Warnstreik an Unikliniken | WDR aktuell

00:29 Min. Verfügbar bis 03.02.2028

Warnstreiks im ÖPNV und an Unikliniken - Warum so viele Streiks?

Stand:

In dieser Woche gibt es in NRW Warnstreiks in mehreren Branchen. Die Verhandlungen werden jeweils von der Gewerkschaft Verdi geführt, es geht aber um zwei unterschiedliche Tarifkonflikte.

In NRW wird in dieser Woche gleich mehrfach gestreikt. Pendlerinnen und Pendler mussten bereits am Montag nach Alternativen für Bus- und Bahnfahrten suchen. An den Unikliniken dürften am Dienstag und Mittwoch einige Operationen ausfallen, weil unter anderem die Pflegekräfte streiken. Auch der Schulalltag wird am Mittwoch und Donnerstag teilweise nur eingeschränkt stattfinden, da mancherorts angestellte Lehrkräfte und Schul-Sozialarbeiter die Arbeit niederlegen wollen.

Alle Streikenden haben eines gemeinsam: Sie werden in Tarifverhandlungen von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vertreten. Es geht dabei aber um verschiedene Konflikte in verschiedenen Branchen.

Tarifverhandlungen in Kommunen und auf Landesebene

Im ÖPNV streiken Arbeitnehmer im kommunalen Nahverkehr, also beispielsweise Bus- und Straßenbahnfahrer. In den übrigen Branchen geht es um Tarifbeschäftigte auf Landesebene, zum Beispiel angestellte Lehrer oder Pflegekräfte. Die Beschäftigten im Bildungswesen sind zwar in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) organisiert, die Verhandlungen werden aber auch für sie von Verdi geführt.

Gewerkschaft ruft angestellte Lehrer zum Warnstreik auf

WDR Studios NRW 29.01.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 29.01.2028 WDR Online


An den Unikliniken streiken neben den Pflegekräften auch Labor- und Verwaltungsmitarbeitende sowie das Servicepersonal. Die Gehälter von Ärzten sind nicht Teil der Tarifverhandlungen. Dennoch wird der Ausstand dazu führen, dass nur dringende Operationen wie geplant stattfinden können. In Köln und Düsseldorf beginnt der Ausstand bereits am Dienstag. Am Mittwoch ziehen dann Essen, Münster, Aachen und Bonn nach.

Auch an den Hochschulen des Landes könnte es zu Einschränkungen im Betrieb kommen, wenn in den Verwaltungen Mitarbeiter am Mittwoch oder Donnerstag nicht zur Arbeit erscheinen.

Zwei Tarifkonflikte fallen zeitlich zusammen

Für Landesbeschäftigte wollen die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Gehalt im Monat. Die Länder weisen diese Forderung als überzogen zurück.

Der Tarifkonflikt im ÖPNV dreht sich in NRW hingegen nicht direkt um Lohnerhöhungen, sondern um bessere Arbeitsbedingungen. So fordert die Gewerkschaft Verdi eine kürzere Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und einen höheren Sonntagszuschlag.

Beide Tarifkonflikte fallen nun zeitlich zusammen. "Wir rufen zum Streik auf, wenn die laufenden Verhandlungen dies nötig machen und die Arbeitgeber offenbar ein Signal der Beschäftigten brauchen, dass die Forderungen ernst gemeint sind", so ein Verdi-Sprecher. Es ist nicht auszuschließen, dass im weiteren Verlauf des Arbeitskampfs erneut mehrere Branchen gleichzeitig in den Ausstand treten.

Warum in der kommenden Woche so viel gestreikt wird

WDR Studios NRW 01.02.2026 00:54 Min. Verfügbar bis 01.02.2028 WDR Online


Unsere Quellen:

  • Gewerkschaft Verdi
  • Gewerkschaft GEW
  • Nachrichtenagentur dpa

Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 01.02.2026, 11:00 Uhr

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