Die Dauer eines gerichtlichen Asylverfahrens in NRW ist deutlich gesunken. Nach Zahlen des NRW-Justizministeriums haben die Verwaltungsgerichte im ersten Quartal 2025 im Durchschnitt pro Verfahren noch etwas mehr als 12 Monate gebraucht. Ein Jahr davor waren es noch 16,4 Monate.
NRW Justizminister Dr. Benjamin Limbach
"Die in Nordrhein-Westfalen ergriffenen Maßnahmen wirken", sagte Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) am Dienstag zu den Ergebnissen. Für ihn sind sie ein Erfolg. Er hatte mehrere Änderungen an den Verwaltungsgerichten angeordnet, auch als Reaktion auf den Anschlag von Solingen im August 2024.
Gerichte spezialisieren sich auf bestimmte Herkunftsländer
Zum einen haben 2024 mehrere Verwaltungsgerichte zusätzliche Richterstellen für Asylverfahren erhalten. Zum Zweiten gibt es dort jetzt weitere spezialisierte Kammern, die ausschließlich Klagen von Flüchtlingen gegen ihren Asylbescheid durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bearbeiten, z.B. in Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Minden und Münster.
Und die dritte Veränderung: Diese Gerichte übernehmen schwerpunktmäßig die Klagen von Menschen aus bestimmten Herkunftsregionen. So bearbeitet etwa das Gericht in Gelsenkirchen Fälle von Menschen aus Albanien, aus dem Kosovo und Bosnien. Das Gericht in Köln ist etwa für arabische und nordafrikanische Länder zuständig. Diese Spezialisierung hilft laut Justizminister Limbach ebenfalls, die Verfahren schneller abzuschließen, weil sich Richterinnen und Richter nicht jedes Mal in andere Besonderheiten der Herkunftsländer einarbeiten müssen.
"Bearbeitungsstau" löst sich laut Limbach langsam auf
An den Gerichtskammern, an denen jetzt ausschließlich neue Asylverfahren entschieden werden, zeigt sich, wie schnell es gehen kann: Dort betrug laut Justizministerium die durchschnittliche Verfahrensdauer nur noch zwei bis drei Monate. Und das, obwohl die Gesamtzahl der Klagen deutlich zugenommen hat.
Ein Problem sind weiter die unerledigten Altverfahren, so Limbach: "Die verzerren dadurch natürlich die Statistik, weil das Verfahren mit seiner Gesamtlaufzeit dort auftaucht. Aber in dem Moment wo wir die Alt-Verfahren abgebaut haben, werden wir es schaffen, Asylverfahren sehr schnell vor den Gerichten zu erledigen."
Der "Bearbeitungsstau" löse sich langsam auf. Für 2026 plant die Landesregierung an den Verwaltungsgerichten weitere Richterstellen einzurichten.
Unsere Quellen:
- NRW-Justizministerium