Ein großer Tag für Boisheim
WDR. 03:16 Min.. Verfügbar bis 15.06.2028.
"Unser Dorf hat Zukunft" : Vier NRW-Dörfer ringen um Gold
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Es geht um Gold in diesen Tagen. Wenn die Jury kommt und 26 Dörfer in ganz Deutschland besucht für den Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft'. Unter mehr als 1.200 Bewerbern haben sie es bis in die letzte Runde geschafft. Dabei sind auch vier Dörfer aus Nordrhein-Westfalen.
Montagmorgen und die Eingangshalle in der Grundschule sitzt voller Menschen. Schulkinder lesen Plattdeutsch und singen ein Begrüßungslied für die Jury, die soeben in Boisheim eingetroffen ist. Der kleinste Stadtteil von Viersen am Niederrhein, mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern.
Aktive Vereine und ein besonderer Dorfladen
"Der Empfang war bombastisch. Der war echt klasse." An den vielen Kindern sehe man, wie wichtig den Boisheimern die Zukunft sei, sagt Hans-Jörg Birner. Der Bürgermeister aus dem bayerischen Kirchanschöring ist der Vorsitzende der 13-köpfigen Jury, die in diesen Tagen ein Dorf nach dem anderen bereist.
Nils Hagemann informiert die Jury über die Renaturierung der Flachskuhlen.
Nils Hagemann und seine Mitstreiter vom Bürgerverein haben ein straffes Programm erstellt für die drei Stunden, die die Jury hier ist: Ein Besuch im Feuchtgebiet am Dorfrand, das von den Bewohnern gepflegt wird. Eine Rundfahrt mit dem Bus. Und natürlich der Dorfladen, den die Boisheimer in Eigenregie betreiben und der nun schon seit Jahren die Einkaufssituation im Dorf verbessert.
Dorfleben attraktiv und zukunftsfähig machen
Genau das ist das Ziel des Wettbewerbs: Dörfer auszeichnen, in denen die Menschen aktiv an der Zukunft arbeiten. In dem sie Gemeinschaft leben, wirtschaftliche Initiativen ergreifen, Natur und Umwelt pflegen oder Baukultur erhalten. Und in ihren Vereinen Angebote für Jung und Alt schaffen.
Ebenfalls dabei: Darup, Helberhausen und Lenne
Drei weitere Dörfer sind in der Endrunde mit dabei. In Darup aus dem Münsterland habe sich die Gemeinschaft für den Grundschulstandort stark gemacht und das letzte Gasthaus als Treffpunkt bewahrt, heißt es in der Beschreibung des Bundesministeriums für Heimat, das den Wettbewerb ausschreibt.
Helberhausen in Siegen-Wittgenstein habe ein Bürgerhaus geschaffen, eine Dorf-App installiert und mit großem Engagement eine vierzügige Kita gesichert.
Und dann ist da noch der kleinste Bewerber: Lenne im Sauerland mit gerade mal knapp 400 Einwohnern. Hier würden in regelmäßigen Dorfgesprächen Konflikte diskutiert, es gebe einen Mehrgenerationenspielplatz, schnelles Internet und einen ortseigenen Wasserbeschaffungsverband.
5.000 Kilometer mit dem Bus - und ein straffer Zeitplan
In Boisheim gehen am späten Montagvormittag rund 600 Menschen auf dem Dorfplatz mit der Jury ins Finale. "Absoluter Endspurt", sagt Nils Hagemann vom Bürgerverein, "alle wissen Bescheid, dass vielleicht ein paar Reden noch kürzer gehalten werden müssen. Wir müssen weiter Gas geben." Jeder Verein hat jetzt noch eine gute Minute, um sich vorzustellen.
Die Tanzgruppe des Boisheimer Kinderkarnevals bei ihrem Auftritt.
Denn die Jury hat für jedes Dorf genau drei Stunden Zeit. In Boisheim klappt das. Zum Schluss noch ein Tanz des Kinder-Karneval-Vereins und ein Ständchen der Kita-Kinder. Um 12 Uhr fährt der Bus mit den Jury-Mitgliedern weiter nach Rheinland-Pfalz. Bis zum 30. Juni werden sie jetzt noch durch ganz Deutschland reisen. Die Ergebnisse gibt es dann am 1. Juli.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
- Bürgerverein Boisheim
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 15.06.2026, 19:30 Uhr
