Bildmontage von den Spitzen des Kölner Doms zwischen denen die olympischen Ringe platziert sind

Zahlenspiele für Olympia: Die Debatte um die NRW-Sportmilliarde

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Rund eine Milliarde soll es für den Sport in NRW geben. Die Landesregierung spricht von einem Schub für die Olympiabewerbung. Kritiker sprechen dagegen von einer Mogelpackung.

Eigentlich sollte es kaum Kritik an der Olympiabewerbung des Landes geben. Ein - abgesehen von den Stimmen der AfD - einmütiger Beschluss des Landtags für die Spiele an Rhein und Ruhr liegt seit Jahren vor. Mit Köln als Ankerstadt der Bewerbung gibt es einen parteiübergreifenden Konsens.

Dennoch läuft die Olympiakampagne des Landes eher schleppend. Das zeigt die neuerliche Debatte um die Verteilung von Geldern für die Sportinfrastruktur im Land. Bis zu eine Milliarde Euro hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im Januar angekündigt, mit der vor allem der Breitensport gefördert werden soll.

Kompakt, aber auch dezentral

Gemacht wird das auch wegen der Kriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). In einer internen Präsentation wird besonders die vorhandene Infrastruktur hervorgehoben, die einen Ausschlag geben kann, sich international als deutscher Anwärter auf Sommerspiele zu bewerben. Daher wird das Geld nicht ganz ohne Hintergedanken vergeben worden sein.

Dass NRW nämlich von der Ausgangslage her einen eher schwierigeren Stand als andere Bewerberstädte hat, zeigen die Bewertungskriterien des DOSB. In ihnen heißt es, dass die Spiele "so kompakt wie möglich, so dezentral wie nötig" sein sollten. Gerade der zweite Teil des Satzes wird von den NRW-Verantwortlichen in der Regel unterschlagen.

Ministerpräsident Wüst spricht stets schlicht von den "kompaktesten Spielen", die NRW anbiete. Jedoch wird auch er wissen, dass kein Angebot so viele Wettbewerbe dezentral von der sogenannten "Host-City" plant wie Köln-Rhein-Ruhr. Nicht einmal die Hälfte der olympischen Wettbewerbe soll in Köln ausgetragen werden, das ist in München, Hamburg und Berlin deutlich anders. Daher muss Rhein-Ruhr zwangsläufig mit Dingen wie der Sportmilliarde punkten.

Eh vorhandenes Extrageld?

Nur wird diese von Landtagsopposition sowie dem Städte- und Gemeindebund als "Nebelkerze" bezeichnet. "Hier werden Mittel des Bundes oder die den Kommunen eh zustehen noch einmal als Extrageld verkauft", kritisiert die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Lisa Kapteinat. FDP-Fraktionschef Henning Höne pflichtet ihr bei. Außerdem bemängelt er, dass das Geld nicht komplett in den Breitensport gesteckt werde.

"Ein Teil der Mittel ist für herausragende Sportstätten vorgesehen und kommt damit nur einzelnen wenigen Kommunen zugute", sagt Höne. Was er meint, ist ein Betrag von 20 Millionen Euro, die ausschließlich für bekanntere Sportstätten vorgesehen sind. Unter anderem ist mit einer solchen Begründung zuletzt das Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid saniert worden. Es ist mit 17.000 Plätzen die größte dauerhafte Leichtathletik-Arena des Landes.

Insgesamt wecke die Milliarde bei den Kommunen mehr Erwartungen, als sie halten kann. Sagt zumindest der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Christian Schuchardt. Bundesweit gebe es einen Investitionsstau von 15,6 Milliarden Euro bei den Sportstätten. Das jetzt angekündigte Geld der Landesregierung stehe den Kommunen aber so oder so zu, argumentiert auch der kommunale Spitzenverband.

Die CDU im Landtag hält dagegen. Es handele sich nicht um eine "Trickserei", sagt deren sportpolitischer Sprecher Jens Nettekoven. "Kein anderes Land investiert in den nächsten Jahren so viel, so breit und so nachhaltig in den Sport wie wir." Womit er auch Recht hat, weil NRW als größtes Bundesland durch die Verteilung von Bundesgeldern stets den größten Anteil hat.

Am Ende entscheidet der DOSB

Tatsächlich kommt nämlich das meiste Geld aus bereits bestehenden Töpfen. 600 Millionen werden über das Investitionspaket der Bundesregierung verteilt. Weitere 375 Milliarden kommen in den kommenden fünf Jahren aus der Sportpauschale des Gemeindefinanzierungsgesetzes. Somit bleiben am Ende tatsächlich nur 25 Millionen Euro über, die das Land zusätzlich gibt.

Entsprechende Anpassungen im Haushalt gab es weitgehend unbemerkt in den vergangenen Haushaltsberatungen. Vonseiten der Staatskanzlei sieht man in der ganzen Debatte kein Problem, da man die Schwerpunkte nun mal so gesetzt habe. "Damit wird auch die eine wichtige Grundlage für die Akzeptanz der Bewerbung KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Spiele durch die Bürgerinnen und Bürger geschaffen", formuliert es ein Sprecher der Regierungszentrale.

Ob die Sportmilliarde am Ende überzeugt, wird eh der DOSB entscheiden. Eine erfolgreiche Befragung der Bewohner und Bewohnerinnen der Olympiastädte vorausgesetzt: Ende September wird festgelegt, wer für Deutschland bei der abschließenden Auswahl antreten darf.

Olympia und die Trickserei mit der NRW-Sportmilliarde

WDR 5 Westblick - aktuell 11.02.2026 05:27 Min. Verfügbar bis 11.02.2027 WDR 5

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Unsere Quellen:

  • Statement CDU, SPD und FDP im Landtag
  • Statement Städte- und Gemeindebund
  • Statement Staatskanzlei NRW
  • Eigene Recherche

Sendung: WDR 5, Westblick, Debatte um die Sportmilliarde, 11.02.2026, 17:05 Uhr

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