förderung und multiprofessionelle Teams an den Schulen. Sie mahnt, dass schulische Realität nicht auf dem Papier entschieden wird, sondern in den Klassenräumen.

Früh fördern und niemanden zurücklassen

Besonders wichtig ist Stich das sogenannte Chancenjahr: Schon mit viereinhalb Jahren sollen Kinder getestet werden, um Förderbedarf frühzeitig zu erkennen. Sprachförderung in Kitas hält sie für entscheidend, ebenso wie mehr Alltagshelferinnen und -helfer an Grundschulen.

Für sie gilt: "Nur wer früh unterstützt wird, kann seine Chancen nutzen." Dazu fordert sie kostenfreie Mittagessen für alle Kinder – damit kein Schulkind hungrig durch den Tag gehen muss.

Verankert vor Ort

Trotz Landtag bleibt Stich eng mit ihrer Heimat verbunden. In Wetter ist sie stellvertretende Bürgermeisterin, seit 30 Jahren kommunalpolitisch aktiv. Der Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern ist ihr wichtig: "Politik darf nicht abgehoben sein – wir müssen zuhören und helfen."

Auch im Kommunalwahlkampf steht sie regelmäßig auf den Straßen und Plätzen ihrer Heimatstadt. Stich sieht ihre Rolle darin, Landespolitik mit den Erfahrungen und Sorgen der Menschen vor Ort zu verbinden.

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