Hitze und Dürre sind extreme Stressfaktoren für die Bäume, die sie nicht mehr ausgleichen können. "Es kommt zu unglaublichen Hitzeerscheinungen in den sonst schützenden Blätterdächern und dann zum Absterben von Teilen der Kronen und Blättern.", erklärt Thomas Wälter vom Landesforstbetrieb Wald und Holz.
Das gilt für alle Baumarten und nicht nur in Südwestfalen. Auch die großen, alten und wertvollen Buchenbestände in Ostwestfalen leiden, auch die Eichenwälder im Münsterland. Wenn sich das Blätterdach lichtet, ist das quasi ein Teufelskreis, sagt Wälter: "Das führt dazu, dass eine größere Hitze im sonst schützenden Blätterdach entsteht."
Die Wetter werden immer extremer - und das setzt den Wäldern zu
Das Waldökosystem könnte sich selbst erholen, dazu braucht es allerdings Regen. Und zwar ausgiebigen Regen. Zwei, drei Tage reichen bei weitem nicht. Die Experten stellen fest, dass die Folgen der trockenen Jahre 2017, 2018 und 2019 immer noch spürbar sind.
Eine schnelle, eigene Reparatur der Wälder funktioniert so schnell nicht. Thomas Wälter, Landesforstbetrieb Wald und Holz
"Die Bäume bilden zwar Ersatzkronen und Ersatzzweige, aber das dauert seine Zeit und braucht Niederschlag", erklärt der Fachmann weiter.
Totholz: Kein Brandbeschleuniger
Thomas Wälter vom Landesforstbetrieb Wald und Holz
Laut Waldzustandsbericht ist der Totholzanteil in den Wälder in den vergangenen Jahren angestiegen. Ökologisch gilt Totholz als extrem wertvoll. Forstexperte und Ökologe Wälter nennt es "Motor für Leben".
Nur wird dieser "Motor fürs Leben" in trockenen Zeiten nicht zum absoluten Waldbrandbeschleuniger? "Auf keinen Fall“, sagt Thomas Wälter, "Totholz hält viel Feuchtigkeit." Wälter leitet das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg. Sein Team hat untersucht, wie es um die Feuchtigkeit auf Flächen mit viel Totholz bestellt ist.
Das Ergebnis der Studien: Flächen mit Dürrständern – das sind abgestorbene Bäume, die einfach so stehen bleiben- sind deutlich feuchter als andere Waldböden. Und diese Feuchtigkeit schafft gute Voraussetzungen, um neue, kleine Bäume zu pflanzen und damit den Wald von morgen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort
- Thomas Wälter, Landesforstbetrieb Wald und Holz
- Waldzustandsbericht
