Symbolbild: Uber-App auf einem Smartphone-Display neben dem Schriftzug "Uber".

Konflikt zwischen Taxis und Uber: Macht es Bochum anders als Essen?

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Auch Bochum diskutiert über eine Regulierung im Preiskampf zwischen Taxis und Uber. Die Lösung könnte anders aussehen als in Essen.

Kaum eine NRW-Kommune, in der es nicht gerade einen größeren Konflikt zwischen den heimischen Taxi-Unternehmen und den Mietwagenanbietern wie Uber oder Bolt gibt.

Die kriselnden Taxi-Betreiber werfen den immer beliebter werdenden Mietwagen-Anbietern Dumpingpreise und Wettbewerbsverzerrung vor. Essen hat seit Kurzem einen Mindesttarif für Uber und Co eingeführt - und auch die Stadt Bochum will bald aktiv werden.

Forderung in Bochum: Mietwagenanbieter "nicht verteufeln"

Hier verläuft die politische Debatte aber anders als vergangenes Jahr in Essen, was besonders mit einem Einwurf der FDP-Fraktion im Stadtrat zu tun hat. Die plädiert dafür, Mietwagenunternehmen - so wörtlich in einer Anfrage - "nicht zu verteufeln". Mehr Flexibilität könne schließlich auch bei den Taxipreisen geschaffen werden.

Léon Beck, FDP-Kreisvorsitzender in Bochum

Léon Beck, FDP-Kreisvorsitzender in Bochum

"Es will nicht in meinen Kopf hinein, wieso man für den einen Marktteilnehmer die Chancen schlechter machen möchte", so der Kreisvorsitzende der FDP in Bochum Léon Beck, "statt für beide die Marktbedingungen besser zu machen."

Mehr Flexiblität bei Taxi-Preisen

Nach Ansicht von Beck könnten flexiblere Preise - im Sinne vor allem von günstigeren Preisen - bei den Taxis eingeführt werden. Und möglich sei auch, dass die Kunden vor der Fahrt mit dem Taxi mit den Fahrern Festpreise ausmachen, also, ähnlich wie bei Uber, schon vor der Fahrt wissen, was sie die Strecke kosten wird.

Also tatsächlich Uber nicht teurer machen, so wie es die Stadt Essen seit Anfang des Jahres geregelt hat, sondern die Taxis zumindest teilweise günstiger? Auch wenn die Stadt Bochum dies nicht so ausdrücken würde, so zeigt sie sich in einer Antwort auf die FDP-Anfrage zumindest nicht abgeneigt.

Bochumer Verwaltung will Modelle prüfen

"Die Verwaltung ist offen für eine derartige Weiterentwicklung der geltenden Taxiverordnung, sollten die Bochumer Taxiunternehmer diese Anpassung als taugliches Element im Wettbewerb mit den appbasierten Mietwagenanbietern anstreben", heißt es.

Taxifahrer demonstrieren gegen  Fahrtenvermittler wie Uber und Bolt in Essen, 07.05.

Im Ruhrgebiet protestierten Taxifahrer immer wieder für einen faireren Wettbewerb

Ob die anderen Parteien im Bochumer Rat diese Haltung komplett mitgehen, ist nochmal eine andere Frage. Möglicherweise kommt es Donnerstagnachmittag hier zu einer Diskussion. Denn da steht die Antwort der Verwaltung auf die FDP-Anfrage auf der Tagesordnung. Von Seiten der Taxiunternehmen ist bereits zu vernehmen, dass man von einer Regelung in diese Richtung nicht allzu viel hält.

Entscheidung könnte bis zum Spätsommer dauern

So oder so gibt die Stadt Bochum jetzt erst mal ein Gutachten in Auftrag, das ein mögliches Tarifmodell erarbeiten soll. So hatte es die Stadt Essen vergangenes Jahr ebenfalls getan. Mit einem Ergebnis werde erst nach der Sommerpause gerechnet, so ein Bochumer Stadtsprecher gegenüber dem WDR.

Die FDP-Fraktion möchte ihre Forderung nach flexibleren Taxi-Preisen möglicherweise sogar mit einer Petition untermauern. Léon Beck sieht eine breite Unterstützung für seine Position: "Man muss auf der Seite der Verbraucher stehen und sollte nicht ein vielleicht ein bisschen überholtes Geschäftsmodell wie beim Taxi künstlich am Leben halten, indem man anderen Teilnehmern das Leben schwerer macht."

Konflikt zwischen Taxis und Uber: Macht es Bochum anders als Essen?

WDR Studios NRW 19.03.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 18.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Stadt Bochum
  • FDP Bochum
  • vorherige WDR-Berichterstattung

Sendung: WDR.de, Konflikt zwischen Taxis und Uber: Macht es Bochum anders als Essen?, 19.03.2026, 06.00 Uhr

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