Warnstreik bei HKM in Duisburg: Bas fordert Klarheit

Lokalzeit aus Duisburg 02.02.2026 02:33 Min. Verfügbar bis 02.02.2028 WDR Von Laura Kasprowiak

Warnstreik bei HKM in Duisburg: Bas fordert Klarheit

Stand:

Bei HKM in Duisburg ist die Belegschaft in einen Warnstreik getreten. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zeigt Solidarität.

Von Michael Jung und Laura Kasprowiak

Die Stimmung schwankt zwischen Wut, Angst und Hoffnung. Die Belegschaft kämpft um den Erhalt des Werkes mit seinen 3.000 Beschäftigten.

Junger Mann mit weißem Helm im Portrait.

Asim Kusch, Chemielaborant bei HKM

Einer von ihnen ist Asim Kusch. Er ist Chemielaborant bei HKM und schon sein Vater und sein Großvater arbeiteten für den Stahlproduzenten. "Die Lage ist so ernst wie noch nie," sagt der Duisburger Familienvater. Hauptanteilseigner Thyssenkrupp Steel hat angekündigt, HKM zu verkaufen oder zu schließen.

Ich bin die dritte Generation in meiner Familie, die bei HKM arbeitet. Duisburg ist Stahl. Asim Kusch, Chemielaborant bei HKM

Bundesarbeitsministerin Bas unterstützt Protest

Bärbel Bas spricht auf einem Podium, hinter ihr stehen Männer in einer Reihe.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas beim HKM-Warnstreik

"Ich bin gekommen, weil die Belegschaft Angst hat - sie brauchen endlich Klarheit, wie es weitergeht," fordert Bundesarbeitsmisterin Bärbel Bas (SPD). Sie hat ihren Wahlkreis im Duisburger Süden, in dem das HKM-Werk liegt. Bis sie im Frühjahr 2025 in die Bundesregierung wechselte, war Bas auch Mitglied im Aufsichtsrat von HKM.

Die Belegschaft will nun Druck auf die zähen Verhandlungen machen. Bereits am vergangenen Freitag (30.01.2026) hatten Beschäftigte von HKM vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp in Bochum demonstriert.

Anteilseigner Salzgitter will Standort erhalten

Der Salzgitter-Konzern - mit 30 Prozent ebenfalls Anteilseigner - möchte das Werk übernehmen, die zwei Hochöfen abschalten und künftig in einer neuen Anlage elektrisch Stahl produzieren. Damit würde zwar die Roheisenproduktion aufgegeben, aber ein Teil der Jobs erhalten bleiben. Dem WDR teilt das Unternehmen am Montag mit: "Die Gesellschafter Salzgitter AG und thyssenkrupp Steel Europe AG wollen weiterhin eine einvernehmliche Lösung für die HKM finden und zeitnah Klarheit für alle Beteiligten schaffen."

Neuausrichtung der Stahlbranche

Die Trennung von der 50-Prozent-Beteiligung an HKM ist für den Thyssenkrupp-Konzern Teil einer Neuausrichtung. Bereits im April 2025 hatte der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Steel entschieden, künftig kein Vormaterial mehr von HKM zu kaufen. Damit verliert das Tochterunternehmen in wenigen Jahren seinen wichtigsten Kunden.

Auch Salzgitter bezieht Material von dort. Im vergangenen Frühjahr hatte Salzgitter erklärt: "HKM stellt Vormaterial für Gesellschaften aus dem Salzgitter-Konzern her, das nicht ohne weiteres ersetzt und alternativ bezogen werden kann." So erklärt sich, warum Salzgitter das Werk im Duisburger Süden erhalten möchte.

Warnstreik bei HKM in Duisburg: Bas fordert Klarheit

WDR Studios NRW 02.02.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 02.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Betriebsrat Hüttenwerke Krupp Mannesmann
  • ThyssenKrupp Steel
  • Salzgitter AG
  • WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 02.02.2026, 12.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 02.02.2026, 19.30 Uhr

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