Der deutsche Pass beziehungsweise die doppelte Staatsangehörigkeit ist begehrt. Mehr als 100.000 Menschen haben im vergangenen Jahr in NRW einen Einbürgerungsantrag gestellt. Die meisten kamen aus Syrien, der Türkei und dem Irak.
Gute Erfolgsaussichten
Und sie haben gute Chancen, eingebürgert zu werden. Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland in 2025 fast 90 Prozent der Anträge genehmigt worden. Nur drei Prozent wurden abgelehnt, fünf Prozent zogen zurück. In einigen weiteren Fällen erübrigt sich der Antrag, da die Person verstirbt oder ins Ausland zieht.
Die meisten Anträge wurden in NRW in Düsseldorf (7.050) und Köln (6.820) gestellt. Aber auch in Essen, Duisburg und Dortmund haben sich mehrere Tausend Menschen an die Behörden gewandt, mit dem Ziel, einen deutschen Pass beziehungsweise die doppelte Staatsangehörigkeit zu bekommen.
Lebensunterhalt muss gesichert sein
Möglich ist das nach fünf Jahren rechtmäßigen Aufenthalts. Weitere Voraussetzung ist: Die Betroffenen müssen ihren Lebensunterhalt für sich und ihre Familie selbst finanzieren können. Sie dürfen nicht vorbestraft sein.
Octavian Doroiu stammt aus Rumänien, heute lebt er mit deutschem Pass in Oelde.
Und: Sie müssen fortgeschrittene Deutschkenntnisse per Test nachweisen und sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes bekennen. Außerdem muss man einen Einbürgerungstest bestehen, mit Fragen zur deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung, Kultur und Geschichte.
"Wir wollen dazugehören"
Octavian-Nicolae Doroiu aus Oelde hat das alles hinter sich. Er und seine Frau Raluca-Diana sind 2015 aus Rumänien gekommen. Sie wollten in Deutschland arbeiten, er als niedergelassener Zahnarzt, sie als Anästhesistin am Krankenhaus. Vor zwei Jahren erhielten sie vom Landrat des Kreises Warendorf ihre Einbürgerungsurkunden überreicht. Etwa zwei Jahre nach Antragstellung.
"Mir war es wichtig, auch die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben", erzählt Doroiu. "Nicht nur, weil es dann einfacher ist, in Deutschland zu arbeiten, ohne die ganze Bürokratie. Wir wollen ganz einfach dazu gehören." Außerdem war es Doroiu wichtig, in dem Land, in dem er lebt und arbeitet, wählen zu gehen. Diese Möglichkeit hat er seit zwei Jahren, mit der doppelten Staatsangehörigkeit.
Unsere Quellen:
- Statistisches Bundesamt
- Statistische Landesbehöde IT.NRW
- Reporterin im Gespräch mit Octavian-Nicolae Doroiu
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 03.06.2026, 14:00 Uhr
