Olympia-Bewerbung von NRW 2032

Ministerpräsident Wüst: Olympia muss nach NRW

Stand:

Für Olympia 2036 sei NRW der beste Ort, sagt Ministerpräsident Wüst. Seinem umstrittenen Parteikollegen Merz stärkt er den Rücken.

Von Nina Magoley

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wirkte zutiefst überzeugt: Keine Region in Deutschland sei so prädestiniert für die Austragung der Olympische Spiele wie Nordrhein-Westfalen. Athletinnen und Athleten könne NRW "die größte Bühne für den größten Moment bieten", schwärmte er am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf.

NRW habe bereits jetzt "die beste Sportstätte für jede Sportart", allesamt schnell zu erreichen, sowohl für Sportler, als auch für die Zuschauer. Er rechne im Fall der Austragung mit 14 Millionen verkauften Tickets - "ein absoluter olympischer Spitzenwert"

Nachhaltige Spiele ohne "weiße Elefanten"

Und: Es würden nachhaltige Olympische Spiele, so Wüst. Keine neuen Stadien - das Konzept sehe "zu 100 Prozent schon bestehende und temporäre Sportstätten vor". Dementsprechend würden nach den Spielen auch "keine weißen Elefanten irgendwo auf der grünen Wiese herumstehen".

NRW - genauer die Region "Rhein-Ruhr" - will sich neben München, Berlin und Hamburg als deutscher Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Dazu soll es am 19. April 2026 einen Bürgerentscheid in den 17 teilnehmenden Städten und Kommunen NRWs geben.

Wüst wirbt für Olympia in NRW

WDR Studios NRW 25.11.2025 00:42 Min. Verfügbar bis 25.11.2027 WDR Online

Wolkige Statements zu Merz

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei der Landespressekonferenz

"Staat muss wehrhaft sein": NRW-Ministerpräsident Wüst

Wüsts Begeisterung für eine Olympiade-Bewerbung konnte auf der Pressekonferenez aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nicht nur in NRW derzeit diverse andere Themen gibt, bei denen auch Wüsts CDU mächtig unter Druck steht, genau wie sein Parteikollege, Bundeskanzler Friedrich Merz.

Angesprochen auf den Streit um das Rentenpaket auf Bundesebene, blieb der Ministerpräsident wolkig: Er sei "guter Hoffnung", dass die Bundesregierung da an einer Lösung arbeite.

"Die jungen Leute müssen wissen, woran sie sind", sagte Wüst, aber ebenso auch diejenigen, die kurz vor der Rente stehen. Der Bundeskanzler habe diese Punkte auch "mehrfach unterstrichen". Allerdings habe Merz in der Regierung mit der SPD einen "Partner, der sich in dieser Frage ganz offensichtlich schwer tut".

Demokratische Mitte: "Sich nicht von Anfang an missverstehen wollen"

Dabei verteidigte Merz selber die geplante Rentenreform bislang vehement auch gegen Kritik aus der Jungen Union, die findet, dass damit die junge Generation übermäßig belastet werde. Wüst wand sich aus diesem Widerspruch: "Meine Unterstützung für eine baldige Lösung, die auch die Perspektive der Jüngeren berücksichtigt, hat er jedenfalls."

Befragt nach den verschiedenen Äußerungen des Bundeskanzlers, die zuletzt mehrfach für Empörung gesorgt hatten - von "Stadtbild" bis zur abfälligen Bemerkung über die brasilianische Stadt Belem - sagte Wüst: "Jeder hat seine Sprache und ich finde, das müssen wir uns in der Politik auch noch zugestehen, dass der eine so redet und der andere redet vielleicht so. Und vielleicht schaffen wir es mindestens mal in der demokratischen Mitte, dass wir uns nicht schon von Anfang an missverstehen wollen."

Wüst veranstaltet "Modernisierungsgipfel"

Und dann sind da diese Momente, in denen man meinen könnte, dass der NRW-Ministerpräsident sich auf seiner Karriereleiter noch einen Schritt nach oben vorstellen könnte: So berichtete Wüst über einen "Modernisierungsgipfel", den er in der kommenden Woche ausrichte und der - wohlgemerkt - ganz Deutschland im Fokus haben soll. Die Veranstaltung findet nicht in Düsseldorf, sondern in der NRW-Landesvertretung in Berlin statt. Mit hochrangigen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Wüst beschrieb sich hier als Macher: Aus der Perspektive vieler Bürgerinnen und Bürger gebe es eine "Staatsfunktionskrise", strukturelle Änderungen seien nötig: "Es muss stärker gebündelt, vereinfacht, auch standardisiert werden."

Dazu gehöre die Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten, die Reduzierung von Genehmigungspflichten sowie die Vereinfachung im Vergabe- und Datenschutzrecht. Ziel: eine grundlegende Staatsmodernisierung. Und: "Ich bin dazu bereit, wenn es gemeinsam dadurch besser gelingt, Deutschland flottzumachen."

FDP: Wüst hat NRW "den Stecker gezogen"

Aus der FDP-Landtagsfraktion kam umgehend Kritik: "Hendrik Wüst streut den Menschen Sand in die Augen", empörte sich der Fraktionsvorsitzende Henning Höne. "Während der Ministerpräsident von Modernisierung spricht, hat seine Landesregierung der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen den Stecker gezogen und unser Land stagniert seit Jahren im Nullwachstum."

Bei der Olympia-Bewerbung werde "seit Monaten getrödelt, statt offensiv für den Standort Nordrhein-Westfalen zu werben". Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sei Wüst "längst davongelaufen – und nun versucht Wüst, Verzögerungen als Bürgerbeteiligung zu verkaufen", sagte Höne.

SPD übt Kritik an Wüst wegen Solingen-Aufklärung

WDR Studios NRW 25.11.2025 00:51 Min. Verfügbar bis 25.11.2027 WDR Online

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