Jetzt sind es schon 26 Wildschweine, die in Südwestfalen positiv auf die Afrikanische Schweinepest getestet wurden. Das bestätigt auch das Friedrich-Loeffler-Institut. Weitere Verdachtsfälle werden geprüft.
23 der infizierten Tiere wurden im Kreis Olpe gefunden, drei im Kreis Siegen-Wittgenstein. In letzterem war am 01.07.2025 erstmals ein Wildschwein positiv getestet und der Befund vom Nationalen Referenzlabor bestätigt worden. Somit war der Ausbruch in beiden Kreisen amtlich bestätigt.
Sperrzone im Sauerland ausgeweitet
Erst am Dienstag war die Sperrzone im Sauerland ausgeweitet worden. Teile der Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland zählen dazu. Das hatte das NRW-Landwirtschaftsministerium bekanntgegeben. In der bisher sogenannten "infizierten Zone" rund um Kirchhundem bleiben die bisherigen Maßnahmen bestehen, zum Beispiel ein Jagdverbot.
Drumherum gibt es jetzt eine sogenannte Pufferzone. Dort sollen Jäger Wildschweine stärker jagen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Schweinehalter in der neuen Zone müssen außerdem auf mehr Hygiene achten. Seit Mitte Juni sind fast jeden Tag Suchhundeteams unterwegs und durchforsten die Wälder nach mutmaßlich infizierten Tieren.
Schmallenberger Wanderwochen abgesagt
Der Sauerlandtourismus hat wegen der Ausbreitung der Schweinepest die Schmallenberger Wanderwoche abgesagt. Vorsorglich waren zwar ohnhein schon einige Wanderrouten aus der Sperrzone verlegt worden - trotzdem wolle man nicht unnötig Besucher in die Region bringen, hieß es auf Nachfrage. Die Wanderwoche wäre am 22. Juli gestartet.
Mobile Zäune werden errichtet
Um die Afrikanischen Schweinepest zu bekämpfen, will der Kreis Olpe mobile Zäune aufstellen. Die sollen verhindern, dass die Wildschweine überall frei herumlaufen. Das ganze Sperrgebiet lasse sich aber nicht einzäunen - auch weil Straßen darin liegen. Deshalb sind Zäune an einzelnen Abschnitten geplant, die die Tiere leiten sollen. Aktuell spricht der Kreis mit betroffenen Grundstücksbesitzern. Wann die Zäune aufgestellt werden, ist noch unklar. Das Material dafür liege schon bereit.
Landwirte in OWL in Sorge: Hinweise für Touristen
Die Schweinebauern in Ostwestfalen-Lippe fürchten, dass sich die Schweinepest auch bei ihnen ausbreiten könnte. Sie bitten Reisende, Camper und Tagestouristen, Lebensmittel nur in geschlossenen Mülleimern zu entsorgen. Besonders nicht erhitzte Schweinefleischprodukte wie Rohwurst oder Schinken stellen ein hohes Ansteckungsrisiko dar.
Die Gefahr für Wildschweine sei groß, sich durch weggeworfene Essensreste anzustecken, sagt Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL.
Erst am Donnerstag kam die Meldung, das Ende Juni 29 Wildschweine aus einem Wildtiergehege in Warburg-Harderhausen im Kreis Höxter vorsorglich getötet wurden.
Unsere Quellen:
- Friedrich-Loeffler-Institut
- Sauerlandtourismus
- Kreis Olpe
- Kreis Siegen-Wittgenstein
- NRW-Landwirtschaftsministerium
- Westfälisch-Lippischer Landwirtschafsverband
- Landesbetrieb Wald und Holz