Weltklimakonferenz startet: Wie sieht es bei uns aus?

Aktuelle Stunde 10.11.2025 39:46 Min. UT Verfügbar bis 10.11.2027 WDR Von Sebastian Galle

COP30 startet: So geht Klimaschutz in NRW

Stand:

Heute beginnt die Weltklimakonferenz in Brasilien. Ist NRW beim Klimaschutz auf einem gutem Weg? Einige Projekte machen Mut.

Zum offiziellen Start der Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém stehen die Delegierten aus aller Welt vor einer heiklen Mission. US-Präsident Donald Trump, der den menschengemachten Klimawandel bekanntlich für den "größten Betrug aller Zeiten" hält, glänzt zwar selbst durch Abwesenheit und hat auch keine hochrangigen US-Vertreter entsendet. Da Trump den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen verfügt hat, liefert er anderen Staaten eine willkommene Ausrede, ihr Engagement ebenfalls stark einzudampfen.

Weltklimakonferenz COP30: "Braucht klare Resultate"

WDR 5 Morgenecho - Interview 10.11.2025 06:07 Min. Verfügbar bis 10.11.2026 WDR 5

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NRW hingegen hält bisher an seinem Ziel fest: Bis 2045 soll das Bundesland zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas werden. Im Energiebereich sollen erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft massiv ausgebaut und Wasserstofftechnologien gefördert werden. Im Gebäudesektor stehen die energetische Sanierung und der Aufbau einer nachhaltigen Wärmeversorgung im Vordergrund. Zugleich muss die heimische Energieproduktion umgestellt werden. Noch ist klimaschädliche Braunkohle der wichtigste Energielieferant für die stromhungrige Industrie in NRW.

Doch neben der "großen" Klimapolitik gibt es auch viele lokale Projekte in NRW, die einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität leisten. Einige Beispiele aus dem Land.

"Dein Baum" in Düsseldorf

Die Landeshauptstadt macht es vor: Einen Baum pflanzen und so ein neues Stück Stadtnatur schaffen - das ist die Idee hinter der Aktion "Dein Baum", die Düsseldorf bereits 2021 ins Leben gerufen hat. Gegen kleines Geld bietet die städtische Baumschule dabei allen Bürgern Bäume und Sträucher für den eigenen Garten an. Im Angebot sind verschiedene Obstbäume, bienenfreundliche Gewächse sowie "Klimabäume", die besonders gut an veränderte klimatische Bedingungen angepasst sind.

Seit dem Start der Aktion sind fast 1.000 neue Bäume in den Gärten der Stadt angepflanzt worden. Noch erfolgreicher ist die Aktion im Rhein-Kreis Neuss: Dort werden Obst-, Amber- und Vogelbeerbäume sogar kostenlos verteilt.

Ennigerloh setzt auf grünen Strom

Vor vier Jahren hat sich die Kleinstadt Ennigerloh im Münsterland nach einer privaten Initiative von Klimaschützern ein hohes Ziel gesetzt: Bis 2025 sollte der Strombedarf der 20.000 Einwohner vollständig durch Erneuerbare Energien gedeckt werden, die zum Beispiel mit Windkraft oder Biogas im Stadtgebiet lokal erzeugt werden.

Bereits vor einem Jahr konnte die Stadt melden, dass dieses Ziel erreicht wurde. Perspektivisch soll auch der Strombedarf der Industrie in Ennigerloh vollständig durch Erneuerbare gedeckt werden. Die dafür nötigen neuen Windkraftanlagen sind bereits in Planung.

Kreis Olpe investiert in klimafreundliche Mülldeponie

Bei der Zersetzung von Abfällen entsteht klimaschädliches Methan. Bisher wird deshalb in der Zentraldeponie des Kreises Olpe das entstehende Gas in ein Blockkraftwerk geleitet und zur Stromerzeugung genutzt. In Zukunft sollen die Emissionen durch ein spezielles Verfahren fast auf Null gesenkt werden. Durch die Zufuhr von Sauerstoff wird dann in einem chemischen Prozess die Entstehung von Methan verhindert.

Laut den Verantwortlichen können so in zehn Jahren rund 212.000 Tonnen CO2 eingespart werden: Das entspricht im gleichen Zeitraum den Emissionen von mehr als 20.000 Autos.

Dortmunder Start-up will Erdöl ersetzen

In der Chemieindustrie von NRW ist Erdöl bei der Produktion von Kunststoffen, Kosmetika oder Schmiermitteln bisher ein Muss. Das Start-up "Simplyfined" aus Dortmund will im großen Stil pflanzliche Öle so verändern, dass sie eine gleichwertige Alternative zum Erdöl darstellen - ganz ohne fossile Bestandteile.

Das Bild zeigt Mitarbeiter des Dortmunder Start-up Simplyfined bei der Arbeit.

Im Labor bei "Simplyfined"

Das Ziel sei eine kreislauforientierte Chemieindustrie, in der Materialen möglichst wiederverwendet werden, teilt das Unternehmen mit. Dessen Materialforschung wird mit Bundesmitteln gefördert. In einigen Jahren hofft das Unternehmen, seine Öle bereits im industriellen Maßstab zu produzieren.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Informationen aus den WDR-Landesstudios

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