Er sieht Risiken - besonders bei einem weiteren Aufstieg der Partei und einer möglichen Regierungsübernahme in einzelnen Bundesländern.
Verharmlosende Einschätzungen, man solle die Partei doch "einfach mal machen lassen", damit sie sich dann schon selbst entzaubere - das sei sehr gefährlich, sagte er Mittwochabend beim Katholikentag in Würzburg.
Der Blick in die deutsche Vergangenheit zeige, dass man hier nicht aufmerksam und vorsichtig genug sein könne, sagte Wüst. Auch bei Adolf Hitler und den Nationalsozialisten hätten viele gesagt, diese würden schnell wieder verschwinden, wenn man erst einmal bemerkt habe, dass sie mit der Regierungsverantwortung überfordert seien. Verschwunden seien aber nicht die Nazis, sondern Meinungs- und Pressefreiheit sowie eine unabhängige Justiz - und das innerhalb von wenigen Wochen.
Hendrik Wüst betont: "Wir brauchen die Kirchen"
Wüst sprach bei einem Empfang der unionsnahen Konrad-Adenauer-Stiftung und der Hanns-Seidel-Stiftung zum Motto des Katholikentags "Hab Mut, steh auf!". Dabei würdigte er auch die Rolle der Kirchen für die Gesellschaft und ermutigte sie zu weiterem Engagement.
"Wir brauchen die Kirchen auch als Brückenbauer in der Gesellschaft", sagte Wüst. Dazu gehörten neben vielen anderen wichtigen Aufgaben der interreligiöse Dialog sowie die Vermittlung von Werten in Kindergärten und Schulen.
"Lebendige Kirchen sind tragende Säulen einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft - und ich wünsche mir, dass das auch so bleibt." Hendrik Wüst, NRW-Ministerpräsident
Unsere Quelle:
- Nachrichtenagentur kna
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 14.05.2026, 12:00 Uhr