Bürger wollen Spatenstich des A59-Ausbaus in Duisburg stören

WDR 02:37 Min. Verfügbar bis 04.05.2028

Umstrittene Pläne Bürger wollen Spatenstich des A59-Ausbaus in Duisburg stören

Stand:

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder feiert den Spatenstich für die Berliner Brücke in Duisburg. Anwohner demonstrieren dagegen.

Von Vanessa Wiebe

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Am Montag Nachmittag hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder den Startschuss für die neue Berliner Brücke geben. Sie ist Teil der A59 - einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im Duisburger Stadtgebiet. Weil sie marode ist, muss sie neu gebaut werden. Doch Anwohner wehren sich gegen die Pläne der Autobahn GmbH.

Anwohner wollen Bundesverkehrsminister mit "Getöse und Kapelle" begrüßen

Umstritten ist der Plan für den weiter nördlichen Teil der Autobahn im Stadtteil Meiderich. Laut der Stadt Duisburg würde ein Ausbau auf bis zu neun Spuren in 16 Metern Höhe die aktuelle Hochstraße fast doppelt so hoch und breit machen. Einigen Anwohnern ragen die Schallschutzwände dann in den Garten.

"Die Lebensqualität geht hier völlig verloren. Wir werden hier in einem dunklen Garten und Haus sitzen." Anwohnerin

Die ausgebaute Autobahn soll gleichzeitig für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt werden, um als Entlastungsstrecke für die A3 zu dienen.

1.400 Einwendungen hat es Ende 2023 gegen die Pläne gegeben. Bisher blieb der Protest erfolglos. Jetzt will der Meidericher Bürgerverein noch einmal Druck machen. Mit Rasseln, Pfeifen und Klatschen sollen alle ihrem Unmut beim Spatenstich Luft machen. Statt der Trasse fordert der Verein seit Jahren eine Tunnellösung.

"Wirtschaftlich absurd": Planungsdezernent kritisiert Kostenplanung

Im Garten direkt an der A59

Anwohner fürchten um ihre Lebensqualität

Auch die Stadt Duisburg setzt sich für eine Tunnel-Lösung ein. Zu zeitaufwendig und zu teuer, meint die Autobahn GmbH. In einem Gutachten berechnete sie die Kosten eines Tunnels auf 2,3 Milliarden Euro inklusive Instandhaltungskosten. Bei der Trassen-Lösung blieben diese Zusatzkosten unerwähnt. Der Bürgerverein und Duisburger Planungsdezernent Martin Linne sind damals fassungslos.

"Das ist fachlich überhaupt nicht nachvollziehbar. Der Lebenszyklus eines Tunnels liegt bei mehr als hundert Jahren. Eine Brücke muss in der Zeit mindestens noch einmal gebaut werden, genauso wie Lärmschutzwände. Martin Linne, Duisburger Planungsdezernent

Öffentliche Kritik an Schnieder und Autobahn GmbH

Eine Menschengruppe steht auf einer Wiese, im Hintergrund eine Brückenbaustelle. Im Vordergrund drei Männer, die gestikulieren. Ein Mikrofon ragt aus der linken oberen Bildecke rein.

Planungsdezernent Martin Linne (links), Peter Dahmen vom Bürgerverein und Oberbürgermeister Sören Link

Martin Linne hat parallel zum Spatenstich noch einmal Stellung zu den Ausbau-Plänen bezogen, zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und weiteren Ratsmitgliedern: "Der Ausbau führt durch dicht bebautes Stadtgebiet und darf nur in Tieflage mit abgedecktem Trog, nicht als offene Hochstraße erfolgen. Wichtig ist, dass sich die A59 in das städtische Wohnumfeld integriert, nicht umgekehrt."

Oberbürgermeister Sören Link nennt den geplanten Ausbau der A59 in Hochlage "einen verkehrspolitischen Offenbarungseid".

"Bundesverkehrsminister Schnieder und die Autobahngesellschaft des Bundes ignorieren bewusst die Lebensrealität der Menschen im Duisburger Norden – ihre Zukunft scheint ihnen schlicht egal zu sein. Dieses eklatante Planungsversagen werden wir nicht hinnehmen."   Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg

Offiziell beschlossen ist der Plan der Autobahn GmbH noch nicht. Sobald das der Fall ist, wollen Bürgerverein und die Stadt klagen.

Unsere Quellen:

  • Stadt Duisburg
  • Meidericher Bürgerverein
  • Beobachtungen der Reporterin bei zurückliegender Berichterstattung
  • Interview mit Planungsdezernent Martin Linne
  • Interview mit Anwohnenden
  • Autobahn GmbH des Bundes

Bürger wollen Spatenstich des A59-Ausbaus in Duisburg stören

WDR 04.05.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 03.05.2028

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Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 04.05.2026, 19:30 Uhr

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 Ingenieurin 05.05.2026, 08:51 Uhr

    Man kann die Anwohner verstehen, leider sind Tunnel in Ausführung, Ausrüstung und Unterhalt deutlich teurer. Dass ein Tunnel eine längere Lebensdauer hat als eine Brücke, ist nämlich schlicht falsch. Beide Bauwerksarten werden auf 100 Jahre bemessen.

  • 1 Claudia 05.05.2026, 07:00 Uhr

    Die Hochlage ist die preiswerteste und schnellste Lösung für uns Pendler im Dauerstau.Anwohner anderer Straßen mit rappelnden Bahnen und 3 Ampeln auf 50m unter dem Fenster werden von der Stadt nicht so vehement verteidigt.Und ob die beiden Aktionen mit Protest Flyern in jeden Haushalt auf Allgemeinkosten rechtens waren,bezweifle ich.Wenn ein paar Leute mit Rückenwind der Stadt auch noch klagen wird alles noch mehr verzögern.Und die Bauzeit eines Tunnels? Vielleicht müssen dann viele der maroden Häuser entlang der Strecke doch abgerissen werden.Ich bin für Hochlage.

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