Immer wieder müssen Pflegeeinrichtungen schließen, weil sie insolvent gehen. Im vergangenen Jahr sind 23 Anbieter zahlungsunfähig geworden. Das geht aus der Antwort des NRW-Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor, die dem WDR vorliegt. Zwar werden laut Ministerium häufig die betroffenen Einrichtungen von anderen Betreibern übernommen und weitergeführt. Dennoch sind in den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf zwei vollstationäre Einrichtungen geschlossen worden. 115 Pflegeplätze sind damit weggefallen.
Darüber hinaus haben 14 vollstationäre Einrichtungen aus anderen Gründen geschlossen und 15 teilstationäre, also beispielsweise aus dem Bereich Tagespflege. Dadurch sind insgesamt 871 Pflegeplätze weggebrochen. Auch 34 ambulante Dienste haben geschlossen, allerdings ist nicht bekannt, wie viele Menschen davon betroffen sind.
SPD dringt auf Pflegereform
Thorsten Klute, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im NRW-Landtag
In NRW gibt es derzeit 7530 Pflegeeinrichtungen. Dennoch, meint der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Klute, zeigten die Zahlen, wie angespannt die Lage weiter sei. Eine Pflegereform auf Bundes- und auf Landesebene sei dringend notwendig. Vor allem, weil sich ein deutlicher Anstieg von Pflegebedürftigen abzeichne, während die Zahl der Plätze eher schrumpfe.
Viele Pflegebedürftige leben zuhause
Derweil warnt der Medizinische Dienst vor Defiziten bei der Betreuung. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Carola Engler, Pflegebedürftige würden oft in ihrer Situation allein gelassen. Sie würden begutachtet, danach nehme die Pflegekasse eine Einstufung vor. Es gebe allerdings zu wenig Unterstützung bei Reha-Maßnahmen oder anderen Therapien. Das betreffe vor allem die rund 60 Prozent derer, die alleine wohnten oder von Angehörigen gepflegt würden.
Unsere Quellen:
- Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums
- Eigene Recherchen
Sendung: WDR Nachrichten, 27.02.2026, 12:00 Uhr
