Waldschadensbericht: Es geht ein bisschen besser!

Aktuelle Stunde 20.11.2025 28:41 Min. UT Verfügbar bis 20.11.2027 WDR Von Anne Bielefeld

NRW-Wald nicht mehr auf "Intensivstation"

Stand:

Dem Wald in NRW geht es laut Landwirtschaftsministerin Gorißen etwas besser. Doch Entwarnung gab sie beim Zustand der Bäume nicht. Zugleich rief die Ministerin zu einem pfleglichen Umgang mit dem Wald auf.

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) sieht eine leichte Erholung des Waldes in Nordrhein-Westfalen. "Der Patient Wald lag auf der Intensivstation. Und da ist er jetzt gerade entlassen worden", sagte Gorißen am Donnerstag in Düsseldorf bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2025. Dennoch seien vielerorts die Zustände der Bäume weiter kritisch.

Etwas mehr gesunde Bäume

Der Wald habe in den letzten Jahren unter den Klimaveränderungen gelitten, sagte die Ministerin und sprach von "Extremjahren ab 2018". Besonders in den trockenen Jahren habe die Borkenkäfer-Plage stark zugeschlagen. Zuletzt aber profitierten die Wälder von günstigeren Witterungsbedingungen.

Silke Gorißen

NRW-Landwirtschaftsministerin Gorißen

29 Prozent der Bäume zeigen in diesem Jahr eine gesunde, dichte Baumkrone aus Blättern oder Nadeln. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Ein weiterer Positivtrend: Laut Gorißen nehmen die Flächen mit jungen Bäumen, die besser an den Klimawandel angepasst seien, zu. Der "Waldumbau" sei wichtig, um die Wälder "klimarobuster" zu machen.

Eiche in der Dauerkrise, Buche verbessert

Die Eichenbäume in NRW sind besonders geschädigt – nur sieben Prozent der Eichen haben laut Ministerium keine gelichteten Baumkronen. Der Eiche gehe also "weiterhin vergleichsweise schlecht". Der Buche hingegen geht es den Angaben zufolge deutlich besser: 24 Prozent der Buchen zeigen keine Schäden und 40 Prozent geringe Schäden.

Die Ministerin forderte die Bevölkerung zu einem respektvollen Umgang mit dem Wald auf, der "ein wertvoller Schatz" sei, "der leidet". Sie sprach von "Mountainbike-Fahrern, die quer durch die Wälder rasen, ohne Rücksicht auf Verluste". Sie kritisierte Vandalismus, Abkippen von Müll, Beschädigung alter Bäume sowie das Rauchen im Wald.

Waldzustandsbericht

WDR Studios NRW 20.11.2025 01:58 Min. Verfügbar bis 20.11.2027 WDR Online

Wie aussagekräftig sind Satellitendaten?

Ende September hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt "Satellitendaten für deutsche Wälder in Not" veröffentlicht: "Der Baumbestand in Deutschland schrumpft weiter dramatisch: Mehr als 900.000 Hektar Fläche gingen seit Herbst 2017 verloren. Das entspricht 8,5 Prozent der gesamten deutschen Waldfläche." Eine der besonders betroffenen Regionen in Deutschland war demnach Südwestfalen.

Gorißen sagte dazu auf Nachfrage: "Es sind Bäume verloren gegangen, aber keine Waldflächen." Die Satellitendaten habe das Land NRW bekommen. Der Blick von oben sei wichtig. Aber man schaue sich den Wald auch ganz genau von unten an.

Kritik an der Ministerin kam von der größten Oppositionsfraktion im Landtag. Gorißen habe "den Kampf um den Wald aufgegeben", sagte der SPD-Abgeordnete René Schneider. Er warf Schwarz-Grün Haushaltskürzungen beim Wald vor: Der Etatposten für die Forst- und Holzwirtschaft werde 2026 um 4,3 Millionen "auf nur noch etwa 9,8 Millionen Euro" zusammengestrichen.

Unsere Quellen:

  • Gorißen bei Pressekonferenz in Düsseldorf
  • Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums
  • eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Schneider laut SPD-Mitteilung

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