Ab der nächste Landtagswahl 2027 können in Nordrhein-Westfalen Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Für eine dafür notwendige Änderung der Landesverfassung stimmten am Mittwoch im Landtag die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP - sie erreichten zusammen die Zwei-Drittel-Mehrheit, die für eine Verfassungsänderung nötig ist. Die AfD stimmte dagegen.
Das Abstimmungsergebnis wurde im Plenum mit großem Applaus und Jubel aufgenommen.
Die Argumente der Parteien
Man wolle durch die Absenkung des Wahlalters jungen Menschen "Zugehörigkeit" und "Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit" geben, hieß es aus der CDU. Die Grünen nannten den Tag "einen guten Tag für die Demokratie". Die SPD wiederum betonte, dass im Landtag Entscheidungen getroffen werden, die das Leben junger Menschen direkt prägten – deswegen sollten sie mitentscheiden. Die AfD hingegen vermutete hinter der Verfassungsänderung eine Beschwichtigung, um die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht vorzubereiten.
2027 können 300.000 Menschen zusätzlich abstimmen
Die Absenkung des aktiven Wahlalters von 18 auf 16 auf Landesebene ist Teil des Koalitionsvertrags von CDU und Grünen. Wer für den Landtag kandidieren will, muss dagegen weiterhin volljährig sein.
Bei Kommunal- und Europawahlen darf bereits ab 16 gewählt werden. Bei der nächsten Landtagswahl 2027 werden durch die Absenkung des Wahlalters rund 300.000 Menschen zusätzlich wahlberechtigt, das entspricht einem Anteil von gut zwei Prozent an den 13 Millionen Wahlberechtigten.
Unsere Quellen:
- Landtags-Sitzung
- Eigene Berichterstattung
Sendung: WDR 5, WDR Aktuell, 17.12.2025, 17:00 Uhr