Das Gerichtsgebäude des Landgerichts in Siegen

Der Bundesgerichtshof hat die Revision abgelehnt.

Prozess in Siegen Hat Mann seine Ehefrau betäubt und missbraucht?

Stand:

In Siegen ist heute ein aufsehenerregender Prozess fortgesetzt worden - allerdings ohne Öffentlichkeit. Ein Mann aus dem Kreis Olpe soll seine damalige Ehefrau missbraucht haben - während sie offenbar wehrlos war.

Die Vorwürfe gegen den 43-Jährigen machen fassungslos - und erinnern in Teilen an den Fall Pelicot aus Frankreich, der weltweit Schlagzeilen gemacht hatte. Am Siegener Landgericht geht es darum, dass der Sauerländer die Wehrlosigkeit seiner Ehefrau ausgenutzt haben soll, um sie zu vergewaltigen.

Laut Gericht soll er sich zwei Mal sexuell an ihr vergangen haben, während sie schlief oder bewusstlos war. Ob er die Frau betäubt hat, ist bislang nicht geklärt. Die Taten soll er auch gefilmt haben.

Auch weitere Ex-Partnerin erhebt Vorwürfe

Nicht nur seine Ex-Ehefrau, sondern auch eine spätere Partnerin macht dem Mann schwere Vorwürfe. Er habe sie vergewaltigt und gewürgt - so sehr, dass sie kaum noch Luft bekommen habe. Beide Frauen hatten ihn angezeigt.

Öffentlichkeit wegen intimer Details ausgeschlossen

Der zweite Verhandlungstag in dem Prozess hat heute planmäßig begonnen - läuft ab sofort aber ohne Zuschauer. Das hatte der Verteidiger beantragt, weil sich der Angeklagte heute äußern will. Dabei gehe es auch um sehr intime Details aus seinem Leben.

Der Rechtsanwalt des Angeklagten schaut in die Kamera und spricht in ein WDR-Mikrofon

Strafverteidiger Martin Kretschmer

Das Gericht hat dem Antrag zugestimmt - auch, weil das Intimleben der beiden Frauen thematisiert wird, die Nebenklägerinnen sind. Die Einlassung des Mannes könnte Stunden dauern. Er müsse weit ausholen und tief in die Vergangenheit gehen, sagt sein Anwalt.

Hat sich Mann an betäubter Frau vergangen?

WDR 00:48 Min. Verfügbar bis 11.05.2028

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Die Vorwürfe gegen den Angeklagten reichen über die oben genannten Fälle hinaus. Er soll auch körperlich gewalttätig geworden sein beim Versuch, gegen ihren Willen Sex mit seiner Ex-Ehefrau zu haben. Laut Anklage erlitt sie unter anderem eine Verstauchung und eine Zerrung.

Die Taten, um die es vor dem Siegener Landgericht geht, sollen zwischen März 2023 und Mai 2025 passiert sein.

Parallelen zum Fall Gisèle Pelicot

Einige Aspekte des Prozesses erinnern an den international bekannten Fall von Gisèle Pelicot. Ihr damaliger Ehemann hatte sie über Jahre betäubt, missbraucht und heimlich gefilmt. Außerdem hatte er Dutzende weitere Männer angeworben, die Pelicot ebenfalls vergewaltigten. Der Prozess gegen ihren Ex-Mann und zahlreiche Mitangeklagte endete mit langjährigen Haftstrafen für die Täter.

Sauerländer sitzt in U-Haft

Der jetzt vor dem Landgericht Siegen angeklagte 43-Jährige bestreitet alle Anschuldigungen. Laut seinem Verteidiger habe er beide Frauen nicht sexuell missbraucht. Der Angeklagte weise auch den Vorwurf zurück, seine Ex-Ehefrau mit Substanzen betäubt zu haben. Seit Oktober 2025 sitzt er in Untersuchungshaft - wegen Wiederholungsgefahr.

Im Juli soll ein Urteil fallen.

Unsere Quellen:

  • Landgericht Siegen
  • Strafverteidiger Martin Kretschmer
  • Recherchen der WDR-Reporterin

Sendung: WDR.de, Hat sich Mann an betäubter Frau vergangen?, 11.05.2026, 5:02 Uhr

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