Sicherheit im ÖPNV
Aktuelle Stunde . 22.06.2026. 16:47 Min.. UT. Verfügbar bis 22.06.2028. WDR. Von Fritz Sprengart.
Angst in Bus und Bahn : Minister will mehr Sicherheitsgefühl für den Nahverkehr
Stand:
Angst in Bus und Bahn? Ein neuer NRW-Bericht zeigt: Pöbeleien, Vandalismus oder tätliche Angriffe haben zugenommen - aber nur leicht.
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Jetzt mitdiskutierenWer mit Bus und Bahn unterwegs ist, erlebt nicht selten unangenehme bis bedrohliche Szenen: Pöbeleien, Vandalismus oder auch tätliche Angriffe, meist gegen das Zugpersonal oder gegen Ticketkontrolleure.
Die Zahl der sicherheitsrelevanten Vorfälle ist gestiegen, das zeigt der "Sicherheitsbericht 2025 für den Regionalverkehr in NRW", den NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) am Montag in Düsseldorf vorgestellt hat. Demnach wurden vergangenes Jahr über 20.150 sicherheitsrelevante Vorfälle erfasst - fast 1.350 mehr als im Vorjahr.
Weniger Beleidigungen
Allerdings: Maßgeblich für den Anstieg waren demnach vor allem mehr Sachbeschädigungen und Verunreinigungen. Diebstähle und Körperverletzungen gingen leicht zurück, dafür stieg aber die Zahl der Bedrohungen leicht an. 46 Mal wurden Körperverletzungen mit Waffengebrauch registriert - im Jahr davor waren es 35 Fälle.
Eine gute Nachricht: Zwar bildeten Beleidigungen mit rund 5.550 Fällen bei weitem den größten Anteil der erfassten Delikte. Allerdings waren das 619 Fälle weniger als im Jahr davor.
Zahlen "verschwindend gering"
Gemessen an den insgesamt 400 Millionen Fahrten im ÖPNV, die 2025 stattgefunden haben, seien die Zahlen der Vorfälle aber verschwindend gering, sagte Oliver Wittke, Vorstandssprecher beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr: "Bahnfahren in Nordrhein-Westfalen ist sicher, absolut sicher", erkärte er.
Es gehe vor allem um das Gefühl von Sicherheit, das man Fahrgästen und Zugbegleitern vermitteln müsse. Anfang des Jahres war es in Rheinland-Pfalz zu einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug gekommen. Der Fall hatte bundesweit eine Debatte über mehr Sicherheit im Bahnverkehr ausgelöst.
Ticketkontrollen eskalieren öfter
Bodycams sollen helfen, zu deeskalieren
Im Fokus der Taten stehe vor allem die Fahrscheinkontrolle, sagte Verkehrsminister Krischer. Mit 3 .793 Erfassungen sei die Ticketkontrolle mit Abstand der häufigste Auslöser für sicherheitsrelevante Konflikte. Gut die Hälfte der Vorfälle mit Beleidigungen, Bedrohungen und Körperverletzungen hätten sich in diesem Bereich ereignet. Besonders das Personal werde hier häufig Opfer von verbaler und körperlicher Gewalt. "Wir erleben an vielen Stellen eine Verrohung", so Krischer.
In NRW darf das Personal im ÖPNV neuerdings Bodycams tragen: "Alle, die eine haben wollen, kriegen eine", sagte Krischer. Allerdings dürfen die Kameras aus Datenschutzgründen bislang nur Bilder aufzeichnen, keinen Ton. Man warte darauf, dass der Bund hier tätig werde, um die gesetzlichen Grundlagen auch für Tonaufnahmen zu schaffen.
Schwarzfahren bleibt Straftatbestad
Die Grünen plädieren seit Langem dafür, Schwarzfahren von der Liste der kriminellen Straftaten zu streichen und statt dessen eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld daraus zu machen. Das entlaste Polizei und Justiz erheblich, so das Argument. Der Bundestag hatte einen entsprechenden Antrag im April abgelehnt.
Zu seiner Haltung bei dem Thema befragt, erklärte der grüne Verkehrsminister Krischer: Im Moment sei das Unsicherheitsgefühl der Menschen im ÖPNV zu groß, um Schwarzfahren als Straftatbestand abzuschaffen. "Das wäre jetzt ein falsches Signal, erstmal müssen wir mehr Sicherheit in Zügen schaffen."
In "zukünftigen Jahren" könne man vielleicht über eine Neuordnung des Strafrechts reden.
Die Stadt Düsseldorf hat schon vor geraumer Zeit entschieden, Schwarzfahrer zwar mit einem saftigen Bußgeld zu bestrafen, aber keine Anzeige mehr zu erstatten.
Videoüberwachung in den meisten Zügen
"Was viele gar nicht mitkriegen", sagte Krischer: 95 Prozent aller Züge in NRW seien bereits videoüberwacht. "Wenn sich einer nicht benimmt, wird das aufgezeichnet." Bislang ist allerdings das Problem, dass die Videos nicht in Echtzeit überwacht werden können. Bis das eine KI machen könne, sei es noch ein längerer Prozess.
Zu den Maßnahmen, die Sicherheit in Bus und Bahn zu erhöhen, gehöre aber immerhin ein neuer Pilotlehrgang des Kompetenzcenters Sicherheit NRW. Sicherheitskräfte und Zugpersonal sollen hier geschult werden, in Konfliktsituationen deeskalierend zu handeln.
Tatorte für Übergriffe sind laut Sicherheitsbericht aber häufig auch die Bahnhöfe und deren Umgebung. 2025 erweiterte sie dazu die gemeinsamen Einsätze mit der Landespolizei NRW im Bereich der Bahnhöfe. Dabei wurden mehr als 15 .000 Personen kontrolliert .
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz des NRW-Verkehrsministeriums am 22.06.2026
- Nachrichtenagentur Dpa
- "Sicherheitsbericht 2025 für den Regionalverkehr in NRW"
Sendung: WDR.de, Verkehrsminister will Sicherheitsgefühl in Bus und Bahn verbessern, 22.06.2026, 11:40 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 22.06.2026, 19:45 Uhr
1 Kommentar
Kommentar 1: www schreibt am heute, 19:02 Uhr :
In den zügen, in den bussen, überall riecht es stark nach zigaretten. Mariuanna. jeglicher art von drogen. Babies und Frauen - kinder sind gezwungen, das ganze ein zu atmen. obdachlose die gefärhlich sind greifen babaies, kinder, frauen an. schulkinder sind mit in gefahr. jeder tag ist ein kampf. eltern mit babies in der bahn müssen ungesunde luft inhallieren. männer werden immer aggressiver und sind in gruppen unterwegs.