KI an Schulen: Das soll sie künftig auch in NRW können

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Aufgaben erklären, Klassenfahrten organisieren, diskutieren lernen: Künstliche Intelligenz soll künftig auch an Schulen vielseitig eingesetzt werden - von Schülern ebenso wie von Lehrkräften.

Von Nina Magoley

Künstliche Intelligenz greift längst in fast alle Lebensbereiche ein. Dass KI auch für Lehrkräfte und Schüler hilfreich sein kann, wollte NRW-Schulministerium Dorothee Feller (CDU) am Freitag einmal mehr zeigen. Vor Journalisten stellte sie den KI-gestützten Chatbot "Telli" vor. Die Plattform wurde länderübergreifend speziell für den Unterricht entwickelt und soll künftig auch an Schulen in NRW zum Einsatz kommen.

Schüler können "Telli" nutzen, nachdem ihre Lehrer sie dafür freigeschaltet haben: Sie bekommen einen Link oder QR-Code und können dann mit Unterstützung der KI Aufgaben im Unterricht oder zuhause lösen. Ministerin Feller zeigte sich optimistisch: KI werde den Schulalltag positiv verändern, Schülerinnen und Schüler könnten individueller gefördert, Lehrkräfte und Schulleitungen unterstützt und entlastet werden. 

Schüler lernen richtig prompten

"Laden alle Schulen ein": Schulministerin Feller | Bildquelle: WDR

Auch das Projekt Kimadu - "Künstliche Intelligenz im Mathematik- und Deutschunterricht" - soll dafür sorgen, dass KI stärker im Schulalltag genutzt wird und Schüler für den Umgang mit KI sensibilisiert werden. Es wird bereits an 25 weiterführenden Schulen in NRW getestet und weiter entwickelt. Schüler lernen, richtig zu "prompten" - also die KI mit den nötigen Informationen zu füttern, damit sie selber zum Erklär-Tool werden kann.

In einem Beispiel, das Feller zeigte, beginnt das Prompten etwa mit dem Hinweis an die KI: "Du bist eine geduldige und motivierende Mathematik-Lehrerin, die ausschließlich Expertin für das Einsetzungsverfahren zum Lösen linearer Gleichungssysteme ist."

KI an NRW-Schulen soll überall möglich werden

WDR 5 Westblick - aktuell 05.12.2025 06:02 Min. Verfügbar bis 05.12.2026 WDR 5

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In anderen Fällen könne die KI sprachliche Tipps geben, Argumentationsstrategien für Diskussionen vorschlagen oder zeigen, wie sich Gedichte interpretieren lassen. Dafür nutze Telli die Informationen verschiedener KI-Anbieter - wie etwa Open AI oder Meta. "Wir laden alle Schulen in Nordrhein-Westfalen ein, von den bisherigen Erfahrungen im KIMADU-Projekt zu profitieren", sagte Feller.

Feller beteuerte, dass die KI niemals fertige Antworten auf Schulaufgaben liefern werde, sondern beispielsweise den aktuellen Unterrichtsinhalt noch einmal erklären oder einzelne Fragen beantworten soll. Sie könne auch weiterhelfen, wenn etwa Fragen im Unterricht aufkommen, die Lehrerin im Klassenzimmer aber gerade mit anderen Schülern beschäftigt ist.

"Die KI wird niemals eine Lehrkraft ersetzen", versicherte Feller, "aber sie kann Lehrkräfte unterstützen". NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU)

Lehrkräfte können sich auch Rat bei der Unterrichtsvorbereitung oder bei organsiatorischen Fragen holen. Ein Beispiel: Ein Lehrer möchte eine Ski-Freizeit vorbereiten. Die KI kann dann detailliert auflisten, was dabei rechtlich zu beachten ist, welche Vorschriften es gibt und unter welchen Links die Lehrkraft weitere Infos findet. Auch Entwürfe für Elternbriefe könne die KI verfassen oder ein neues Konzept im Umgang der Schüler mit digitalen Medien zusammenstellen.

Ministerium: Datenschutz sei sicher

Das ganze System sei "datenschutzkonform", versichert das Schulministerium. Mit den KI-Anbietern sei vertraglich vereinbart, dass die Daten, die über Telli geliefert werden - zum Beispiel Inhalte, die Schüler entwickeln - nicht an die Anbieter zurück fließen und somit nicht zum Training der KI genutzt werden dürfen.

Lehrerverband mahnt mehr Personal für KI an

Unterrichtsausfall: Viele Probleme zu lösen | Bildquelle: dpa

Angesichts des noch immer großen Lehrermangels an NRW-Schulen stellt sich allerdings die Frage, ob es für den professionellen Umgang mit KI überhaupt ausreichend Lehrkräfte gibt. Das gab auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW am Freitag zu Bedenken. Der VBE sehe "das Potenzial" der KI, sagte der stellvertretende Vorsitzende Matthias Kürten, doch es bedürfe klarer Rahmenbedingungen, ausreichender technischer Ausstattung und "weiterem Entlastungspotenzial, das in der Praxis ankommt". Es sei notwendig, das Schulpersonal angemessen fortzubilden.

Erst vor wenigen Tagen hatte der VBE außerdem das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage veröffentlicht, wonach jede fünfte Schulleitung neben dem Personalmangel auch einen generellen Zeitmangel im Schulalltag als gravierendes Problem nennt.

Zudem mahnte Kürten an, dass Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler "zwingend kritisch mit den Ergebnissen umgehen müssen, denn KI kann Fehler machen oder Inhalte erfinden und die Ergebnisse müssen deshalb immer sorgfältig geprüft werden".

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz NRW-Schulministerin Feller am 05.12.2025
  • Homepage "Telli"
  • Statement Verband Bildung und Erziehung NRW
  • Nachrichtenagentur dpa

Sendung: WDR5, Westblick5.12.2025, 17.04 Uhr