Land und NRW-Städte helfen der Ukraine

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Das Land NRW hat der Ukraine weitere Unterstützung zugesagt. Auch viele NRW-Städte helfen. Die Zahl der Partnerschaften hat sich vervielfacht.

Düsseldorf handelte als eine der ersten Großstädte in NRW. Wenige Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 beschloss Oberbürgermeister Stephan Keller, die Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis zu legen. "Es ist wichtig, dass der zwischenmenschliche Kontakt zwischen Bürgerinnen und Bürgern nicht abreißt - für den Austausch auf offizieller Ebene sehe ich persönlich derzeit jedoch keine Basis mehr", erklärte Keller damals. Knapp zwei Wochen später beschloss der Stadtrat einstimmig eine neue Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Czernowitz. Seitdem ruht die Partnerschaft mit Moskau.

Kommunale Partnerschaften verachtfacht

Inzwischen ist die Zahl der Partnerschaften zwischen Kommunen in NRW und der Ukraine deutlich gestiegen - von 6 auf 50. Die Kommunen liefern etwa Notstromaggregate oder Feuerwehr-Fahrzeuge in die Ukraine, es gibt aber auch einen politischen Austausch.

Bundesweit gibt es 250 deutsch-ukrainische Städtepartnerschaften. Diese seien "das Rückgrat der deutschen Hilfe für die Ukraine", betonte der Deutsche Städtetag. "Ohne die deutschen Kommunen würde die zivile Unterstützung für die Ukraine kaum funktionieren", erklärte Städtetag-Präsident Burkhard Jung anlässlich des vierten Jahrestages des russischen Angriffskriegs.

Kommunen wünschen sich stärkere Einbindung

Jung forderte dabei eine stärkere Einbindung der Kommunen in die Ukraine-Hilfe von Bund und der EU. Die Städte sollten "als zentrale Akteure" substanziell in den Wiederaufbau eingebunden werden. Dazu müsse der Bund aber auch verlässliche Fördermittel für die Ukraine-Unterstützung zur Verfügung stellen, so die Forderung.

Der Städtetag möchte zudem Beauftragte bei den Kommunen für die kommunale Zusammenarbeit mit der Ukraine einführen. Diese könnten die Unterstützung koordinieren und zwischen Bundesregierung und ukrainischen Kommunen vermitteln, so Jung.  

Hilfe der NRW-Kommunen für die Ukraine

WDR Studios NRW 24.02.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 24.02.2028 WDR Online

Mona Neubaur sieht Deutschland in der Pflicht

Auch die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) forderte eine entschiedenere Unterstützung für die Ukraine: "Während wir in Sicherheit leben, steht sie unter täglichem Beschuss. Diese Realität verpflichtet uns", erklärte Neubaur. "Wer verstanden hat, dass die Freiheit der Ukraine untrennbar mit unserer eigenen Sicherheit verbunden ist, darf Unterstützung nicht zögerlich dosieren, sondern muss sie verlässlich, ausreichend und strategisch leisten."

"Die Ukraine ist nicht mehr täglich Top-Thema", teilte unterdessen NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf dem Kurznachrichtendienst "X" mit. Vieles sei international seit Kriegsbeginn 2022 passiert. Gerade deshalb stehe NRW weiter fest an der Seite des ukrainischen Volkes.

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Das Land NRW verwies dabei unter anderem auf die Unterstützung der Partnerregion Dnipropetrowsk, unter anderem bei der Aufrechterhaltung der Strom- und Wärmeversorgung, oder beim Betrieb von Krankenhäusern. "Die Ukraine kann sich unserer Solidarität sicher sein. In diesem Krieg um ihre Heimat kämpfen die Ukrainer auch für unsere Sicherheit und unsere gemeinsamen europäischen Werte“, teilte Nathanael Liminski (CDU) mit, NRW-Minister für Internationales. Insgesamt hat das Land seit Februar 2022 nach eigenen Angaben rund 12,5 Millionen Euro für Unterstützungsmaßnahmen bereitgestellt.

Über den Kölner Verein Blau-Gelbes Kreuz e. V. hat das Land nach Angaben der Staatskanzlei die Lieferung unterschiedlicher humanitärer Hilfsgüter in die Ukraine ermöglicht. Darunter befanden sich zwei Blockheizkraftwerke, ca. 800 Generatoren, 4.000 Laptops, ca. 200 Trinkwassercontainer sowie Feuerwehr-, Polizei- und Rettungsfahrzeuge.

56.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine

Nach Angaben der Landesregierung wurden seit Februar 2022 mehr als 500 verletzte und kranke Patientinnen und Patienten zur medizinischen Versorgung aus der Ukraine nach NRW verlegt. Zudem wurden insgesamt 272.934 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Mehr als 56.000 Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer Staatsbürgerschaft wurden nach Angaben des Schulministeriums im Schuljahr 2024/25 hier in NRW unterrichtet. 275 Ukrainer sind im öffentlichen Schuldienst als Lehrkräfte oder sonstiges pädagogisches Personal beschäftigt.

Unsere Quellen:

  • Mitteilung des Deutschen Städtetags
  • Mitteilung der Staatskanzlei NRW
  • Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf X
  • Nachrichtenagentur dpa

Sendung: WDR.de, Hilfe der NRW-Kommunen für die Ukraine, 24.02.2026, 13:00 Uhr

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