Wenn Kinder zum Schulstart nicht gut genug Deutsch können, um dem Lehrer zu folgen – dann kommen sie nicht mit. Und verlieren so womöglich den Anschluss, noch bevor sie überhaupt richtig angefangen haben mit dem Lernen. Eigentlich ist das eine Binse, Allgemeinwissen. Aber trotzdem ist es tragisch und traurig, in jedem Einzelfall.
Und erst Recht, wenn man sich die Dimension anschaut. Rund 30 Proeznt der Schulanfänger – das heißt: jedes dritte Kind - startet laut Schulministerium ohne die eigentlich nötigen Kompetenzen ins Schulleben. In absoluten Zahlen sind das mehr als 50.000 Kinder pro Jahr, allein in NRW.
Die Ursachen sind vielfältig: mal wird zuhause nicht Deutsch gesprochen, mal haben die Eltern zu wenig Zeit oder Lust, ihren Kindern zum Beispiel etwas vorzulesen. Der Staat muss deshalb heute an Stellen helfen, unterstützen, die früher selbstverständlich Aufgabe der Familie waren.
Deshalb ist die jetzt vorgestellte Sprachförderung in den so genannten ABC-Klassen ein Schritt in die richtige Richtung – aber er reicht längst nicht aus. Vier Stunden Sprachförderung pro Woche sind zu wenig, um die großen Defizite wirklich auszugleichen. Besser wäre es, für alle Kinder ein verpflichtendes Vorschuljahr einzuführen. Doch das ist leider illusorisch, denn Geld und Personal dafür fehlen, nicht nur in NRW.
Und so bleibt es bei einer kleinen Lösung: besser als nichts, aber eben auch kein großer Wurf. Leider!
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz der Landesregierung
- Reaktionen von SPD, FDP, VBE und GEW
- eigene Recherche
Sendung: WDR 5, Westblick, 13.01.2026, 17:10 Uhr
