Neue App für Rufbusse soll ÖPNV auf dem Land besser machen | WDR aktuell
01:56 Min.. Verfügbar bis 08.12.2027.
Neue App für Rufbusse soll ÖPNV auf dem Land besser machen
Stand:
Auf dem Land fahren Busse und Bahnen eher selten. Die Landesregierung möchte den ÖPNV im ländlichen Raum besser machen. Ein wichtiger Baustein hierfür sind sogenannte On-Demand-Busse, also Busse auf Abruf. Jetzt bringt NRW eine zentrale App für die Busbuchung an den Start.
Die neue App rufmobil.nrw soll Fahrgästen einmal das Leben erleichtern. Sie benötigen dann nur diese eine App und müssen sich auch nur einmal registrieren, selbst wenn sie in verschiedenen Kommunen unterwegs sind und verschiedene Busanbieter nutzen. Starten wird die App mit dem Anbieter "Holibri" erstmal für die Kreise Höxter und Paderborn, weitere Unternehmen sollen dazukommen.
Immer mehr Anbieter
In NRW gibt es über 30 On-Demand-Verkehrs-Anbieter wie myBus in Duisburg oder "Helmo" im Kreis Soest. Per App oder Telefon können Kunden zum Beispiel Kleinbusse bestellen, ähnlich wie beim alten "Anruf Sammeltaxi". Der Fahrweg wird durch einen Algorithmus so berechnet, dass die Fahrgäste möglichst effizient eingesammelt und abgesetzt werden. Für die Verkehrsbetriebe liegen die Kosten allerdings deutlich höher als beim regulären ÖPNV: On-Demand-Verkehr ist sieben bis zehn Mal so teurer.
Mit Bussen auf Abruf kann aber in dünn besiedelten Gebieten überhaupt Öffentlicher Personennahverkehr angeboten werden. Die Fahrten kosten die Kunden meist etwas mehr als ein reguläres Busticket, sind aber günstiger als eine Taxifahrt.
Kundenzuwachs bei On-Demand-Bussen
Vielerorts wird das Angebot gut angenommen. So wurde "Helmo" im Kreis Soest seit seinem Start vor gut vier Jahren über 100.000 Mal genutzt - Tendenz steigend. "Helmo" bietet seine Fahrten in den meisten Gemeinden zwischen 8 und 12 und zwischen 14 und 19 Uhr sowie an Samstagen an. Genutzt werden sie von Schülern, Berufspendlern, aber auch für Arztbesuche oder zum Einkaufen.
Über die App rufmobil.nrw können Busse auf Abruf bestellt werden
Es sei eine Verbesserung für die Menschen, sagt eine Sprecherin des Anbieters Regionalverkehr Ruhr-Lippe. Das Land fördert die Anbieter mit 120 Millionen Euro bis 2031. Nach Auslaufen der Förderung müssen die Kommunen dafür aufkommen.
Mobilitätstag 2025 im NRW-Verkehrsministerium
Die App rufmobil.nrw wird beim Mobilitätstag 2025 im Verkehrsministerium vorgestellt. Bei diesem Branchentreff kommen unter anderem Politik, Kommunen, Verkehrsbetriebe und Verbände zusammen, um über neue Entwicklungen im Bereich Verkehr zu sprechen. Außerdem wird der Mobilitätspreis verliehen. Er geht an Projekte, die eine einfache, flexible und klimafreundliche Mobilität in Nordrhein-Westfalen vorantreiben und ist mit 30.000 Euro dotiert.
Unsere Quellen:
- NRW-Verkehrsministerium
- Regionalverkehr Ruhr-Lippe
- Portal mobil.nrw.de
- Evaluationsbericht "Mobil.NRW - Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum"
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 08.12.2025, 6-9.45 Uhr
