Staatsanwaltschaft ermittelt : Arnsberger Rettungsdienst mit brisantem Insiderwissen?
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In Arnsberg und Sundern fahren seit Jahren Rettungswagen eines Privatunternehmens. Bei der jüngsten Ausschreibung soll es dazu Wettbewerbsverstöße gegeben haben. Die Folge: umfangreiche Ermittlungen und Hausdurchsuchungen.
Die Staatsanwaltschaft nimmt die Vorwürfe sehr ernst: Sie hat Anfang der Woche Geschäftsräume, Privatwohnungen und Büros in der Kreisverwaltung untersucht und Akten beschlagnahmt. Auslöser der Ermittlungen sind Hinweise über eine Plattform des Bundeskartellamtes.
Mitarbeiterin der Kreisverwaltung im Fokus
Bei den Ermittlungen stehen sowohl die Geschäftsführung des Privatunternehmens als auch eine Mitarbeiterin im Kreishaus im Fokus. Es geht um Ausschreibungen: Im Jahr 2024 sollen aus dem Kreishaus vertrauliche Informationen an den Rettungsdienst-Betreiber weitergeben worden sein. Der konkrete Vorwurf: unzulässige Bieterabsprachen.
Staatsanwaltschaft Arnsberg: Ermittlungen gegen Rettungsdienst
Das Rettungsdienstunternehmen soll demnach Details aus dem laufenden Ausschreibungsverfahren erhalten haben, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem WDR.
Der Hochsauerlandkreis bestätigt die Ermittlungen. Die Mitarbeiterin sei weiter im Dienst, sie werde aber zur Zeit nicht bei Verfahren eingesetzt, die mit dem Rettungsdienst zu tun haben. Der HSK habe der Staatsanwaltschaft alle Unterlagen zur Verfügung gestellt.
"HSK hat alle Unterlagen zur Verfügung gestellt"
Der Geschäftsführer des betroffenen Unternehmens Hagelstein, Marcel Kaiser, sagt dem WDR, dass einer oder mehrere Mitbewerber die Anzeigen initiiert hätten.
"Wir arbeiten eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen, um die Vorwürfe aufzuklären." Marcel Kaiser, Geschäftsführer Hagelstein
Die Mitarbeitenden sind am Montagabend von der Geschäftsleitung über die Vorwürfe informiert worden.
Mitarbeitende informiert
Kaiser betont, dass das Unternehmen seit 30 Jahren Teile des Rettungsdienstes im Hochsauerlandkreis bedient. Ausschreibungen habe man bisher nie gewonnen. Man habe lediglich eine Genehmigung vom Kreis bekommen und dann direkt mit den Krankenkassen abgerechnet.
Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen setzt der Hochsauerlandkreis in der Notfallversorgung auch auf den privaten Anbieter. Die Rettungs- und Krankenwagen der Firma Hagelstein werden über die Leitstelle disponiert.
Quellen:
- Staatsanwaltschaft Arnsberg
- Kreisverwaltung Hochsauerlandkreis
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 29.04.2026, 17:30 Uhr
